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Nachrichten

Sonntag, 16. April 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

ROM: Papst Benedikt XVI. hat im Petersdom erstmals die Liturgie der Osternacht gefeiert. Gemeinsam mit 24 Kardinälen und vor tausenden Gläubigen erinnerte der Papst in der mitternächtlichen Messe an die Auferstehung Christi von den Toten. In seiner Predigt betonte er, von der Auferstehung gehe bis heute ein Signal der Hoffnung aus. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist an diesem Sonntag die Ostermesse auf dem Petersplatz. Am Mittag wird Benedikt den traditionellen Segen 'urbi et orbi' spenden. Um das Ereignis mitzuerleben, sind mehr als eine halbe Million Pilger und Touristen nach Rom gereist.

KÖLN: Für die Integration von Ausländern sollten nach den Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, grundsätzlich neue Konzepte entwickelt werden. Politiker, aber auch die Immigranten selbst müssten sich stärker engagieren, sagte Lehmann dem Deutschlandfunk in Köln. Wenn Immigranten vorhätten, längere Zeit in der Bundesrepublik zu bleiben, müssten ihre Kinder auch Deutsch lernen. Mit Blick auf so genannte Ehrenmorde in Migrantenfamilien betonte Lehmann, die Kirche und andere gesellschaftliche Gruppen sollten solche Praktiken noch lauter und noch deutlicher ächten.

BERLIN: Die Wirtschaft hat die Forderung des künftigen SPD-Chefs Kurt Beck nach höheren Steuereinnahmen zurückgewiesen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sprach von Gift für die Konjunktur. Er verwies darauf, dass im nächsten Jahr ohnehin die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent erhöht werde. Rückendeckung erhielt Beck dagegen vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Der Staat sollte sich das Geld aber nicht bei den so genannten kleinen Leuten besorgen, sondern bei denen, die er im vergangenen Jahrzehnt steuerpolitisch geschont habe, sagte DGB-Chef Michael Sommer. Beck hatte kürzlich erklärt, die Mehrwertsteuer-Erhöhung reiche vermutlich nicht aus, um Deutschland zukunftsfähig zu gestalten.

BERLIN: Mit seinem Vorschlag zur künftigen Finanzierung des Gesundheitssystems stößt Unionsfraktionschef Volker Kauder nun auch parteiintern auf Kritik. Mehr Steuergelder in den sozialen Sicherungssystemen würden nicht helfen, sagte Nordrhein-Westfalens CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers der 'Welt am Sonntag'. Sein Thüringer Kollege Dieter Althaus meinte, eine weitere Steuererhöhung passe nicht in die politische Landschaft. Auch Vertreter der Wirtschaft und der FDP kritisierten nochmals Kauders Pläne. Dieser hatte dafür geworben, die Krankenkassenbeiträge für Kinder über einen so genannten Gesundheitssoli auf die Lohn- und Einkommensteuerschuld oder über eine höhere Einkommensteuer zu finanzieren.

NEW YORK: Der frühere Anti-Terror-Chef Richard Clarke hat die USA vor einem Angriff auf den Iran gewarnt. Als Antwort würde die Islamische Republik ihr terroristisches Netzwerk benutzen, um amerikanische Ziele in der Welt anzugreifen, auch in den USA selbst, schrieb der frühere Anti-Terror-Experte des US-Präsidialamtes in der 'New York Times'. In einem Bericht der britischen 'Sunday Times' heißt es, tausende Selbstmordattentäter stünden bereit für den Fall, dass iranische Atomeinrichtungen von den USA und Großbritannien angegriffen werden sollten.

BAGDAD: Im Irak sind bei neuen Gewaltakten und Kämpfen wieder mehrere Menschen getötet worden. Bei der Explosion einer Autobombe nahe einer Moschee in der irakischen Hauptstadt wurden nach Polizeiangaben vier Menschen getötet. Sechs Menschen starben in der Stadt Jussifija als US-Soldaten ein Haus stürmten. Nach Angaben der US-Armee handelt es sich bei den Toten um Extremisten, die Sprengstoffgürtel getragen hatten. In der Nähe der südirakischen Stadt Basra wurde ein britischer Soldat durch eine Bombe getötet.

KABUL: Mutmaßliche Taliban-Kämpfer haben im Südosten Afghanistans fast zeitgleich drei Polizeiposten überfallen. Mehrere der Angreifer seien getötet worden, Polizisten seien nicht zu Schaden gekommen, teilten die Behörden mit. Am Samstag waren bei einer Offensive afghanischer Sicherheitskräfte in der Provinz Kandahar fast 50 Menschen getötet worden. Unter den Toten sind vor allem Mitglieder der radikal-islamischen Taliban.

MANILA: Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo hat anlässlich des Osterfestes alle Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umwandeln lassen. Das bestätigte Arroyo in einer Rede am Ostersonntag. -- Die Todesstrafe war auf den Philippinen 1987 abgeschafft, 1994 aber wieder eingeführt worden. Zur Zeit sitzen auf den Philippinen etwa 1.200 Menschen in Todeszellen.

KHARTUM: Die Vereinten Nationen haben besorgt auf die Drohung der Regierung im Tschad reagiert, etwa 200.000 Flüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion Darfur auszuweisen. Der UN-Sondergesandte für den Sudan, Jan Pronk, sagte, ein derartiger Schritt verletze die internationalen Menschenrechte. An die Regierungen des Tschad und des Sudan appellierte er, ihren Streit auf diplomatischem Weg zu lösen. Tschads Präsident Idriss Deby wirft dem Sudan vor, einen Umsturzversuch regierungsfeindlicher Rebellen unterstützt zu haben.

BELGRAD: In Serbien hat die Regierung wegen des Hochwassers in allen zehn Regionen des Landes den Notstand ausgerufen. Besonders kritisch ist die Situation in Smederevo, etwa 40 Kilometer östlich der Hauptstadt Belgrad. Dort liegt der Pegel der Donau 40 Zentimeter über dem bisherigen Höchststand. Hunderte Häuser stehen unter Wasser. Ihre Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Auch in Rumänien hat sich die Lage verschärft. Mehrere Deiche entlang der Donau gaben unter dem Druck des Wassers nach.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Regen oder Schauer. Windig. Von der Ostsee bis zur Ems und im Donauraum etwas freundlicher. Höchstwerte neun bis 14 Grad, in der Südhälfte bis 18 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 8 Grad, leichter Regen;
Berlin: 9 Grad, nach Regen;
Dresden: 13 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 10 Grad, nach Regen;
Frankfurt am Main: 11 Grad, Regen und
München: 11 Grad, wolkig.

  • Datum 16.04.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8Gs9
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