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Nachrichten

Sonntag, 16. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BANGKOK: Auf dem Flughafen der thailändischen Ferien-Insel Phuket ist eine Passagiermaschine verunglückt. Die Maschine der thailändischen Fluggesellschaft One-Two-Go brach bei der Bruchlandung in zwei Teile auseinander. Nach ersten Medienberichten sind fast 130 Menschen an Bord. Der Pilot habe versucht, bei heftigem Regen und Wind zu landen; dabei sei das Flugzeug aus dem Gleichgewicht geraten. Mindestens acht Passagiere sollen verletzt worden sein.

BERLIN: Die Entscheidung des Grünen-Sonderparteitages gegen eine Mandatsverlängerung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan ist bei CDU/CSU und FDP auf Unverständnis gestoßen. Von FDP-Seite hieß es, die Grünen hätten sich von der Realpolitik verabschiedet; CDU/CSU warfen ihnen vor, sich aus der Verantwortung für die Menschen in Afghanistan und deren Sicherheit zu stehlen. Die Parteitags-Delegierten hatten ihren Abgeordneten empfohlen, bei der im Oktober im Bundestag anstehenden Abstimmung über eine Verlängerung des Einsatzes mit Nein zu stimmen. Die Parteispitze hatte ein 'Ja' empfohlen. In Berlin demonstrierten am Samstagabend bis zu 10.000 Menschen gegen die gekoppelte Verlängerung der beiden Mandate zu den Tornado-Überwachungsflügen sowie zur Beteiligung am Einsatz der Internationalen Schutztruppe ISAF.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung würde im Notfall auch ohne gesetzliche Grundlage ein von Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abschießen lassen, wenn Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord sind. Dem Magazin 'Focus' sagte er, wenn es kein anderes Mittel gebe, würde er den Befehl geben, um die Bevölkerung zu schützen. Es gebe das Recht des übergesetzlichen Notstandes. Er wünsche sich jedoch weiterhin, so Jung, dass in der Koalition ein Konsens über eine verfassungsrechtliche Grundlage gefunden werde. Das Bundesverfassungsgericht hatte das so genannte Luftsicherheitsgesetz, das auch den Abschuss eines von Terroristen entführten Passagierflugzeuges vorsah, 2006 abgelehnt. Aus Sicht der Richter wäre das im Grundgesetz verankerte Recht auf Leben verletzt, wenn von dem Abschuss auch Passagiere und Besatzungsmitglieder betroffen wären.

BERLIN: Die Kritik an der Äußerung des Kölner Kardinals Joachim Meisner zu 'entarteter Kunst' hält an. Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte die Äußerung sowohl vom Inhalt als auch von der Sprache her völlig inakzeptabel. Bundestagspräsident Norbert Lammert bezeichnete es als unbegreiflich, dass Meisner in seiner sonst klugen Predigt am Ende zu einer nicht zu begründenden Verallgemeinerung gegriffen habe. Der Kardinal hatte am Freitag gesagt, Kultur 'entarte', wenn man Kunst und Gottesverehrung trenne. Die Verwendung dieses von den Nationalsozialisten gebrauchten Begriffs hatte zu einem Sturm der Entrüstung geführt. Der Zentralrat der Juden bezeichnete Meisner als notorischen geistigen Brandstifter.

ATHEN: Bei den griechischen Parlamentswahlen zeichnet sich eine rege Wahlbeteiligung ab. Wie das Innenministerium in Athen bekanntgab, gaben bis 11.00 Uhr Ortszeit bereits rund 32 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Alle Umfragen deuten auf ein knappes Ergebnis zwischen der seit 2004 regierenden konservativ-bürgerlichen Partei "Neue Demokratie" unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis und der sozialistischen Oppositionspartei PASOK unter ihrem Vorsitzenden Giorgos Papandreou hin. Karamanlis hatte die vorgezogene Abstimmung Anfang August angesetzt, als die Umfragen für seine Partei noch günstig waren. Wegen des vielfach kritisierten Krisenmanagements der Regierung bei den verheerenden Waldbränden ist dieser Vorsprung jedoch deutlich geschrumpft.

MOSKAU: Der im Mordfall Litwinenko von Großbritannien gesuchte Ex-Spion Andrej Lugowoj tritt bei der russischen Parlamentswahl im Dezember als Kandidat der ultra-nationalistischen Liberaldemokraten (LDPR) an. Lugowoj werde auf der LDPR-Liste den zweiten Platz einnehmen, sagte Parteichef Wladimir Schirinowski in einem Fernsehinterview. Sollte die Partei die Sieben-Prozent-Hürde nehmen, würde Lugowoj als Abgeordneter Immunität vor einer Strafverfolgung genießen. Der russische Ex-Spion Alexander Litwinenko war im Herbst vergangenen Jahres in einem Londoner Hotel mit dem radioaktiven Gift Polonium vergiftet worden und an den Folgen gestorben. Die britische Justiz betrachtet Lugowoj als Hauptverdächtigen. Die russische Regierung hat eine Überstellung Lugowojs an Großbritannien abgelehnt.

BAGDAD: Die politische Bewegung des radikalschiitischen Geistlichen Moktada al Sadr hat sich aus der im Irak regierenden Schiiten-Allianz zurückgezogen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die eigenen politischen Forderungen Gehör fänden, teilte die Sadr-Bewegung mit. Damit verfügt die Regierung von Ministerpräsident Nuriki al Maliki nur noch über etwa die Hälfte der Mandate im Parlament. Die Bewegung al Sadrs hat in der Vergangenheit immer wieder vergeblich von al Maliki verlangt, den US-Truppen im Land ein Abzugsdatum zu setzen.

KABUL: In Afghanistan ist erneut ein Mitarbeiter einer humanitären Organisation entführt worden. Das "Komitee für ländlichen Fortschritt" aus Bangladesch berichtete, der Mann sei mit Gewalt aus seinem Büro in einer Provinzstadt südlich von Kabul entführt worden. Die bengalische Organisation arbeitet seit fünf Jahren in Afghanistan. Sie hilft dort Schulen, Straßen und Krankenhäuser zu bauen und vergibt Kleinkredite an Frauen. Wer hinter der Entführung steht, ist bislang unklar.

NEU-DELHI: Nach den schlimmsten Monsun-Regen seit Jahrzehnten sind in Indien und Bangladesch fast 13,5 Millionen Menschen obdachlos geworden. Zwischen Juni und September starben in Indien nach Regierungsangaben mehr als 2.200 Menschen durch Überschwemmungen und schwere Regenfälle. Im Nachbarland Bangladesch stieg die Zahl der Toten auf mindestens 1.000. Dort traten unzählige Flüsse über die Ufer und überfluteten tausende Dörfer. Die Ernteschäden in Bangladesch werden auf mehr als 200 Millionen Euro geschätzt. Auch in Nepal kamen bei Erdrutschen und Überschwemmungen mindestens 185 Menschen ums Leben.

BERLIN: Nach einer Serie von Rückrufaktionen will die EU-Kommission den Schutz vor giftigem Spielzeug deutlich verbessern. Die entsprechende Richtlinie werde derzeit komplett überarbeitet, sagte Verbraucherschutz-Kommissarin Meglena Kuneva der Zeitung 'Bild am Sonntag'. Zugleich brachte sie eine Art europäischen 'Spielzeug-TÜV' ins Gespräch. Zuletzt war vor allem Kinderspielzeug in die Schlagzeilen geraten, das in China hergestellt wurde. Einzelne Produkte waren etwa mit bleihaltiger Farbe lackiert.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Sonne; im Tagesverlauf zunächst an der Ostsee, später auch im Westen und Nordwesten ein Sonne-Wolken-Mix. Tageswerte zwischen 17 und 25 Grad.

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