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Nachrichten

Sonntag, 18. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING: Die chinesische Regierung hat die offizielle Zahl der Bebenopfer auf rund 32.500 erhöht. Schätzungen gehen von etwa 50.000 Toten aus. An diesem Sonntag wurde die Bebenregion im Südwesten des Landes von einem heftigen Nachbeben der Stärke 6,1 erschüttert. In der Provinzhauptstadt Chengdu flohen tausende Menschen aus den Gebäuden. Die Nachrichtenagentur Xinhua meldet derweil, die nahe dem Erdbebengebiet liegenden Nuklearanlagen seien alle sicher. Nach Präsident Hu Jintao und Premier Wen Jiabao machte sich inzwischen Vize-Premier Li Keqiang vor Ort ein Bild von den Zerstörungen. Hu hatte bei seinem Besuch am Samstag der internationalen Gemeinschaft für deren Hilfe gedankt. Die Suche nach Überlebenden wird durch starke Regenfälle behindert. Etwa 10.000 Menschen sollen noch verschüttet sein.

RANGUN: UN-Nothilfe-Koordinator John Holmes ist auf dem Weg nach Birma. Er soll sich nach Angaben einer Sprecherin von Generalsekretär Ban Ki Moon vor Ort ein Bild von der Lage machen, damit den Überlebenden der Zyklon-Katastrophe vom Monatsanfang besser geholfen werden könne. Ob es zu einem Treffen mit der Militärführung komme, sei unklar. Diese steht unter Druck, mehr internationale Hilfe ins Land zu lassen und für eine ausreichende Verteilung der Hilfsgüter zu sorgen. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel plädierte nach seiner Rückkehr aus Birma dafür, mit den Militärs im Dialog zu bleiben, um sie von der Notwendigkeit internationaler Hilfe zu überzeugen. Nach Angaben des Welternährungsprogramms konnte bisher nur weniger als ein Drittel der schätzungsweise 750.000 Notleidenden mit Nahrungsmitteln versorgt werden.

JERUSALEM: Angesichts anhaltender Raketenangriffe aus dem Gazastreifen hat Israels Regierungschef Ehud Olmert eine baldige Entscheidung angekündigt. Man stehe jetzt an einer Wegscheide; die Stunde der Entscheidung sei sehr nahe, sagte Olmert zum Auftakt einer Kabinettssitzung. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Minister ein militärisches Vorgehen gegen die den Gazastreifen kontrollierende radikal-islamische Hamas verlangt. Diese hatte eine Waffenruhe vorgeschlagen, die Israel ablehnte. Es geht davon aus, dass die Hamas die Zeit nutzen könnte, sich militärisch wieder neu aufzustellen.

KAIRO: US-Präsident George W. Bush sieht gute Chancen, dass die Grenzen eines eigenständigen Palästinenserstaates noch vor Ende seiner Amtszeit im Januar 2009 festgelegt werden können. Er wolle dabei helfen, diesen 'Traum' zu verwirklichen, sagte Bush nach Treffen mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und Ägyptens Staatschef Hosni Mubarak in Scharm el Scheich. Der ägyptische Badeort ist die letzte Station der Nahost-Reise des US-Präsidenten, die ihn auch nach Israel und Saudi-Arabien geführt hatte. - An diesem Sonntag spricht Bush auf einer Regionalkonferenz des Weltwirtschaftsforums, die ebenfalls in Scharm el Scheich stattfindet.

KAPSTADT: Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger und frühere Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, hat den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe in Simbabwe verlangt. Der 'Welt am Sonntag' sagte er, nur so könnten die Übergriffe von Präsident Robert Mugabes Anhängern gegen Oppositionelle eingedämmt werden. Sowohl die EU als auch die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft müssten Mugabe klar machen, dass er vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt werden könnte, falls die Gewalt nicht aufhöre. Die Oppositionspartei MDC wie auch Menschenrechtsorganisationen berichten von verstärkten brutalen Übergriffen Mugabe treuer Milizen auf Oppositionelle seitdem der Termin für die Stichwahl um das Präsidentenamt feststeht. MDC-Chef Morgan Tsvangirai hatte am Samstag seine Rückkehr aus dem Ausland wegen Hinweisen auf Anschlagspläne gegen ihn verschoben.

NAIROBI: Vor der Küste Somalias haben Piraten erneut ein Schiff gekapert. Sie hätten die unter jordanischer Flagge fahrende "Victoria" rund 40 Seemeilen vor Mogadischu in ihre Gewalt gebracht, sagte ein Sprecher der kenianischen Schifffahrtsbehörden in Nairobi. Nach Angaben der jordanischen Regierung hat das Schiff 4.200 Tonnen Zucker geladen, eine Spende aus Dänemark für das vom Krieg erschütterte Somalia. - Anfang April war die französische Luxus-Yacht "Le Ponant" vor der Küste Somalias von bewaffneten Piraten entführt worden. Sie hatten ihre Geiseln und die Yacht eine Woche später gegen ein Lösegeld des Reeders von rund 1,3 Millionen Euro freigelassen.

BOGOTA: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Kampf der kolumbianischen Regierung gegen rechte paramilitärische Gruppen gewürdigt. Nach einem Gespräch mit Präsident Alvaro Uribe in Bogota sagte sie, positiv sei, dass jetzt auch Parlamentarier wegen Verbindungen zu den Paramilitärs zur Rechenschaft gezogen würden. Inzwischen sitzen 34 Verdächtige in Untersuchungshaft, unter ihnen auch ein Cousin Uribes. Der kolumbianische Präsident verteidigte sich gegen Kritik, er gehe nicht energisch genug gegen die Paramilitärs vor. Seit Beginn eines Amnestie-Programms 2005 hätten bereits 40.000 der 60.000 Kämpfer ihre Waffen abgegeben. Merkel ist das erste deutsche Regierungsoberhaupt, das Kolumbien besucht.

KÖLN: Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat ihr für Montag geplantes Treffen mit dem Dalai Lama gegen Kritik auch aus ihrer Partei verteidigt. Sie stehe als Entwicklungsministerin für den Dialog mit allen Beteiligten und in dieser Verantwortung nehme sie das Gespräch mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter wahr, sagte Wieczorek-Zeul im Deutschlandfunk. Sie habe selbst die Initiative für eine Begegnung mit dem Dalai Lama ergriffen. Die SPD-Politikerin ist das einzige Regierungsmitglied, das den Dalai Lama während dessen Deutschland-Aufenthalt trifft. Im September hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihn empfangen und war dafür heftig von der chinesischen Regierung kritisiert worden. An diesem Sonntag hält der Dalai Lama Vorträge in Nürnberg und Bamberg.

BERLIN: Jeder vierte Bundesbürger ist von Armut betroffen oder muss durch staatliche Leistungen vor Armut bewahrt werden. Wie Bundesarbeitsminister Olaf Scholz der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte, geht dies aus dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor, der am Montag vorgelegt wird. 13 Prozent der Bundesbürger gelten demnach als arm, weitere 13 Prozent würden durch Sozialtransfers wie Kindergeld oder Arbeitslosengeld 2 vor dem Abrutschen in Armut bewahrt. Insgesamt habe sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter geöffnet. Am schlimmsten sei die Lage für Langzeitarbeitslose und Alleinerziehende und deren Kinder.

CARACAS: Zwischen Venezuela und Kolumbien gibt es neue Spannungen. Die venezolanische Regierung protestierte offiziell gegen eine angebliche Grenzverletzung durch die kolumbianische Armee. 60 kolumbianische Soldaten seien 800 Meter vor der Grenze auf venezolanischem Staatsgebiet gestoppt worden, hieß es. Die Regierung in Caracas sprach von einem "provokativen Akt" und rief Kolumbien auf, internationales Recht sowie die territoriale Souveränität und Integrität Venezuelas zu achten.

ZUM FUßBALL: Vor zehntausenden Fans auf dem Münchner Marienplatz hat der FC Bayern seinen 21. deutschen Meistertitel gefeiert. Zuvor hatte der unangefochtene Tabellenführer im letzten Saisonspiel der Fußball-Bundesliga Hertha BSC 4:1 besiegt. Die Vizemeisterschaft und damit die direkte Qualifikation für die Champions League sicherte sich Werder Bremen durch ein 1:0 in Leverkusen. Als dritter Absteiger nach Duisburg und Rostock steht der 1. FC Nürnberg fest. Der 'Club' verlor zu Hause gegen Schalke 0:2.

Außerdem spielten am Samstag:

Stuttgart - Bielefeld 2:2;

Dortmund - Wolfsburg 2:4;

Hamburg - Karlsruhe 7:0;

Hannover - Cottbus 4:0;

Bochum - Rostock 1:2 und

Frankfurt - Duisburg 4:2.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten viele Wolken und Schauer. Nach Nordwesten hin längere Aufheiterungen. Höchstwerte zwischen 12 und 21 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 11 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 11 Grad, stark bewölkt;

Dresden: 10 Grad, Regen;

Köln/Bonn: 10 Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: 14 Grad, wolkig und

München: 12 Grad, leichter Regen.

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