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Nachrichten

Sonntag, 16. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LHASA: Die anti-chinesischen Proteste von Tibetern haben sich weiter ausgebreitet. Einige tausend Mönche und andere Tibeter demonstrierten nach Angaben von Exil-Tibetern in Aba in der chinesischen Provinz Sichuan. In der tibetischen Hauptstadt Lhasa herrscht nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste gespannte Ruhe. Das Hongkonger Fernsehen meldet, Hundertschaften des chinesischen Militärs patrouillierten in den Straßen. Die Führung in Peking ordnete an, dass auch die Kontrollen an der Grenze zu Nepal verstärkt werden sollen. Dorthin fliehen jedes Jahre tausende Tibeter aus ihrer Heimat. Der Dalai Lama warf China vor, in Tibet einen "kulturellen Völkermord" zu begehen. Er wolle eine internationale Untersuchung der Lage. Sein Ziel bleibe eine Autonomie Tibets innerhalb Chinas, bekräftigte das geistige Oberhaupt der Tibeter. - Die tibetische Exilregierung verfügt nach eigenen Angaben über bestätigte Berichte, wonach bislang rund 80 Menschen bei den Unruhen getötet wurden.

PEKING: Der Nationale Volkskongress hat den chinesischen Regierungschef Wen Jiabao mit fast 100 Prozent der Stimmen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Im Anschluss daran wählten die rund 3.000 Delegierten Wens Stellvertreter. Entgegen ersten Erwartungen wurde der am Samstag auf der jährlichen Plenarsitzung neu gewählte Vizepräsident Xi Jinping, dem gute Chancen auf die Nachfolge von Staats- und Parteichef Hu Jintao nachgesagt werden, nicht in die mächtige Militärkommission gewählt.

TIRANA: Auch einen Tag nach dem schweren Explosionsunglück in einer Munitionsfabrik in Albanien steht die genaue Zahl der Opfer noch nicht fest. Offiziell wurde der Tod von fünf Menschen bestätigt, darunter mehrere Kinder. Die Regierung in Tirana befürchtet jedoch noch viele weitere Opfer. Allein in dem zerstörten Hauptgebäude des Munitionsdepots sollen sich etwa 120 Menschen aufgehalten haben. Mehr als 240 Menschen wurden verletzt. Das Munitionsdepot und zahlreiche Wohngebäude in der Umgebung wurden vollständig zerstört. Weite Bereiche der Gefahrenzone auf dem Militärgelände nördlich der Hauptstadt Tirana seien noch nicht überprüft worden, heißt es. Als Unglücksursache werden Fehler beim Entschärfen von Munition vermutet. Albaniens Ministerpräsident Sali Berisha sprach von einer 'großen Tragödie'.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf dem Weg nach Israel. Anlass des dreitägigen Besuchs ist der 60. Jahrestag der Gründung des jüdischen Staates. Dem Besuch wird von beiden Seiten große Bedeutung zugemessen: so finden am Montag die ersten deutsch-israelischen Regierungsgespräche statt; am Dienstag spricht Merkel als erste ausländische Regierungschefin im israelischen Parlament, der Knesset. Dieses Recht ist sonst nur Staatsoberhäuptern vorbehalten. Merkel wird von sieben Ministern, mehreren Abgeordneten und Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft begleitet. Nach ihrer Ankunft will sie gemeinsam mit Präsident Schimon Peres das Grab von Staatsgründer David Ben Gurion in der Negev-Wüste besuchen.

MÜNCHEN: In fast 300 Städten und Kommunen Bayerns haben die Wahllokale an diesem Sonntag erneut geöffnet. Dort hatte beim ersten Wahldurchgang vor zwei Wochen keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten. Mit Spannung werden die Ergebnisse aus den Städten Augsburg, Regensburg, Würzbug und Passau erwartet. Dort liegen die Bewerber von CSU und SPD eng beieinander. In München steht die Wiederwahl von SPD-Oberbürgermeister Christian Ude bereits fest. Er wurde mit Zwei-Drittel-Mehrheit wiedergewählt. CSU und SPD hatten beim ersten Wahldurchgang herbe Stimmenverluste eingefahren. Gewinner waren die Grünen, freie Wählergruppen und die FDP.

PARIS: In Frankreich läuft die zweite Runde der Komunalwahl. Gewählt wird in den Kommunen, in denen kein Kandidat beim ersten Durchgang vor einer Woche eine absolute Mehrheit errang. Besonderes Interesse gilt den Großstädten Marseille, Toulouse und Straßburg, wo konservative und sozialistische Kandidaten eng beieinander liegen. In Paris gilt die Wiederwahl des Sozialisten Delanoë als sicher.

ROM: Der Verwaltungsrat der angeschlagenen italienischen Fluglinie Alitalia hat trotz eines deutlich geringeren Preises als erwartet ein Übernahmeangebot der französisch-niederländischen Gesellschaft Air France-KLM angenommen. Mit 138 Millionen Euro bietet Air France weniger als halb so viel wie zuletzt in Medienberichten geschätzt. Die Offerte liegt 81 Prozent unter dem derzeitigen Aktienkurs Alitalias. Nach stundenlanger Sitzung habe sich das Alitalia-Gremium in der Nacht zum Sonntag einstimmig für die Offerte ausgesprochen, hieß es aus Rom und Paris. Am Montag will die italienische Regierung über das Angebot beraten. Der Staat hält 49,9 Prozent an Alitalia.

LÜBECK: Die Deutsche Post AG plant eine massive Ausdünnung ihres Filialnetzes. Wie die 'Lübecker Nachrichten' berichten, will die Post bis zum Jahr 2011 rund 700 der bundesweit noch 800 eigenbetriebenen Filialen schließen. Entsprechende Pläne habe ein Konzernsprecher bestätigt. Danach sollen an den Standorten, die aufgegeben werden, private Partner wie Supermärkte, Bäckereien oder Kioskbetreiber die Post-Dienstleistungen anbieten. Die betroffenen 3.000 Post-Mitarbeiter werden nach Auskunft des Sprechers weiter in dem Unternehmen beschäftigt.

HOUSTON: Zwei Astronauten der US-Raumfähre "Endeavour" haben bei einem Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS einen neuen Roboter angebracht. Der Einsatz im All dauerte rund sieben Stunden. Der etwa 300 Millionen teure in Kanada entwickelte Roboterarm "Dextre" soll künftig als Verlängerung des ISS-Kranarms bei Bau- und Reparaturarbeiten im All die Astronauten entlasten.

ZUM SPORT: Der Brite Lewis Hamilton hat das erste Rennen der neuen Formel-1-Saison für sich entschieden. Der Vize-Weltmeister gewann im McLaren-Mercedes den Großen Preis von Australien vor den Deutschen Nick Heidfeld und Nico Rosberg. Heidfeld fuhr im BMW-Sauber auf Platz zwei. Williams-Fahrer Rosberg erzielte in Melbourne mit Rang drei das bislang beste Resultat seiner Karriere.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, nur wenig Sonne. Gebietsweise Schauer oder lang anhaltender Regen. Tageswerte zwischen sechs und 14 Grad.

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