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Nachrichten

Sonntag, 17. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PRISTINA: Trotz massiver Proteste Serbiens und Russlands will sich die Provinz Kosovo an diesem Sonntag für unabhängig erklären. Das bekräftigte Regierungschef Hashim Thaci, der für den Nachmittag eine außerordentliche Parlamentssitzung einberief, um die Unabhängigkeit formell verkünden zu können. Der Schritt der überwiegend von Albanern bewohnten südserbischen Provinz stößt international auf ein geteiltes Echo. Während die USA und die meisten EU-Mitgliedsstaaten ein unabhängiges Kosovo anerkennen wollen, kündigten Serbien und Russland im Falle einer Unabhängigkeitserklärung Strafmaßnahmen an. Serbien will unter anderem Wirtschaftssanktionen verhängen und die Stromzufuhr nach Albanien stoppen. Zudem droht die Belgrader Regierung damit, ihre Botschafter aus all den EU-Staaten zurückzuziehen, die das Kosovo anerkennen. Die Europäische Union will fast 2.000 Experten entsenden, um beim Aufbau einer Verwaltung zu helfen. Im Kosovo leben rund zwei Millionen Menschen, unter ihnen rund 120.000 Serben.

KANDAHAR: Bei einem der schwersten Anschläge in Afghanistan seit dem Sturz der Taliban sind in der südafghanischen Stadt Kandahar etwa 80 Menschen getötet worden. Das teilte der Gouverneur der Provinz mit. Nach seinen Angaben sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei einem Hundekampf in die Luft, der von mehreren hundert Zuschauern besucht wurde. Kandahar ist die zweitgrößte Stadt Afghanistans und gilt als eine Hochburg der radikal-islamischen Taliban. In der gleichnamigen Provinz Kandahar kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen Nato-Soldaten und den radikalen Islamisten.

ISLAMABAD: Nach dem Selbstmordanschlag im Nordwesten Pakistans ist die Zahl der Toten auf 39 gestiegen. Mehr als 100 Menschen seien bei dem Anschlag in der Stadt Parachinar verletzt worden, teilten die Behörden mit. In der Stadt nahe der afghanischen Grenze hatte ein Selbstmordattentäter Anhänger der im Dezember ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto angegriffen. Die Bombenexplosion war die folgenschwerste seit Wochen und überschattete die Schlussphase des Wahlkampfs. Am Montag soll in Pakistan ein neues Parlament gewählt werden. Rund 80 Millionen sind wahlberechtigt.

NIKOSIA: Im griechischen Teil der Mittelmeerinsel Zypern wird ein neuer Präsident gewählt. Neun Kandidaten bewerben sich um das Amt. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden bürgerlichen Präsidenten Tassos Papadopoulos, dem linken Parlamentspräsidenten und Generalsekretär der reformierten Kommunistischen Partei, Dimitris Christofias sowie dem konservativen ehemaligen Außenminister Ioannis Kassoulidis. Sollte keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erhalten, gibt es am kommenden Sonntag eine Stichwahl. Es herrscht Wahlpflicht. Wahlberechtigt sind rund 500.000 Menschen. Die Republik Zypern im Südteil der Mittelmeerinsel ist EU-Mitglied, der türkische Norden ist international nicht anerkannt.

DARESSALAM: Auf seiner vermutlich letzten Afrika-Reise hat sich US-Präsident George W. Bush für friedliche Lösungen in Darfur und Kenia ausgesprochen. In der sudanesischen Krisenregion Darfur müsse eine robuste UN-Friedenstruppe installiert werden, um dem Leiden ein Ende zu bereiten. In Kenia werde Außenministerin Condoleezza Rice am Montag Präsident Mwai Kibaki und seinen Rivalen Raila Odinga treffen in der Hoffnung, vermitteln zu können, sagte der US-Präsident. Bush macht zur Zeit Station in Tansania. Die USA wollen das ostafrikanische Land in den nächsten fünf Jahren mit knapp 700 Millionen Dollar unterstützen. Tansania ist die zweite Station von Bushs fünftägiger Afrika-Reise. Die weiteren Stationen sind Ruanda, Ghana und Liberia.

HAMBURG: Das Bundeskanzleramt war über die Beteiligung des Bundesnachrichtendienstes am Kauf brisanter Bankdaten aus Liechtenstein in Millionenhöhe informiert. Der für die Koordination der Geheimdienste zuständige Kanzleramtsminister Thomas de Maizière bestätigte der ‚Bild am Sonntag', er sei im Grundsatz informiert worden. Aus dem Finanzministerium hieß es, man könne sich von der Aufklärung der Fälle von Steuerhinterziehung Einnahmen versprechen. Nach Medienberichten soll der Informant bis zu fünf Millionen Euro bekommen haben. Das Beweismaterial soll neben Post-Chef Klaus Zumwinkel viele hundert weitere Verdächtige betreffen, die insgesamt mehrere Milliarden Euro am Fiskus vorbei nach Liechtenstein geschleust haben. Die Regierung Liechtensteins bot die Unterstützung des Fürstentums bei der Aufklärung der Affäre an. Zu den innerdeutschen Ermittlungen könne Liechtenstein zurzeit aber nichts beitragen.

HAMBURG: Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes will die Gewerkschaft Verdi in den nächsten Tagen die Warnstreiks deutlich ausweiten. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach von geplanten Streikaktionen rund um die Uhr. Betroffen seien Kindertagesstätten, Krankenhäuser, Verwaltungen, der öffentlichen Nahverkehr und die Müllabfuhr. Bsirske versprach, die Aktionen frühzeitig anzukündigen. Die Gewerkschafter fordern acht Prozent mehr Geld. Bund und Kommunen bieten fünf Prozent, aber nur bei gleichzeitiger Arbeitszeitverlängerung.

BERLIN: Mit dem überraschenden Sieg des brasilianischen Films ‚Tropa De Elite' (Eliteeinheit) ist die 58. Berlinale zu Ende gegangen. Der Goldene Bär für den besten Film ging an das actionreiche Drama von José Padilha, in dem er die brutalen Methoden einer Polizei-Eliteeinheit bei ihrer Jagd auf Drogendealer in den Favelas von Rio de Janeiro schildert. Mit Silbernen Bären als beste Darsteller wurden Sally Hawkins und Reza Najie ausgezeichnet. Deutsche Filme gingen in diesem Jahr leer aus.

ZUM FUSSBALL: In der 1. Bundesliga spielten am Samstag:
Bremen - Nürnberg 2:0;
Duisburg - Stuttgart 2:3;
Karlsruhe - Leverkusen 2:2;
Cottbus - Dortmund 0:2;
Berlin - Bielefeld 1:0 und
Rostock - Frankfurt ebenfalls 1:0.
- Tabellenführer Bayern München spielt erst an diesem Sonntag in Hannover. Außerdem treffen Hamburg und Bochum aufeinander.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist sonnig. Im Tagesverlauf im Norden und Nordosten zunehmende Bewölkung. Höchstwerte ein bis sechs Grad.

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