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Nachrichten

Sonntag, 15. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

NEW YORK: Knapp eine Woche nach dem mutmaßlichen Atomwaffentest Nordkoreas hat der UN-Sicherheitsrat Strafmaßnahmen gegen das kommunistische Land verhängt. In der von den 15 Ratsmitgliedern einstimmig gebilligten Resolution heißt es, Nordkorea müsse komplett, nachprüfbar und unumkehrbar auf sein Atomprogramm verzichten und alle seine bisher gebauten Nuklearwaffen vernichten. Bis dahin gilt ein Waffenembargo. So dürfen zum Beispiel Panzer, Hubschrauber und Raketen nicht mehr nach Nordkorea geliefert werden. Zudem sind Kontensperrungen, Reiseverbote und Kontrollen des Warenverkehrs vorgesehen. Auf Drängen Russlands und Chinas ist der Einsatz militärischer Gewalt zur Durchsetzung der Sanktionen aber ausdrücklich nicht vorgesehen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat die Nordkorea-Resolution des Sicherheitsrates als Zeichen der Geschlossenheit begrüßt. Die Entschließung zeige, dass sich die Staatengemeinschaft in der Ablehnung der nordkoreanischen Nuklearwaffen-Pläne einig sei. Auch Japan begrüßte die Resolution. Zugleich teilte Ministerpräsident Shinzo Abe mit, seine Regierung erwäge weitere Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Die südkoreanische Regierung erklärte, der kommunistische Norden müsse für die Folgen seines Verhaltens die Verantwortung tragen.

KABUL: Eine Woche nach der Ermordung von zwei deutschen Journalisten in Afghanistan ist dort ein italienischer Fotoreporter entführt worden. Er befand sich auf dem Weg von der südafghanischen Provinz Helmand in die Nachbarprovinz Kandahar, wie ein Behördensprecher mitteilte. Unklar ist, ob der Italiener von Taliban-Rebellen verschleppt wurde. Am Samstag vergangener Woche waren im Norden Afghanistans zwei freie Mitarbeiter der Deutschen Welle erschossen worden. Von den Tätern fehlt jede Spur.

BEIRUT: Die Deutsche Marine übernimmt an diesem Sonntag das Kommando des UN-Friedenseinsatzes vor der Küste des Libanon. Wie die Bundeswehr mitteilte, ist im Hafen von Beirut eine feierliche Zeremonie geplant. Deutschland beteiligt sich mit bis zu 2.400 Soldaten an der UNIFIL-Mission. Dem Marineverband werden auch Schiffe aus den Niederlanden, Schweden, Norwegen und Dänemark angehören. Ziel des Einsatzes vor der libanesischen Küste ist es, Waffenlieferungen an die radikal-islamische Hisbollah-Miliz zu unterbinden.

BEIRUT: In der libanesischen Hauptstadt sind nahe des UN-Sitzes mehrere Granaten in ein Gebäude eingeschlagen. Das Gebäude liegt etwa 30 Meter vom UN-Sitz entfernt. Nach Angaben der libanesischen Polizei wurden sechs Menschen verletzt.--Für das UN-Gebäude in Beirut gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen.

QUITO: In Ecuador werden ein neuer Präsident und ein neues Parlament gewählt. In dem lateinamerikanischen Land sind 9,2 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen. Umfragen sehen den früheren Wirtschaftsminister Rafael Correa vorn. Correa steht dem linksnationalistischen Präsidenten Venezuelas, Hugo Chavez, nahe.--Ecuador, das vor allem vom Erdöl-Export lebt, war in den vergangenen Jahrzehnten von Instabilität geprägt. Die letzten drei Präsidenten wurden gestürzt.

BERLIN: Eine Beteiligung des deutschen Staates am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS rückt nach Medieninformationen näher. Wie das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' berichtet, sind die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und Daimler-Chrysler weit fortgeschritten. Der Autokonzern will seine EADS-Beteiligung von 22,5 auf 15 Prozent reduzieren. Diese 7,5 Prozent sollen die deutsche Staatsbank KfW und das Bundesland Hamburg übernehmen, so 'Der Spiegel'. Hamburg ist Standort des größten deutschen Werks der EADS-Tochter Airbus, die durch Probleme beim Großraumflugzeug A380 in schwere Turbulenzen geraten ist. - Befürworter einer Staatsbeteilgung an EADS argumentieren, nur so könnten deutsche Interessen bei der Airbus-Sanierung gewahrt werden, insbesondere gegenüber Frankreich.

BERLIN: Die von SPD-Chef Kurt Beck angestoßene Debatte über ein wachsendes 'Unterschichten-Problem' in Deutschland zieht weitere Kreise. Nach einer Studie im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert- Stiftung gehören der neuen gesellschaftlichen Unterschicht 20 Prozent der Ostdeutschen und vier Prozent der Westdeutschen an. Die Studie soll nun in das neue Grundsatzprogramm der Sozialdemokraten einfließen. SPD-Vorstandsmitglied Ottmar Schreiner gab seiner eigenen Partei die Schuld am Entstehen der neuen Untersicht. Armut und soziale Ausgrenzung seien das Ergebnis der 'liberalistischen Arbeitsmarktpolitik' von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, sagte Schreiner.

BERLIN: Nach dem tragischen Tod eines Kleinkindes aus Bremen hat Familienministerin Ursula von der Leyen gefordert, Kinderrechte in der Verfassung zu verankern. Kinder bräuchten eine gewaltfreie Erziehung und frühe Bildung, sagte die CDU-Politikerin der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung'. Dabei müsse auch die besondere Schutz- und Förderfunktion des Staates klargestellt werden. - Der Tod des zweijähigen Kevin hatte zum Rücktritt der Bremer Sozialsenatorin Karin Röpke geführt. Der Junge, der unter der Vormundschaft des Jugendamtes stand, war tot im Kühlschrank seines drogenabhängigen Vaters gefunden worden.

ZUM FUSSBALL: Mit einem 6:0-Sieg bei Aufsteiger Bochum hat sich Bremen an die Spitze der 1. Bundesliga gesetzt. Mit ebenfalls 13 Punkten folgen München und Schalke auf den Plätzen zwei und drei. Die Münchner besiegten Berlin mit 4:2; Schalke setzte sich in Hamburg mit 2:1 durch.
Die weiteren Ergebnisse vom Samstag:
Stuttgart -Leverkusen 3:0; Mönchengladbach - Wolfsburg 3:1 und Hannover - Frankfurt 1:1.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Auflösung von Nebel meist heiter bis wolkig und trocken. Höchsttemperaturen zwischen zehn Grad im Nordosten und bis zu 20 Grad im Südwesten.

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