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Nachrichten

Sonntag, 18. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEL AVIV: Kurze Zeit nach Inkrafttreten einer einseitig von Israel verkündeten Waffenruhe ist es wieder zu Feuergefechten im Gazastreifen gekommen. Im Norden des Palästinensergebiets seien israelische Soldaten beschossen worden, teilte die Armee mit. Gepanzerte Einheiten und die Luftwaffe hätten darauf reagiert. Mehrere Angreifer seien verletzt worden. Wie die Armee weiter mitteilte, wurden wieder palästinensische Raketen auf den Süden Israels abgeschossen. Mehrere davon seien in der Nähe der Sderot eingeschlagen, hätten aber niemanden verletzt. Drei Wochen nach dem Beginn seiner Offensive hatte Israel einseitig eine Waffenruhe ausgerufen, die am frühen Sonntagmorgen in Kraft trat. Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas kündigte dagegen weitere Kampfhandlungen an. Ohne den Abzug der israelischen Bodentruppen, werde sie die Feuerpause nicht einhalten.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt an diesem Sonntag an einem internationalen Krisengipfel in Ägypten teil. Die Regierungschefin trifft im Badeort Scharm el Scheich mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zusammen, um über eine dauerhafte Waffenruhe für den Gazastreifen zu beraten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte unterdessen die einseitige israelische Erklärung für eine Waffenruhe. Dieser Schritt eröffne endlich die Perspektive auf ein Ende der Gewalt in Gaza, erklärte der Minister in Berlin. Er forderte die Hamas auf, sämtliche Kampfhandlungen sofort einzustellen.

BERLIN/ WASHINGTON: Das Terrornetzwerk El Kaida hat Deutschland wegen seines Engagements in Afghanistan mit Vergeltung gedroht. Nach Angaben eines amerikanischen Instituts, das sich auf die Auswertung islamistischer Internet-Seiten spezialisiert hat, wurde ein entsprechendes Videoband im Internet veröffentlicht. Ein deutsch sprechender Vermummter sagt darin, die Bundesregierung wäre leichtgläubig und naiv, wenn sie glaube, als drittgrößter Truppensteller in Afghanistan ungeschoren davonzukommen. Ob das Video authentisch ist, konnte zunächst nicht abschließend geklärt werden. Es wird nun vom Bundeskriminalamt ausgewertet.

HAMBURG: Der Präsident des EU-Parlaments, Hans-Gert Pöttering, hat sich für die Aufnahme von Häftlingen aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo in der Europäischen Union ausgesprochen. Wenn die Schließung von Guantanamo gefordert werde, müsse man den Amerikanern auch dabei behilflich sein, sagte der CDU-Politiker dem "Hamburger Abendblatt". Allerdings sei die Sicherheitsfrage in jedem konkreten Fall sehr sorgfältig zu prüfen. Für den Fall, dass es Zweifel an der Ungefährlichkeit einer Person gebe, schlug Pöttering "ein System der Begleitung" vor. Dies müsste einerseits für die betroffenen Personen akzeptabel sein und andererseits die Sicherheit gewährleisten. – Die Bundesregierung hat noch nicht entschieden, ob Deutschland entlassene Guantanamo-Häftlinge aufnehmen wird. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble –CDU – sprach sich dagegen aus.

MOSKAU: Russland und die Ukraine haben ihren Streit über Erdgaslieferungen beendet. Die Lösung wurde bei einem Gespräch der beiden Ministerpräsidenten Wladimir Putin und Julia Timoschenko in Moskau erzielt. Vertreter der Energiekonzerne beider Länder sollten am Montag einen entsprechenden Vertrag unterzeichen, so die beiden Regierungschefs. Damit seien auch die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Lieferungen in die Europäische Union geschaffen. Im Streit um unbezahlte Rechnungen und künftige Preise hatte Russland seine Erdgaslieferungen in die Ukraine zu Jahresbeginn gestoppt. Wenige Tage später wurde auch die Weiterleitung in die EU-Länder eingestellt.

KÖLN: Nach der Einigung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat EU-Industriekommissar Günter Verheugen Konsequenzen gefordert. Der Konflikt habe gezeigt, dass beide Länder in der Energiepolitik keine zuverlässigen Partner seien, sagte Verheugen im Deutschlandfunk. Zugleich wies er den Vorwurf zurück, die Europäische Union habe hilflos auf den Gasstreit reagiert. Die Gemeinschaft habe entschlossen gehandelt, sei aber Opfer einer – so wörtlich – "bizarren bilateralen Auseinandersetzung" geworden.

WIESBADEN: In Hessen wird an diesem Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Nach nur einem Jahr sind erneut knapp 4,4 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. In Umfragen lag die CDU mit Ministerpräsident Roland Koch an der Spitze zusammen mit der FDP zuletzt klar vorn. Die SPD mit dem neuen Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel muss dagegen deutliche Stimmenverluste fürchten. Die Neuwahlen sind die Konsequenz aus dem zwei Mal gescheiterten Versuch von SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti, eine von den Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden. Der Landtag löste sich daraufhin Mitte November einstimmig selbst auf und machte so den Weg für Neuwahlen frei. – Hessen eröffnet ein Superwahljahr mit fünf Landtags- und acht Kommunalwahlen in Deutschland. Hinzu kommen die Europawahl und als Höhepunkt die Bundestagswahl Ende September.

NEW YORK: Nach der spektakulären Notlandung eines Airbus auf dem Hudson in New York haben Spezialisten das Wrack aus dem Wasser geborgen. Die Flugschreiber der Maschine sowie die Triebwerke sollen Aufschluss über die genaue Ursache des Unglücks vom Donnerstag geben. Nach einer Kollision mit Vögeln waren beide Triebwerke kurz nach dem Start ausgefallen. Im Bruchteil von Sekunden entschloss sich der Pilot zu einer Notlandung auf dem Hudson, statt einen nahegelegenen Flughafen zu erreichen. Er habe damit eine Katastrophe in einer dichtbesiedelten Wohngegend verhindern wollen, sagte er den Ermittlern. Sämtliche 155 Menschen an Bord waren nach der Notwasserung gerettet worden.

ZUM SPORT: Titelverteidiger Deutschland ist mit einem Unentschieden gegen Russland in die Handball-Weltmeisterschaft in Kroatien gestartet. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand verspielte in der Schlussphase der Partie gegen den dreimaligen Rekord-Olympiasieger einen Fünf-Tore-Vorsprung und musste sich mit einem 26:26 zufriedengeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: die Vorhersage für Sonntag: Verbreitet Regen, nur in hohen Mittelgebirgslagen Schnee. Teils sehr stürmisch. Tageshöchstwerte um zwei Grad, entlang des Rheins bis acht Grad.

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