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Nachrichten

Sonntag, 18. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

HONGKONG: Bei der Welthandelskonferenz in Hongkong zeichnet sich ein Kompromiss in der umstrittenen Frage der Agrarsubventionen ab. Laut dem überarbeiteten Entwurf für die Abschlusserklärung wird jetzt das Jahr 2013 als Fix-Termin für das Ende der Subventionen festgelegt. Vor allem die EU hatte darauf bestanden, während Länder wie Brasilien für 2010 plädiert hatten. Im Gegenzug erklären sich die Industrienationen bereit, ab 2008 die Handelsschranken für fast alle Produkte der ärmsten Entwicklungsländer fallen zu lassen. Dem Entwurf müssen jetzt die 149 Mitgliedsländer noch zustimmen. Derweil kam es in Hongkong wieder zu zahlreichen Protestveranstaltungen von Globalisierungsgegnern. Am Samstag waren bei gewalttätigen Ausschreitungen etwa 70 Menschen verletzt worden.

PARIS: Frankreichs Präsident Jacques Chirac hat eine Initiative zur weiteren Reform der EU angekündigt. In einer Fernsehansprache sagte er, mit der Einigung auf einen Finanzrahmen für die kommenden Jahre habe die Union ihre Stellung gefestigt. Als nächstes müssten jetzt die EU-Institutionen demokratischer und effizienter gestaltet werden. Sie seien für ein Europa der 25 nicht mehr zeitgemäß. Er wolle erreichen, so Chirac, Europa als einen der wichtigsten Akteure auf der Weltbühne zu profilieren.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush will sich an diesem Sonntag in einer Rede an die Nation zur Irak-Politik äußern. Sein Sprecher Scott McClellan sagte, der Präsident werde über das bisher Erreichte und das künftig Geplante sprechen, da nach der Parlamentswahl nun eine entscheidende Phase für das US-Engagement im Irak gekommen sei. Beobachter rechnen allerdings nicht damit, dass Bush sich konkret zum Abzug der US-Truppen äußern wird. Seine Irak-Politik ist im eigenen Land zunehmend umstritten. Nach letzten Umfragen ist eine Mehrheit der Amerikaner für einen Truppenabzug und hält den Irak-Krieg für einen Fehler.

KINSHASA: In der Demokratischen Republik Kongo, dem früheren Zaire, hat die Abstimmung über die neue Verfassung des Landes begonnen. In vielen Regionen standen die Menschen schon lange vor Öffnung der Wahllokale an; in einigen Gebieten kam es nach Angaben einer UN-Sprecherin zu Gewalttätigkeiten. Das Referendum ist der erste Schritt des Landes hin zu demokratischen Verhältnissen. In der neuen Verfassung wird unter anderem eine Machtteilung zwischen Präsident und Regierungschef festgelegt. Im kommenden Jahr sind noch Kommunal-, Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geplant.

LA PAZ: In Bolivien sind an diesem Sonntag mehr als 3,6 Millionen Menschen zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Bei der vorgezogenen Wahl werden auch beide Kammern des Zentralparlaments sowie Regionalvertretungen und Gouverneure neu bestimmt. Nach Umfragen könnte der Führer der Koka-Bauern, der Sozialist Evo Morales, erstmals als stärkster Kandidat aus der Wahl hervorgehen. Morales gilt als Kritiker der USA. Da er aber die absolute Mehrheit verfehlen dürfte, wird der nächste Präsident aller Voraussicht nach vom Parlament bestimmt. Dort könnte sich der konservative ehemalige Präsident Jorge Quiroga von der Partei Podemos jedoch mit Hilfe kleinerer Parteien gegen Morales durchsetzen.

NEU DELHI: Im süd-indischen Bundesstaat Tamil Nadu sind mehr als 40 Menschen beim Ansturm auf ein Nothilfezentrum für Flutopfer zu Tode getrampelt worden. Mindestens 40 weitere Menschen wurden verletzt. In dem Zentrum in der Stadt Madras werden Lebensmittelmarken für die Opfer der seit zwei Monaten anhaltenden Überschwemmungskatastrophe verteilt. Als sich die Türen öffneten, drängten die Menschen hinein. Viele rutschten aus, da es wieder angefangen hatte zu regnen.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will bei der Terrorbekämpfung weiter auf Informationen zurückgreifen, die möglicherweise durch Folter gewonnen wurden. Zur Gefahrenabwehr müsse auch mit solchen Ländern zusammengearbeitet werden, die sich möglicherweise nicht in allen Fragen den in Deutschland geltenden gesetzlichen Beschränkungen unterwerfen würden, sagte Schäuble im Deutschlandfunk. Im Übrigen gebe es für Folterungen im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba keinerlei seriöse Hinweise. Deshalb sollten die deutschen Sicherheitsdienste auch Informationen von dort inhaftierten Personen beziehen dürfen, so Schäuble.

WIESBADEN: Hessen hat als erstes Bundesland der Stromwirtschaft untersagt, die Preise zu erhöhen. Wirtschaftsminister Alois Rhiel sagte, die Firmen hätten nicht nachweisen können, dass höhere Tarife nötig seien. Nach den Preissteigerungen für andere Energieträger seien vielen Haushalten weitere Belastungen nicht mehr zuzumuten. Die 50 hessischen Stromanbieter wollten die Preise bis zu sieben Prozent anheben. - Auch Thüringen und Sachsen-Anhalt prüfen zur Zeit die Anträge der Energie-Unternehmen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit Schneeschauern bei null bis plus sechs Grad. Oberhalb von 400 Metern Dauerfrost.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 1 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 0 Grad, bedeckt;

Dresden: -2 Grad, etwas Schnee;

Köln/Bonn: 1 Grad, Regen;

Frankfurt am Main: 1 Grad, etwas Schnee und

München: -3 Grad, bewölkt.