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Nachrichten

Sonntag, 17. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Im Kaukasuskonflikt zögert Russland den Rückzug seiner Truppen offenbar weiter hinaus. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau sagte, der Abzug der Soldaten aus Südossetien habe noch nicht begonnen. Eine solche Entscheidung werde erst getroffen, wenn sich die Lage in der Region stabilisiert habe. Zuvor hatte es Agenturberichte gegeben, in denen vom Abzug erster Einheiten aus der Provinzhauptstadt Zchinwali die Rede war. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats von Georgien, Alexander Lomaja, sprach unterdessen von einer Verstärkung russischer Stellungen im georgischen Kernland. Laut einem von der EU vermittelten Waffenstillstandsabkommen muss sich die russische Armee aus Georgien zurückziehen. Das Abkommen unterzeichneten sowohl Russlands Präsident Dmitri Medwedew als auch Georgiens Staatschef Michail Saakaschwili.

TIFLIS: Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft an diesem Sonntag in der georgischen Hauptstadt Präsident Michail Saakaschwili. Merkel will sich nach dem fünftägigen Krieg um die von Georgien abtrünnige Provinz Südossetien vor allem darum bemühen, dass die vereinbarte Waffenruhe eingehalten wird. Am Freitag hatte die Bundeskanzlerin mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew über den Kaukasuskonflikt gesprochen. Dabei hatte Merkel einen vollständigen Abzug der russischen Soldaten aus dem georgischen Kernland gefordert. Zugleich machte sie klar, dass für Deutschland die territoriale Integrität Georgiens außer Frage stehe und Saakaschwili der demokratisch gewählte Präsident Georgiens sei. Das hatten in den vergangenen Tagen auch die USA mehrfach betont. Russland lehnt Saakaschwali als Verhandlungspartner ab.

MINSK: In Weißrussland ist der Oppositionspolitiker und frühere Präsidentschaftskandidat Alexander Kosulin überraschend aus dem Gefängnis entlassen worden. Das teilte seine Tochter in Minsk mit. Kosulin zählt zu den schärfsten Kritikern des autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko. Er war nach der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl im März 2006 wegen regierungskritischer Proteste zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Europäische Union hatte eine Freilassung Kosulins und anderer inhaftierter Oppositionspolitiker zur Bedingung für eine Wiederbelebung der Beziehungen erklärt. In Weißrussland finden am 28. September Parlamentswahlen statt.

WASHINGTON: Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat sich abermals dafür ausgesprochen, Spitzenverdiener steuerlich stärker zu belasten. Sollte er Präsident der USA werden, wolle er Steuererhöhungen für Familien, die mehr als 102.000 Euro verdienen würden, sagte Obama. Er äußerte sich auf einer Evangelikalen-Veranstaltung. Dort trat auch der Präsidentschaftsbewerber der US-Republikaner John McCain auf. Er betonte, als US-Präsident werde er die Terrororganisation El Kaida solange bekämpfen, bis sie völlig besiegt sei. Die USA müssten überall in der Welt Freiheit und Menschenrechte verteidigen. Erstmals im laufenden Wahlkampf waren beide Politiker gemeinsam auf einer Großveranstaltung aufgetreten.

TEL AVIV: Israels Verteidigungsminister Ehud Barak und der palästinensische Regierungschef Salam Fajad haben bei einem Treffen über sicherheitspolitische Fragen beraten. Nach Angaben des israelischen Militärrundfunks stand bei dem Treffen in Tel Aviv die geplante Freilassung von mehr als 150 palästinensischen Gefangenen im Mittelpunkt, die Israel für Ende August angekündigt hatte. Die israelische Regierung will demnach der Freilassung am Sonntag grundsätzlich zustimmen. Weiteres Thema war die Stationierung weiterer Polizeikontingente im Westjordanland.

JOHANNESBURG: Die simbabwische Opposition hat nach eigenen Angaben die vor einigen Tagen unterbrochenen Verhandlungen mit Staatschef Robert Mugabe über eine Teilung der Macht in dem südafrikanischen Land wiederaufgenommen. Die Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC) von Oppositionschef Morgan Tsvangirai teilte am Rande eines Gipfeltreffens der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft in Johannesburg mit, es gebe neue Gespräche. Tsvangirai erläuterte einen Vorschlag seiner Partei, wonach er den Posten des Ministerpräsidenten übernehmen würde. Mugabe könnte dem Plan zufolge Präsident bleiben, müsste aber einige seiner Machtbefugnisse abgeben. Bisher wollte die Opposition Mugabe nur als zeremoniellen Präsidenten akzeptieren. Mugabes umstrittene Wiederwahl zum Staatschef Ende Juni hatte in Simbabwe Unruhen ausgelöst, bei denen zahlreiche Menschen getötet oder vertrieben wurden.

BERLIN: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet einen Rekord bei den neuen Ausbildungsverträgen. Die Zahl der Verträge werde um drei bis vier Prozent auf 645.000 wachsen, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem ''Tagesspiegel am Sonntag". Allerdings äußerte sich Wansleben besorgt über die künftige Entwicklung. Die Zahl der Schulabgänger nehme ab, Unternehmen suchten händeringend Nachwuchs. Wer nicht genügend Fachkräfte finde, müsse vielleicht sogar schließen. In Teilen Ostdeutschlands sei das bereits heute zu sehen.

BERLIN: SPD-Chef Kurt Beck hat erneut eine Zusammenarbeit mit der Partei 'Die Linke' auf Bundesebene ausgeschlossen. Der Kanzlerkandidat seiner Partei werde sich im kommenden Jahr nicht mit den Stimmen der Linken zum Bundeskanzler wählen lassen, sagte Beck der Zeitung "Bild am Sonntag". Wegen der Außen- und Sicherheitspolitik, aber auch wegen der Wirtschafts- und Sozialpolitik sei mit der so genannten Linken kein Staat zu machen, sagte Beck.

ZU DEN OLYMPISCHEN SPIELEN: Schwimmerin Britta Steffen hat in Peking ihre zweite olympische Goldmedaille gewonnen. Die Berlinerin setzte sich nach ihrem Triumph über 100 Meter Freistil auch im Rennen über 50 Meter durch. US-Schwimmer Michael Phelps löste mit seinem achten Gold bei den Olympischen Spielen seinen Landsmann Mark Spitz als Rekordhalter ab. Phelps gewann am Sonntag mit seinen Teamkollegen Aaron Peirsol, Brendan Hansen und Jason Lezak die 4 x 100 Meter Lagen-Staffel in der Weltrekordzeit von 3:29,34 Minuten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechsel von Sonne und Wolken, meist trocken. Höchstwerte zwischen 19 Grad auf Rügen und bis 26 Grad entlang des Rheins.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 11 Grad, heiter;
Berlin: 14 Grad, nach Regen;
Dresden: 12 Grad, bewölkt;
Köln/Bonn: 13 Grad, fast wolkenlos;
Frankfurt am Main: 13 Grad, wolkig und
München: 11 Grad , leicht bewölkt.

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