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Nachrichten

Sonntag, 16. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

HAIFA: Bei einem libanesischen Raketenangriff auf die israelische Hafenstadt Haifa sind nach Berichten der örtlichen Medien mindestens acht Menschen getötet worden. Eine von der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz abfeuerte Rakete sei in einem belebten Teil der Stadt am Mittelmeer eingeschlagen, heißt es. Israels drittgrößte Stadt war schon am Donnerstag von Raketen aus dem Libanon getroffen worden. Es gab jedoch keine Toten. Israel hat die Hisbollah mehrmals gewarnt, Haifa mit seinen Industrieanlagen anzugreifen. Experten befürchten eine Umweltkatastrophe, sollte eine der Chemiefabriken getroffen werden.

KAIRO: Wegen der Militäroffensive Israels im Libanon und im Gazastreifen hat die Arabische Liga den Friedensprozess im Nahen Osten vorerst für gescheitert erklärt. Die Organisation forderte die Vereinten Nationen zum Eingreifen auf. Mehrheitlich unterstützten die arabischen Außenminister den Libanon und die Palästinenser. Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien kritisierten aber die libanesische Hisbollah-Miliz für die Entführung israelischer Soldaten. Jordaniens König Abdullah ersuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich für eine Waffenruhe einzusetzen.

ST. PETERSBURG: Die Staats- und Regierungschefs der G8-Länder haben die Sonderrolle Deutschlands bei der Kernenergie akzeptiert. Die G8-Mitgliedsstaaten dürften verschiedene Wege gehen, um eine sichere Energieversorgung zu erreichen, erklärten Delegationsmitglieder beim Gipfeltreffen in St. Petersburg. Die Bundesrepublik ist das einzige G8-Land, das am Ausstieg aus der Kernenergie festhält. Weitere zentrale Themen der Spitzenpolitiker der sieben führenden Industrienationen und Russlands sind der Nahost-Konflikt, der Atomstreit mit dem Iran sowie die nordkoreanischen Raketentests. - Russland richtet in diesem Jahr erstmals einen G8-Gipfel aus.

NEW YORK: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Nordkoreas jüngste Raketentests einstimmig verurteilt und das sofortige Ende der Versuche verlangt. Nordkorea wies das völkerrechtlich bindende Papier zurück und kündigte eine Fortsetzung seiner Raketenstarts an. Der Verabschiedung der Resolution war ein zehntägiges Ringen der 15 Ratsmitglieder um eine gemeinsame Reaktion vorausgegangen. Der Durchbruch kam in letzter Minute, als sich Japan und seine Verbündeten mit Rücksicht auf China und Russland zu einer Kompromissformel bereit erklärten. Allen UN-Mitgliedsländern ist künftig untersagt, Waffen oder waffenfähige Materialien an Nordkorea zu verkaufen. Darüber hinaus wird die Führung in Pjöngjang gedrängt, zu internationalen Gesprächen über sein Atomprogramm zurückzukehren.

KÖLN: Weitere 170 Bundeswehr-Soldaten sind vom Köln-Bonner Flughafen aus Richtung Zentralafrika gestartet. Damit ist die Verlegung des deutschen Hauptkontingents für den Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo weitgehend abgeschlossen. Insgesamt werden im Kongo sowie im benachbarten Gabun 780 Bundeswehr-Soldaten stationiert. Sie sollen gemeinsam mit Einheiten aus anderen EU-Ländern die ersten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Kongo seit Jahrzehnten absichern. Als Termin für die Abstimmungen ist der 30. Juli angesetzt.

BERLIN: In der großen Koalition gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Verwendung des Überschusses der Bundesagentur für Arbeit. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" könnte der Überschuss allein in diesem Jahr bis zu sieben Milliarden Euro betragen. Führende CDU-Politiker wie der saarländische Ministerpräsident Peter Müller forderten, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung von 2007 an kräftiger als bislang geplant abzusenken. Dagegen plädierte der SPD-Vorsitzende Kurt Beck dafür, die Mehreinnahmen zur Sanierung des Bundeshaushalts einzusetzen. - Der Deutsche Gewerkschaftsbund verlangte, mit dem Überschuss der Bundesagentur 50.000 neue Ausbildungsplätze zu finanzieren.

BERLIN: Das Bundesinnenministerium plant nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins 'Der Spiegel' eine Verschärfung des Ausländerrechts. Dies gehe aus einem internen Prüfbericht hervor. Danach sollen Sozialhilfeempfänger keine ausländischen Ehepartner mehr ins Land holen dürfen. Die obligatorischen Integrationskurse würden nur noch dann anerkannt, wenn die Sprachprüfung erfolgreich abgeschlossen werde. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es handle sich bei dem Bericht um Stellungnahmen von Politikern und Verbänden zum Zuwanderungsgesetz, das seit 2005 in Kraft ist. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, nannte die Vorschläge überflüssig.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat Kritik an der Arbeit der großen Koalition geübt und mehr Entschlossenheit bei der Umsetzung von Reformen angemahnt. Die Regierung aus Union und SPD sei zu sehr in Parteipolitik verhaftet und zu wenig konzentriert auf Sachprobleme, sagte Köhler dem ZDF. Die Besonderheiten einer großen Koalition seien keine Entschuldigung, große Themen nicht entschlossen anzupacken. Ressourcen dürften nicht gebunden werden in politischen Sandkastenspielen, so Köhler wörtlich.

QUITO: In Ecuador haben die Behörden nach dem Ausbruch des Vulkans Tungurahua den Notstand für die Region ausgerufen und mehrere tausend Bewohner in Sicherheit bringen lassen. Schulen und Kirchen wurden zu Notunterkünften umfunktioniert, nachdem Lavaströme von dem mehr als 5.000 Meter hohen Berg Straßen blockiert und Brücken zerstört hatten. Der Tungurahua liegt knapp 130 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito und war zuletzt 1999 ausgebrochen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überall viel Sonne, nur im Nordosten gebietsweise einige Quellwolken. Die Höchstwerte bewegen sich zwischen 23 und 31 Grad.

Am Vormittag meldeten bei weitgehend wolkenlosem Himmel:

Hamburg: 17 Grad;
Berlin: 17 Grad;
Dresden: 15 Grad;
Köln/Bonn: 19 Grad;
Frankfurt am Main: 18 Grad und
München: 16 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 16.07.2006
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  • Datum 16.07.2006
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