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Nachrichten

Sonntag, 15. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LAHORE: Pakistans Oppositionschef Nawaz Sharif hat sich seinem Hausarrest widersetzt. Vor seinem Haus in der Stadt Lahore redete er zu Hunderten Anhängern, die sich dort versammelt hatten. Die Anordnung der Regierung bezeichnete er als "illegal" und rief alle auf, ihm zu folgen. Sharif wollte den Sternmarsch von Juristen und Oppositionellen zur Wiedereinsetzung abgesetzter Richter auf die Hauptstadt Islamabad am Montag anführen. Er, einige Parteimitglieder sowie der Organisator des Marsches waren an diesem Sonntag unter Hausarrest gestellt worden. Die Polizei in Lahore setzte später Tränengas gegen Demonstranten ein, die gegen die Anordnung protestierten.

JERUSALEM: Israels scheidender Regierungschef Ehud Olmert erwägt einen neuen Gefangenenaustausch mit der radikal-islamischen Palästinensergruppe Hamas. Das verlautete aus seinem Umfeld. Olmert selbst gab an, er werde nach der für Montag anberaumten Kabinettssitzung eine Entscheidung treffen. Zunächst werde der Bericht der beiden israelischen Unterhändler abgewartet, die unter ägyptischer Vermittlung in Kairo mit der Hamas verhandelten. Hauptsächlich geht es dabei um die Freilassung des im Juni 2006 von militanten Palästinensern entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit.

LONDON: Nach dem Finanzminister-Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sehen sich Frankreich und Deutschland in ihren Bemühungen bestätigt, die Märkte strenger zu regulieren und Steueroasen auszutrocknen. Die anderen Kollegen der G-20 hätten sich in diese Richtung bewegt, erklärte die französische Finanzministerin Christine Lagarde nach den Beratungen in Horsham bei London. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück begrüßte entsprechende Zugeständnisse seitens der USA und Großbritannien. Noch vor zwei Jahren hätten sie sich dieser Themen nicht annehmen wollen, sagte Steinbrück. Die Finanzminister und Notenbankchefs der G-20 bekräftigten ihren Willen, die Weltwirtschaft wieder anzukurbeln und die Kreditvergabe durch die Banken wieder in Gang zu bringen.

BELFAST: Aus Nordirland werden neue Unruhen gemeldet. In der Ortschaft Lurgan südwestlich von Belfast schleuderten vermummte Jugendliche Steine und Brandbomben auf die Polizei. Nach Behördenangaben wurde niemand verletzt. Die Demonstranten hätten die wichtigste Bahnstrecke von Belfast nach Dublin blockiert, hieß es. Zuvor hatte die Polizei eine Woche nach dem Anschlag auf britische Soldaten in der Nähe von Belfast drei Verdächtige festgenommen. Zu dem Anschlag hatte sich die "Wahre IRA" bekannt, eine Splittergruppe der katholischen Untergrundorganisation IRA.

PARIS: Bei neuen Krawallen in der Pariser Vorstadt Les Mureaux sind 21 Polizisten leicht verletzt worden. Es habe mehrere Festnahmen gegeben, heißt es in Agenturberichten. Etwa 100 Jugendliche seien an den Krawallen beteiligt gewesen. Die Beamten hätten bei ihnen auch selbst gebastelte Brandsätze gefunden. Seit einer Woche gibt es in Les Mureaux Unruhen, nachdem ein junger Mann aus der Stadt bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben gekommen ist.

KHARTUM: Die drei in der sudanesischen Unruheprovinz Darfur verschleppten Mitarbeiter der Hilfsorganisation 'Ärzte ohne Grenzen' sind wieder frei. Dies bestätigte der Generaldirektor der Hilfsorganisation in Belgien, Christopher Stokes. Es sei kein Lösegeld gezahlt worden. Ähnlich äußerte sich auch der italienische Außenminister Franco Frattini. Die drei aus Italien, Frankreich und Kanada stammenden Helfer sowie ein sudanesischer Kollege waren am Mittwoch von unbekannten Bewaffneten in Darfur verschleppt worden.

SAN SALVADOR: In El Salvador wird an diesem Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Erstmals seit dem Ende des zwölfjährigen Bürgerkrieges 1992 könnte dabei die rechts-konservative Arena-Partei besiegt werden und sich ein linksgerichteter Staatschef aus den Reihen der einstigen Guerilla-Bewegung FMLN durchsetzen. Deren Kandidat ist der Fernsehjournalist Mauricio Funes, der das Land nach brasilianischem Vorbild reformieren will. Für die Arena-Partei tritt der ehemalige Polizeichef Rodrigo Ávila an.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg reist an diesem Sonntag zu einem Besuch in die USA. Dabei will er mit der US-Regierung sowie der Spitze des Autobauers General Motors (GM) Lösungen für die Krise der deutschen GM-Tochter Opel ausloten. Am Montagabend trifft Guttenberg in Washington mit GM-Chef Rick Wagoner zusammen. Am Dienstag berät er die Situation mit dem neuen US-Finanzminister Timothy Geithner und dem Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama, Larry Summers. Zentrale Fragen sind eine Teil-Herauslösung der 100-Prozent-Tochter Opel aus dem Mutterkonzern, damit mögliche staatliche Hilfen nicht in die USA abfließen, sowie die Rechte an Patenten und Lizenzen.

BERLIN: Nach dem Amoklauf von Winnenden hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Aufmerksamkeit bei Eltern und Erziehern angemahnt. Das sei die Lehre aus den schrecklichen Ereignissen, sagte sie im 'Deutschlandfunk'. Waffen müssten so sicher aufbewahrt werden, dass Kinder nicht an sie rankämen. Um das zu erreichen, seien auch unangemeldete Kontrollen denkbar. Zur Diskussion über ein Verbot von Gewaltvideos sagte die Kanzlerin, man dürfe nicht nur mit der Freiheit des Internets argumentieren. Merkel räumte allerdings ein, man werde Amokläufe nie ganz verhindern können. - Innenminister Wolfgang Schäuble warnte vor schnellen Gesetzesinitiativen. Man könne so kurz nach dem Amoklauf noch nicht wissen, welche Gesetze zur Prävention nötig seien, sagte Schäuble der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung'. Bei einem Treffen mit europäischen Innenministern an diesem Sonntag wolle er auch über Erfahrungen mit Jugendgewalt sprechen.

DHARAMSALA: Der Dalai Lama hat Chinas Angebot begrüßt, die Gespräche über eine Zukunft Tibets wieder aufzunehmen. Seine Heiligkeit sei weiter bereit, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden, erklärte Samdhong Rinpoche, Chef der tibetischen Exil-Regierung mit Sitz im indischen Dharamsala. Der Dalai Lama strebe keine Unabhängigkeit Tibets an, bleibe aber bei seiner Forderung nach einer "wahren Autonomie" innerhalb Chinas. Die Gespräche waren im Oktober 2008 abgebrochen worden. In Tibet blieb es am Samstag, dem ersten Jahrestag der anti-chinesischen Proteste, offenbar ruhig. Unabhängige Informationen gibt es nicht, da keine Ausländer in die vom Aufruhr betroffenen Gebiete reisen dürfen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken und zeitweise Regen. Im Nordosten zeigt sich auch die Sonne. Höchstwerte zwischen sechs und zwölf Grad.


Zuletzt meldeten:


Hamburg und Dresden: 6°, leichter Regen;

Berlin: 7°, leichter Regen;

Köln/Bonn: 7°, bedeckt;

Frankfurt am Main: 9°, stark bewölkt und

München: 6°, bedeckt.

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