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Nachrichten

Sonntag, 18. März 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

WASHINGTON: Wenige Tage vor dem vierten Jahrestag des Irak-Krieg-Beginns haben in den USA und mehreren europäischen Städten hunderttausende Menschen gegen den Krieg demonstriert. In Washington zogen nach Polizeischätzungen bis zu 20.000 Menschen zum Verteidigungsministerium und verlangten einen Rückzug der US-Truppen. Aus Europa wurden Demonstrationen aus Madrid, Istanbul, Kopenhagen, Prag, Athen und Nikosia gemeldet. Für diesen Sonntag ist eine Großkundgebung in New York geplant. Die US-Truppen sind am 20. März 2003 in den Irak einmarschiert. Seitdem wurden zehntausende irakische Zivilisten und mehr als 3.200 US-Soldaten getötet.

BERLIN: Der Islamrat hat sich in einem Appell an die Geiselnehmer der beiden Deutschen im Irak gewandt. Der Vorsitzende des Rats, Ali Kizilkaya, sagte der "Bild am Sonntag", die Entführung habe mit dem Wesen des Islam nichts zu tun. Sie finde auch im Koran keine Rechtfertigung. Eine 61-jährige Frau und ihr Sohn waren Anfang Februar in Bagdad verschleppt worden. Die Entführer haben gedroht, die Geiseln zu ermorden, sollte sich die Bundeswehr nicht aus Afghanistan zurückziehen.

GAZA-STADT: Die neue palästinensische Regierung nimmt an diesem Sonntag ihre Arbeit auf. Sie war gestern vom Parlament bestätigt worden. Israel hatte bekräftigt, die neue Regierung von Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija weiter nicht anerkennen zu wollen. Dieser hatte das Recht der Palästinenser auf Widerstand gegen Israel bekräftigt, gleichzeitig aber einige versöhnliche Töne angeschlagen. Norwegen will die neue Regierung anerkennen; Russland und Frankreich wollen mit ihr zusammenarbeiten. Die EU kündigte an, ihren Finanzboykott vorerst jedoch weiter aufrechtzuerhalten.

WARSCHAU: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine positive Bilanz ihres zweitägigen Besuchs in Polen gezogen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, der Besuch habe zu einer Verbesserung des Klimas zwischen beiden Ländern beigetragen. Der polnische Präsident Lech Kaczynski teilte kurz nach Merkels Abreise mit, er werde die so genannte Berliner Erklärung zur EU-Politik trotz Vorbehalten unterzeichnen. Weiter sagte Kaczynski, der Nationale Sicherheitsrat werde sich mit dem Vorschlag Merkels befassen, das umstrittene US-Raketenabwehrsystem im Rahmen der NATO zu diskutieren. Die USA wollen in Polen und Tschechien Teile eines Abwehrsystems gegen mögliche Langstreckenraketen aus Staaten wie Iran und Nordkorea aufbauen.

BERLIN: Deutschland ist im internationalen Vergleich beim Wohlstand weiter zurückgefallen. Das berichtet die Zeitung "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Studie der Deutschen Bank. Demnach belegt Deutschland nach dem Pro-Kopf-Einkommen unter den 30 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, nur noch den 19. Platz. Im vergangenen Jahr war es noch Platz elf gewesen. Hintergrund ist nach Einschätzung der Forscher nicht so sehr eine Schwächung der deutschen Wirtschaft, sondern vielmehr die zunehmende Stärke der anderen Länder.

HELSINKI: In Finnland wird an diesem Sonntag ein neues Parlament gewählt. 4,3 Millionen Bürger sind aufgerufen, die 200 Abgeordneten zu bestimmen. Dank der guten Wirtschaftslage Finnlands geht die Zentrumspartei von Ministerpräsident Matti Vanhanen als Favorit in die Wahl. Nach letzten Umfragen dürften sich die mitregierenden Sozialdemokraten ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der konservativen Sammlungspartei um Platz zwei liefern. Deshalb bleibt offen, ob es in Helsinki zu einer Neuauflage der Mitte-links-Koalition Vanhanens kommt.

MOSKAU: Nach dem Scheitern der Kosovo-Verhandlungen hat sich Russland indirekt für die Ablösung des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari ausgesprochen. Um eine Destabilisierung der Lage zu vermeiden, müssten die Gespräche zwischen Serbien und den Kosovo-Albanern fortgesetzt werden, forderte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Wenn Ahtisaari seine Möglichkeiten erschöpft habe, müsse jemand anders die Verhandlungen weiterführen. Am vergangenen Wochenende waren in Wien die mehr als 13 Monate dauernden Verhandlungen gescheitert. Serbien lehnte den Plan Ahtisaaris ab, dem Kosovo eine weitreichende Souveränität unter internationaler Kontrolle einzuräumen.

PALMA DE MALLORCA: Rund 50.000 Menschen haben auf Mallorca gegen die Erschließung immer neuer Baugebiete für den Massentourismus protestiert. Sie warnten vor einer beispiellosen Umweltzerstörung auf der Balearen-Insel, sollten Spaniens Behörden nicht Maßnahmen für eine verträgliche Entwicklung treffen. Die Bebauuung der Küsten und der Straßenbau hätten bereits zu unumkehrbaren Schäden geführt, kritisierten die Demonstranten in der Hauptstadt Palma de Mallorca. Jedes Jahr besuchen mehr als zehn Millionen Touristen die Insel.

PARIS: Die UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt tritt an diesem Sonntag in Kraft. Sie war 2005 von der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation beschlossen worden und nimmt Kulturgüter von den üblichen Regeln des Welthandels aus. Dadurch soll garantiert werden, dass etwa Literatur, Film, Musik oder Fernsehen nicht allein nach kommerziellen Gesichtspunkten behandelt werden. Die USA hatten gegen die UNESCO-Konvention gestimmt, weil sie neue Handelsschranken bei Film und Musik fürchten. 52 Staaten ratifizierten dagegen bisher das entsprechende Abkommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten anfangs Regen, später Auflockerungen. Im Südosten meist trocken. Die Temperaturen liegen zwischen 6 und 13 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 18.03.2007
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  • Permalink http://p.dw.com/p/A1Lr
  • Datum 18.03.2007
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