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Nachrichten

Sonntag, 15. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

TEHERAN: Ungeachtet internationaler Warnungen und Proteste ist der Iran nicht bereit, sein umstrittenes Atomprogramm aufzugeben. Präsident Mahmud Ahmadinedschad versicherte, sein Land wolle die Nuklear-Technologie nur für friedliche Zwecke nutzen. Damit verstoße der Iran in keiner Weise gegen den Atomwaffensperrvertrag. Sollte der Westen dennoch den Weltsicherheitsrat einschalten, könnte dies den Frieden weltweit gefährden, betonte Ahmadinedschad. Das Außenministerium in Teheran forderte neue Verhandlungen mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien, um doch noch eine Lösung im Atomstreit zu finden. Die drei Länder bemühen sich im Auftrag der Europäischen Union seit Jahren um eine Beilegung des Konflikts.

KUWAIT-STADT: Der Emir von Kuwait, Scheich Dschaber el Ahmed el Sabah, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er hatte Kuwait seit 1977 regiert. Kuwait ist einer der Gründerstaaten der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) und verfügt über ein Zehntel der weltweiten Erdölreserven. Der kleine Golfstaat ist ein enger Verbündeter der USA in der Region.

BERLIN: Der SPD-Fraktionsvorsitzende und frühere Verteidigungsminister Peter Struck hat Vorwürfe zurückgewiesen, die ehemalige rot-grüne Bundesregierung habe den Irak-Krieg heimlich unterstützt. Die Behauptung, Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes hätten der US-Armee Angriffsziele im Irak genannt, sei unzutreffend. Struck reagierte damit auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Das Magazin hatte ohne Angabe von Quellen gemeldet, BND-Mitarbeiter hätten 2003 auch Informationen über Truppenbewegungen und Verteidigungsstellungen an die USA weitergegeben.

NABLUS: Im nördlichen Westjordanland haben israelische Soldaten zwei Palästinenser erschossen. Augenzeugenberichten zufolge handelt es sich bei den Toten um eine Mutter und ihren 20-jährigen Sohn. Israels Armee erklärte, aus dem Gebäude der Familie nahe Nablus sei auf die Soldaten gefeuert worden, die dann zurückgeschossen hätten.

BERLIN: Die Bundesregierung prüft, ob deutsche Soldaten bei der Sicherung der Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt werden können. Hintergrund ist eine Bitte der Vereinten Nationen an die Europäische Union zur Entsendung einer rund 1.500 Mann starken Eingreiftruppe. Die Soldaten aus der EU sollen die UN-Einheiten bei der Absicherung der für April geplanten Wahl im Kongo unterstützen. Im Gespräch ist die Entsendung deutscher Fallschirmjäger. - Bereits in den kommenden Tagen soll ein Erkundungsteam des EU-Militärstabs in das zentralafrikanische Land aufbrechen.

MAINZ: Die SPD-Spitze berät bei einer Klausurtagung in Mainz an diesem Sonntag darüber, wie sie ihr Profil in der großen Koalition mit CDU und CSU schärfen kann. Im Mittelpunkt des Treffens steht die Familienpolitik. Beschlossen werden soll ein Forderungskatalog mit zusätzlichen Leistungen für Familien mit Kindern. Parteichef Matthias Platzeck schrieb in einem Beitrag der 'Welt am Sonntag', Ziel sei eine bewegungsfreudige, aufgeklärte und weltoffene Politik der linken Mitte.

HAMBURG: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat gefordert, die Gebühren für Kindertagesstätten abzuschaffen. In einer Reaktion auf Kritik am Familienförderprogramm der Bundesregierung schrieb die CDU-Politikerin in einem Beitrag der 'Bild am Sonntag', die Politiker in den Ländern und Gemeinden müßten damit ihren Beitrag zur Kinderfreundlichkeit leisten. Nach den Worten von der Leyens wäre es Unsinn, wenn die Bundesregierung mit Steuergeldern Plätze in Kindertagesstätten finanziere, für die Länder und Kommunen Gebühren kassierten.

MÜNCHEN: Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, will den Ausbildungspakt zur Sicherung und Schaffung von Lehrstellen verlängern. Braun sagte dem Magazin 'Focus', der Pakt habe sich nach zwei Jahren so gut bewährt, dass er anbiete, ihn um weitere drei Jahre zu verlängern. Zusammen mit dem Handwerk kämen Industrie und Handel für 2005 auf ein Gesamtangebot von fast 60.000 neuen Lehrstellen und Einstiegsqualifikationen durch Betriebspraktika.

DRESDEN: Immer mehr Deutsche geraten in die Schuldenfalle. Im vergangenen Jahr konnte nach Informationen der 'Sächsischen Zeitung' fast jeder neunte erwachsene Bundesbürger seine Schulden nicht mehr bedienen. Häufigste Schuldenursache ist den Angaben zufolge das Leben auf Pump durch komfortable Ratenzahlungen. Jugendliche häuften Schulden vor allem durch unkontrollierte Handy-Nutzung an. Die Zeitung beruft sich auf Daten der Wirtschafts-Auskunftsdatei Creditreform.

STUTTGART: Wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Skandal um das irakische Öl-für-Lebensmittel- Programm hat DaimlerChrysler nach Presseberichten bis zu neun Manager beurlaubt. Auslöser seien Recherchen einer UN-Sonder- Kommission und der US-Börsenaufsicht SEC gewesen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Mitarbeiter des Automobil- Konzerns stehen unter Verdacht, Schmiergelder gezahlt zu haben, um im Rahmen des Programms 'Öl für Lebensmittel' Lastwagen an das ehemalige irakische Regime von Saddam Hussein verkaufen zu können. Das Hilfsprogramm war geschaffen worden, um die Folgen der von den Vereinten Nationen verhängten Wirtschaftssanktionen für die irakische Bevölkerung abzumildern.

HELSINKI: In Finnland hat die Präsidentschaftswahl begonnen. Es gilt als weitgehend sicher, dass die bisherige Präsidentin Tarja Halonen von den Sozialdemokraten eine Mehrheit unter den 4,3 Millionen Stimmberechtigten bekommt. Halonens Konkurrenten, darunter Regierungschef Matti Vanhanen von den Liberalen und Ex-Finanzminister Sauli Niinisto von den Konservativen werden kaum Chancen eingeräumt. Es ist aber unsicher, ob Halonen schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht und für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt wird.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Norden verbreitet sonnig. Südlich des Mains bleibt es oftmals trüb. Höchsttemperaturen minus drei bis plus fünf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: -5°, wolkenlos;

Berlin: -7°, wolkenlos;

Dresden: -5°, leicht bewölkt;

Köln/Bonn: -4°, bewölkt;

Frankfurt am Main: -4°, bedeckt und

München: -9°, Schneegriesel.