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Nachrichten

Sonntag, 15. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Nach der Ablehnung des EU-Reformvertrags durch die Iren wird in der Europäischen Union weiter lebhaft über die Folgen diskutiert. Der polnische Regierungschef Donald Tusk sagte, Polen und andere Befürworter des Vertrags sollten das Ratifizierungsverfahren fortsetzen. Es sollte eine Lösung gefunden werden, damit die Regelungen des Vertrags von Lissabon trotz des irischen Neins in Europa angewendet werden könnten. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sprach sich für mehr Transparenz bei den EU-Entscheidungen aus. Als eine Möglichkeit zu mehr Bürgernähe nannte er die Direktwahl des künftigen EU-Ratspräsidenten. Die französische Finanzministerin Christine Lagarde zeigte sich sicher, dass es einen neuen Vertrag oder eine andere Verständigung auf Reformen geben werde. In einem Referendum hatte Irland am Donnerstag den Reformvertrag abgelehnt, der die EU demokratischer und handlungsfähiger machen sollte.

PEKING: Deutschland will in der von dem Erdbeben am schlimmsten verwüsteten chinesischen Region Dujiangyan acht Schulen wieder aufbauen und für sie die Patenschaft übernehmen. Das kündigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der chinesischen Stadt Chongqing an. Er eröffnete dort eine prominent besetzte Konferenz, die sich mit der zunehmenden Verstädterung Chinas befasst. Finanziert wird das bis zu drei Millionen Euro teure Wiederaufbauprojekt vom Auswärtigen Amt in Berlin und der deutschen Wirtschaft. Damit erhöht sich die deutsche Hilfe für das Katastrophengebiet auf 24 Millionen Euro. Steinmeier wird am Nachmittag in Chengdu und Dujiangyan erwartet, wo das Beben Mitte Mai etwa 80.000 Menschen tötete rund 80 Prozent der Infrastruktur zerstörte.

N'DJAMENA: Mutmaßliche Gegner des tschadischen Präsidenten Idriss Deby haben nach Regierungsangaben die Stadt Goz Beïda im Osten des Landes angegriffen. Dabei kamen auch irische und niederländische Soldaten der europäischen Friedenstruppe EUFOR unter Beschuss, wie deren Sprecher Gavin Young mitteilte. Der tschadische Kommunikationsminister Mahamat Hissene machte vom Sudan unterstützte regierungsfeindliche Rebellen für den Angriff verantwortlich. Beide Länder werfen sich vor, Rebellengruppen im Nachbarland zu unterstützen. Der Sudan hatte deshalb vor wenigen Wochen die diplomatischen Beziehungen zum Tschad abgebrochen. Die 4.000 Mann starke EUFOR-Truppe im Osten des Tschad soll vor allem die rund 300.000 Flüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion Darfur vor Übergriffen schützen.

TEL AVIV: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat ihre Vermittlungsgespräche in Israel aufgenommen. Am Morgen kam sie mit ihrer israelischen Kollegin Zipi Liwni zusammen, um über Fragen der Siedlungspolitik zu sprechen. Rice hatte am Samstag auf dem Flug nach Tel Aviv die Ankündigung Israels kritisiert, im Westjordanland 1.300 neue Wohnungen zu bauen. Israel betrachtet das betroffene Areal als Teil Jerusalems. Rice forderte zugleich von Israel, mehr Straßensperren im Westjordanland aufzuheben. Sie verstehe die Sicherheitsbedürfnisse Israels, aber Jerusalem sei Verpflichtungen eingegangen, das Leben der Palästinenser zu erleichtern.

BAGDAD: Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat Aufständische in der Schiiten-Hochburg Amara per Ultimatum aufgefordert, sich zu ergeben. Innerhalb von vier Tagen sollten diese sich freiwillig stellen und ihre Waffen den Sicherheitskräften aushändigen, sagte der Regierungschef. Dies sei die "letzte Chance" der Rebellen. Polizei und Armee wollen nach Angaben örtlicher Behördenvertreter in der 250.000-Einwohner-Stadt gegen Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Moktada al-Sadr vorgehen. Sie errichteten dort bereits mehrere Kontrollposten. Die Bevölkerung wurde auf Flugblättern aufgefordert, zu Hause zu bleiben und den Einsatz nicht zu stören.

BERLIN: Nach der gewaltsamen Befreiung von mehr als 1.100 Häftlingen aus einem Gefängnis in Kandahar haben die radikal-islamischen Taliban mit weiteren Angriffen in Afghanistan gedroht. Die befreiten Kämpfer würden sich umgehend wieder eingliedern und die nächsten Angriffe gegen die Internationale Schutztruppe ISAF und alle die vorbereiten, die mit der afghanischen Regierung zusammenarbeiteten, sagte Taliban-Sprecher Kari Mohammed Jusif Ahmadi gegenüber 'Spiegel Online'. - Bei eine Großfahndung von Sicherheitskräften und NATO-Soldaten wurden erst 20 der geflohenen Häftlinge gefasst.

TOKIO: Nach dem schweren Erdbeben im Nordosten Japans ist die Zahl der Toten auf neun gestiegen. Der Fernsehsender NHK berichtet, Rettungskräfte hätten unter den Trümmern eines Gasthauses in der Provinz Miyagi drei Leichen gefunden. Etwa 1.000 Helfer setzten die Suche nach Vermissten fort. Bei dem Beben der Stärke 7,2 in der bergigen Region von Tohoku waren außerdem mehr als 220 Menschen verletzt worden. Vielerorts gingen Erdrutsche nieder. Etwa 90 Häuser wurden beschädigt.

PEKING: Durch Hochwasserfluten nach heftigen Regenfällen sind in Südchina mindestens 55 Menschen ums Leben gekommen. Sieben Menschen werden vermisst. Die Wassermassen zerstörten tausende Häuser und überflutete weite Ernteflächen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, mehr als eine Million Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen. Betroffen war auch Sichuan, das noch immer mit den Folgen des verheerenden Erdbebens vom Mai zu kämpfen hat. - Ferner wurden bei einem Bergrutsch in Luliang in der Provinz Shanxi in Nordchina 19 Arbeiter getötet, als Erdmassen eine Fabrik verschütteten.

BERLIN: Die Pläne der SPD für eine Ausweitung der Altersteilzeit sind bei der CDU auf strikte Ablehnung gestoßen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sprach von einer Belastung für die große Koalition. Union und SPD hätten sich darauf verständigt, keine Frühverrentungsmodelle in dieser Form mehr zu fördern. Ziel sei, gerade die Beschäftigung der über 55-jährigen zu steigern. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla bezeichnete die SPD-Pläne als zu kostspielig. Um Härten bei der Rente mit 67 abzumildern, will die SPD die flexiblen Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand ausbauen. Danach sollen Arbeitnehmer schon mit 60 statt wie bislang erst mit 63 Jahren in Teilrente gehen können.

ZUM SPORT: Vier Jahre nach dem überraschenden Gewinn der Fußball-Europameisterschaft in Lissabon hat Griechenland den Titel verloren. Das Team von Trainer Otto Rehhagel unterlag der ersatzgeschwächten russischen Mannschaft in Salzburg 0:1 und muss bereits nach der Vorrunde die Koffer packen. Zuvor hatte Spanien in Innsbruck Schweden mit 2:1 bezwungen und zog damit ins Viertelfinale ein.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und im Süden wechselhaft und vereinzelt Schauer. In der Mitte meist bedeckt und schauerartiger Regen. Höchstwerte 12 bis 20 Grad Celsius.

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