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Nachrichten

Sonntag, 14. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ATHEN: In der griechischen Hauptstadt sind erneut mehrere tausend meist junge Leute auf die Straßen gegangen, um gegen den Tod eines 15-Jährigen vor einer Woche zu protestieren. Die Kundgebungen verliefen weitgehend friedlich. Im Stadtviertel Exarchia dagegen, das als Hochburg der so genannten Autonomen gilt, kam es wieder zu Ausschreitungen. Die Fassaden von drei Banken und mehreren Geschäften wurden demoliert. Zudem wurden Brandflaschen auf Polizisten geworfen. Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, in Thessaloniki, gab es vereinzelt wieder Krawalle.

ISLAMABAD: Großbritannien hat Pakistan Hilfe im Kampf gegen den Terror versprochen. Bei einem Besuch in der Hauptstadt Islamabad sagte Premierminister Gordon Brown, seine Regierung stelle neun Millionen Dollar bereit, um die Demokratie und die Terrorbekämpfung in Pakistan zu stärken. Brown betonte in diesem Zusammenhang gegenüber Präsident Asif Ali Zardari, es gebe in Pakistan terroristische Aktivitäten. Drei von vier Attentatsplanungen in Großbritannien hätten Verbindungen zur Al Kaida in Pakistan. Für die Anschläge in Indiens Finanzmetropole Bombay mit mehr als 170 Toten sei die pakistanische Organisation Lashkar-e-Taiba verantwortlich.-- Brown kam aus Indien, wo er mit Ministerpräsident Manmohan Singh gesprochen hatte. Davor hatte er in Afghanistan Station gemacht.

KABUL: Im Süden Afghanistans sind bei neuen Terroranschlägen mindestens sieben Menschen getötet worden. In der Stadt Kandahar starben nach Angaben der dortigen Behörden vier Polizisten bei einem Selbstmordanschlag. In der gleichnamigen Provinz wurden zudem drei kanadische Soldaten getötet als eine auf der Straße platzierte Bombe detonierte. Kanada hat als Teil der NATO-Truppe ISAF 2.750 Soldaten im unruhigen Süden Afghanistans stationiert.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat knapp ein Jahr nach dem Wegfall der Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien eine positive Bilanz gezogen. Durch die Ausweitung der Schengen-Zone habe man mehr Freiheit und Sicherheit gewonnen, schreibt Schäuble in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Die Bundespolizei bleibe mit erheblichen Kräften in den Grenzregionen präsent. Dank eines einheitlichen Fahndungssystems würden sogar vermehrt flüchtige Straftäter gefasst. - In der Nacht zu Freitag wurden die systematischen Personenkontrollen an der Grenze zur Schweiz eingestellt, da die Eidgenossen ebenfalls in die Schengen-Zone aufgenommen wurden.

BERLIN: Unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel berät an diesem Sonntag in Berlin ein Krisengipfel mögliche Maßnahmen zur Konjunkturbelebung. Im Kanzleramt werden führende Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften, Banken und Forschung erwartet. Merkel und ihr Stellvertreter, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, haben deutlich gemacht, dass nicht mit Entscheidungen zu rechnen ist. Man werde sich Möglichkeiten erarbeiten, um bei einer Verschärfung der Krise schnell reagieren zu können, sagte Merkel. Wirtschaftswissenschafter hatten vor übereilten Beschlüssen gewarnt.

BERLIN: Informationen des Bundesnachrichtendienstes -BND- haben für den Irak-Krieg möglicherweise eine wichtigere Rolle gespielt, als die Bundesregierung bisher eingestanden hat. Das behaupten jetzt hochrangige US-Militärs in Interviews mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Das US-Militär habe den Recherchen aus Deutschland stärker vertraut als denen der CIA, sagte der frühere General James Marks. BND-Meldungen hätten dazu beigetragen, dass der Kriegsbeginn vorgezogen und Pläne für einen Überraschungsangriff von Luftlandetruppen auf den Bagdader Flughafen wieder verworfen worden seien. Der BND bestreitet, kriegsrelevante Informationen weitergeleitet zu haben.

MÜNCHEN: Die Deutsche Bahn AG will Milliarden Euro in neue Züge der Generation ICX und ICE investieren. Die Bahn plane den Ersatz der derzeitigen IC-Flotte durch insgesamt 300 neue Züge, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn dem Nachrichtenmagazin "Focus". Diese kämen dann von 2014 bis 2024 zum Einsatz. Im ersten Halbjahr 2009 werde die DB in die Bietergespräche mit der Industrie für diesen Milliardenauftrag gehen, kündigte er an. Zudem habe die Bahn jetzt 15 neue ICE für 500 Millionen Euro bestellt, die 2011 und 2012 ausgeliefert werden.

BERLIN: Im jüngsten Fall von Datenklau in Deutschland hat der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Peter Schaar, der betroffenen Berliner Landesbank -LBB- schwere Vorwürfe gemacht. Es habe ganz offensichtlich kein effektives Schutzsystem gegeben bei der Verarbeitung der Daten, kritisierte Schaar, nachdem zehntausende Kreditkartendaten von Kunden der LBB illegal in Umlauf geraten sind. Die Missbrauchsmöglichkeiten sind nach einer ersten Einschätzung der Polizei geringer als zunächst befürchtet. Zwar sei noch nicht klar, wie umfangreich die Datensätze seien, jedoch seien keine Geheimnummern dabei. Die LBB betonte, es bestehe keine Gefahr für das Vermögen der Kunden. Kontoinhaber sollten allerdings sämtliche Kontobewegungen genau beobachten.

BAIDOA: Somalias Präsident Abdullahi Yusuf hat die Regierung des Landes entlassen. Er habe Ministerpräsident Nur Abdi und dessen Kabinett von den Aufgaben entbunden, weil die Regierung es nicht geschafft habe, die Sicherheit im Land wieder herzustellen, sagte Yusuf vor dem Parlament zur Begründung. Ein neuer Regierungschef soll innerhalb von drei Tagen bestimmt werden. In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. Vor der Küste des Landes häufen sich seit Jahresbeginn Piratenüberfälle. Vergangene Woche hatte die Europäische Union einen Einsatz zum Schutz vor Piraten in der Region beschlossen, an dem sich auch die Bundesmarine beteiligen soll. Der Bundestag stimmt am 19. Dezember über den Einsatz ab.

BUKAREST: In Rumänien haben sich die rechtsliberale PD-L und die sozialistische PSD auf eine große Koalition unter dem Namen "Partnerschaft für Rumänien" geeinigt. Bei der Parlamentswahl vom 30. Oktober hatten beide Parteien nahezu gleich stark abgeschnitten, die absolute Mehrheit jedoch verfehlt. Designierter Ministerpräsident ist der PD-L-Politiker Theodor Stolojan.

ASCHCHABAT: Die Bürger der ehemaligen Sowjetrepublik Turkmenistan sind an diesem Sonntag aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Wahlberechtigt sind 2,5 Millionen Menschen. Turkmenistan wurde jahrzehntelang von dem als "Turkmenbaschi" bekannten Präsidenten Saparmurat Nijasow autoritär regiert. Nach seinem Tod vor zwei Jahren übernahm sein Nachfolger Gurbanguli Berdimuchamedow das Ruder. Eine im September verabschiedete Verfassungsänderung sollte zwar das Parlament stärken, westliche Beobachter bezweifeln aber, dass der Präsident tatsächlich von seiner großen Machtfülle abgeben wird.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Süden oft freundlich. Sonst viele Wolken und örtlich Nieselregen. Höchstwerte zwischen null und acht Grad.

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