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Nachrichten

Sonntag, 14. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die SPD hat ihren Sonderparteitag eröffnet, auf dem sie ihr Programm für die Bundestagswahl im September beschließen will. Die SPD will Geringverdiener und Familien entlasten, Reichen sollen zusätzliche Solidarbeiträge abverlangt werden. Außerdem fordert die Partei einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von derzeit etwa 7,50 Euro pro Stunde. Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte kurz vor dem Parteitag, die SPD habe keinen Grund in Sack und Asche zu gehen. Die Sozialdemokraten würden rechtzeitig zur Bundestagswahl wieder aus ihrem Tief herausfinden. Bei der Europawahl vor einer Woche hatte die SPD ein unerwartetes Debakel erlebt und mit nur rund 20 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl überhaupt erzielt.

TEHERAN: Offenbar im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad gehen die Behörden im Iran gegen Vertreter des reformorientierten politischen Lagers vor. Rund hundert Reformer seien in der Nacht zum Sonntag festgenommen worden, unter ihnen der Bruder des früheren Präsidenten Mohammed Chatami, berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf einen führenden Oppositionspolitiker. Der nach offiziellen Angaben bei der Wahl am Freitag unterlegene Reformkandidat Mir Hussein Mussawi erkennt den Sieg Ahmadinedschads wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Wahl nicht an. Tausende seiner Anhänger waren am Samstag in Teheran aus Protest gegen das Wahlergebnis auf die Straße gegangen. Es kam zu den schwersten Unruhen seit der Islamischen Revolution vor 30 Jahren. Mehrere Menschen wurden verletzt, es gab zahlreiche Festnahmen. Nach offiziellen Angaben ist Ahmadinedschad mit fast 63 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Auf Mussawi entfielen knapp 34 Prozent.

PRAG: Die Europäische Union hat sich besorgt über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl im Iran und die anschließenden Ausschreitungen in Teheran geäußert. Zugleich forderte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft den Iran in einer Erklärung auf, die Gespräche über das umstrittene Atomprogramm des Landes wieder aufzunehmen. SANAA: Im Norden des Jemen sind nach Angaben des Innenministeriums neun Ausländer, unter ihnen sieben Deutsche, entführt worden. Die Gruppe sei in der Provinz Saada von schiitischen Rebellen verschleppt worden, teilte das Ministerium in Sanaa mit. Nach Agenturberichten handelt es sich bei den Deutschen um ein Ehepaar und ihre drei Kinder sowie um zwei Krankenschwestern. Zu der entführten Gruppe gehöre zudem ein Brite und eine Südkoreanerin. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Entführung bislang nicht offiziell, sondern spricht von vermissten Deutschen. Ein Krisenstab wurde eingerichtet. Die deutsche Botschaft in Sanaa stehe in engstem Kontakt mit den örtlichen Behörden, teilte das Ministerium mit.

BERLIN: Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, hat die Bundesregierung aufgefordert, den Handels- und Touristikkonzern Arcandor nach dessen Insolvenz zu unterstützen. Er hoffe, dass der Staat im Insolvenzverfahren die notwendigen Hilfen gebe, sagte Sommer der "Bild am Sonntag". Es gehe um zehntausende Arbeitsplätze, begründete der DGB-Chef seine Haltung. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte unterdessen, Arcandor könne doch noch auf staatliche Unterstützung hoffen. Dabei geht es um einen so genannten Massekredit, der im Fall der Zahlungsunfähigkeit ein Instrument ist, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu halten.

BONN: Die Deutsche Post hat in mindestens zwei Briefniederlassungen über Jahre hinweg elektronische Krankenakten von Mitarbeitern geführt. Eine Konzernsprecherin bestätigte entsprechende Informationen des "Spiegel" und sprach vom Fehlverhalten einzelner Manager. ISLAMABAD: Bei einem Bombenanschlag auf einem Marktplatz der Stadt Dera Ismail Khan im Nordwesten Pakistans sind mindestens acht Menschen getötet worden. Mehr als 20 Menschen wurden nach Angaben der Polizei bei der Explosion verletzt. In der Region liefern sich die Armee und die radikalislamischen Taliban heftige Gefechte. In der nahe gelegenen Region Süd-Waziristan wurden bei einem offenbar von US-Truppen ausgeführten Raketenangriff fünf Menschen getötet. Die US-Truppen in Afghanistan greifen häufiger mutmaßliche Extremisten im benachbarten Pakistan mit Raketen an.

TEL AVIV: Israelische Kampfflugzeuge haben wieder mutmaßliche Schmugglertunnel an der Grenze des Gaza-Streifens zu Ägypten bombardiert. Nach palästinensischen Angaben wurden einige Tunnel möglicherweise beschädigt, Menschen seien aber offenbar nicht zu Schaden gekommen. ROM: Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) sehen nach eigenen Angaben Anzeichen für eine Stabilisierung der Weltwirtschaft. Die Lage bleibe aber unsicher, erhebliche Gefahren für die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität bestünden weiter, heißt es in der Abschlusserklärung eines Treffens der Minister im italienischen Lecce. SAO PAULO: Erste Untersuchungen von Toten des Flugzeug-Unglücks über dem Atlantik sollen nach einem Zeitungsbericht nahelegen, dass der Airbus ohne Explosion auseinandergebrochen ist. Die Obduktion von 16 Leichen auf der Insel Fernando de Noronha habe ergeben, dass die Passagiere keine Verbrennungen, aber zahlreiche Knochenbrüche erlitten hätten, berichtete die Zeitung "O Estado de São Paulo". DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst heiter und trocken, später wolkiger und gebietsweise Schauer oder Gewitter. Tageshöchstwerte an der Küste 16 bis 26 Grad, im Süden wird es sommerlich warm mit Temperaturen bis zu 31 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 14 Grad, wolkig
Berlin: 13 Grad, leicht bewölkt
Dresden: 15 Grad, sonnig
Köln/Bonn: 18 Grad, leicht bewölkt
Frankfurt am Main: 17 Grad, leicht bewölkt
München: 19 Grad, heiter

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