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Nachrichten

Sonntag, 18. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

BRATISLAVA: Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in der Slowakei sind die oppositionellen Sozialdemokraten stärkste Kraft geworden. Nach dem inoffiziellen Endergebnis errang die sozialdemokratische Partei 'Smer' 29,2 Prozent der Stimmen. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Mikulas Dzurinda kommen mit 18,3 Prozent auf Platz zwei. Da keine der beiden großen Parteien eine ausreichende Mehrheit hat, um allein zu regieren, wird eine schwierige Regierungsbildung erwartet.

HELSINKI: Finnland hat sich gegen eine Überarbeitung des umstrittenen Entwurfs für eine europäische Verfassung ausgesprochen. Ministerpräsident Matti Vanhanen sagte der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung', er könne sich nicht vorstellen, wie abermals ein Kompromiss gefunden werden solle. Es müsse nun damit begonnen werden, für den Verfassungsvertrag zu werben. Finnland übernimmt in zwei Wochen die EU-Ratspräsidentschaft von Österreich.

WASHINGTON: Das so genannte Nahost-Quartett hat sich auf einen Hilfsplan für die Not leidenden Palästinenser verständigt. Wie von der Europäischen Union vorgeschlagen, wird ein Hilfsfonds eingerichtet. Die Gelder daraus sollen an der radikalen Hamas-Regierung vorbei direkt der palästinensischen Bevölkerung zugute kommen. Die USA und die Europäische Union hatten ihre Zahlungen an die Autonomie-Behörde ausgesetzt, weil sie die Hamas als Terror-Organisation einstufen. Dem Nahost-Quartett gehören neben den USA und der EU auch die Vereinten Nationen und Russland an.

COLOMBO: Auf Sri Lanka haben sich Rebellen und Regierungstruppen neue Kämpfe geliefert. Bei den Gefechten nahe der im Norden des Inselstaates gelegenen Stadt Vavuniya wurden mindestens drei Polizisten getötet. In den vergangenen vier Tagen sind auf Sri Lanka mehr als 100 Menschen bei Kämpfen ums Leben gekommen. Es waren die schwersten Auseinandersetzungen seit dem Waffenstillstandsabkommen von 2002. UN-Generalsekretär Kofi Annan warnte vor dem Abgleiten in einen Bürgerkrieg.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt sind nach Polizeiangaben zehn Arbeiter aus einer Bäckerei verschleppt worden. Die Hintergründe der neuen Entführung sind unklar. Am Samstag waren bei Anschlägen in Bagdad mehr als 40 Menschen getötet worden. In der irakischen Hauptstadt patrouillieren seit Tagen mehrere zehntausend Soldaten, um den Druck auf die Terror-Organisation El Kaida zu erhöhen. Diese hatte angekündigt, den Tod ihres Anführers Abu Mussab el Sarkawi zu rächen.

RIAD: Die Angehörigen der drei kürzlich im US-Gefangenenlager Guantanamo verstorbenen Männer bezweifeln, dass die Häftlinge Selbstmord begangen haben. Nach Agentur-Berichten ordneten die Behörden in Riad eine Autopsie der beiden saudi-arabischen Staatsbürger an. Im Jemen weigert sich die Familie des dritten Toten, der Beisetzung zuzustimmen. Auch sie fordert eine Untersuchung der Todesursache. Die Familien der drei Männer erklärten, diese seien streng gläubige Moslems gewesen und Selbstmord hätte gegen ihren Glauben verstoßen.

PEKING: Der chinesische Umweltaktivist Fu Xiancai ist zur Operation ins Krankenhaus gebracht worden. Sein Sohn sieht aber wenig Chancen, dass die Lähmung seines Vaters behoben werden kann. Fu waren mehrere Halswirbel gebrochen worden, als brutale Schläger ihn nach einem Polizeiverhör überfallen hatten. Bei der Polizei hatte er sich wegen eines Interviews im deutschen Fernsehen verantworten müssen, in dem er sich unter anderem über die unzureichende Entschädigung von umgesiedelten Anwohnern des Drei-Schluchten-Staudamms beklagt hatte. Die Operation in einem Krankenhaus der Stadt Yichang war mit deutscher Finanzhilfe möglich geworden.

BERLIN: Das Steuersystem sollte nach Ansicht von Bundespräsident Horst Köhler grundlegend geändert werden. Dem Deutschlandfunk sagte er, das jetzige System sei zu kompliziert. Niemand könne beurteilen, ob es gerecht sei. Die Bürger müssten jedoch wissen, wer Steuern zahle und wo sie ankämen. Köhler forderte die Bundesregierung auch auf, die Massenarbeitslosigkeit entschieden zu bekämpfen. Die Agenda 2010 des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder sei eine Kurskorrektur in die richtige Richtung gewesen. An dieser Linie müsse weitergearbeitet werden.

BARCELONA: Im nordostspanischen Katalonien sind rund 5,3 Millionen Bürger aufgerufen, über eine größere Eigenständigkeit der Region abzustimmen. Wird das neue Autonomiestatut angenommen, erhält Katalonien mit seiner Hauptstadt Barcelona künftig eine größere politische und finanzielle Unabhängigkeit gegenüber der spanischen Zentralregierung.

MINSK: Die Streitkräfte Russlands und Weißrusslands haben gemeinsame Militärmanöver begonnen. Wie das Verteidigungsministerium in Minsk mitteilte, finden die Übungen weitgehend auf weißrussischem Territorium statt. Insgesamt beteiligen sich fast 9.000 Soldaten an den Manövern. Von den ehemaligen Sowjetrepubliken unterhält Weißrussland die engsten Beziehungen zu Russland.

CAPE CANAVERAL: Die US-Raumfähre 'Discovery' mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter an Bord wird voraussichtlich am 1. Juli starten. Er sehe keinen Grund für einen späteren Termin, sagte der stellvertretende NASA-Chef Bill Gerstenmeier. Es wäre erst die zweite Shuttle-Mission seit dem 'Columbia'-Absturz im Februar 2003. Damals waren alle sieben Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat die öffentliche Präsenz der deutschen Nationalfarben während der Fußball-Weltmeisterschaft positiv bewertet. Für den Vorboten eines neuen Nationalismus halte er das nicht, sagte Köhler im Deutschlandfunk. Er sehe darin zunächst einmal etwas Schönes, weil die Menschen sich durch das Zeigen der schwarz-rot-goldenen Fahnen mit der Nationalelf identifizierten. Es sei zudem Ausdruck der Freude, dass die WM in Deutschland stattfinde.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im äußersten Nordosten noch wolkig, gebietsweise Schauer. Sonst meist heiter. Tageswerte zwischen 22 und 31 Grad.