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Nachrichten

Sonntag, 13. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PARIS: In der französischen Hauptstadt kommen an diesem Sonntag die Staats- und Regierungschefs aus mehr als vierzig Ländern zusammen, um die Mittelmeerunion aus der Taufe zu heben. Das wesentlich von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy angeregte Projekt soll die Beziehungen der Europäischen Union zu Nordafrika und dem Nahen Osten stärken. Als EU-Ratspräsident leitet Sarkozy das Gipfeltreffen zusammen mit seinem ägyptischen Amtskollegen Hosni Mubarak. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel reist zu dem Gründungstreffen. Im Vorfeld äußerte die Kanzlerin die Hoffnung, in der Mittelmeerunion könnten auch Lösungen für die Flüchtlingsproblematik in Europa und den Konflikt im Nahen Osten gefunden werden. Neben den 27 EU-Staaten sind bei der Gründung der Mittelmeer-Union 17 Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens vertreten.

PARIS: Syrien und der Libanon wollen erstmals in der Geschichte ihrer angespannten Beziehungen Botschaften im jeweiligen Nachbarland eröffnen. Dies vereinbarten die Präsidenten beider Länder, Bashar al-Assad und Michel Suleiman, bei einem Treffen mit dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy in Paris. Assad wies allerdings darauf hin, dass die weiteren Schritte zur Normalisierung der Beziehungen noch festgelegt werden müssten. Sarkozy sprach dennoch von einem historischen Ereignis. Auch die Bundesregierung begrüßte den Botschafteraustausch. Syrien hatte sich als Schutzmacht des Libanon gesehen und dort fast drei Jahrzehnte Truppen stationiert. Als mutmaßlicher Drahtzieher des Mordes an dem früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri 2005 war Damaskus aber unter internationalem Druck gezwungen worden, seine Soldaten abzuziehen.

KABUL: In Afghanistan hat es einen neuen schweren Selbstmordanschlag gegeben. Bei dem Attentat in der Provinz Urusgan wurden nach Polizeiangaben mindestens 21 Menschen getötet. Wie die Behörden mitteilten, hatte der Attentäter die Bombe auf einem Basar gezündet. Erst vor einer Woche hatte es in der afghanischen Hauptstadt Kabul vor der indischen Botschaft ein schweres Selbstmordattentat gegeben. Mindestens 40 Menschen wurden getötet.

ISLAMABAD: In Pakistans unruhiger Nordwest-Grenzprovinz haben radikalislamische Extremisten bei einem Überfall auf einen Konvoi der Grenztruppen mindestens 16 Soldaten getötet. Wie die Polizei mitteilte, griffen die Aufständischen die Sicherheitskräfte mit Granaten und automatischen Waffen im Distrikt Hangu an. Diese Region im Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Hochburg der Extremisten und als Rückzugsraum für im Nachbarland aktive Taliban-Kämpfer und El-Kaida-Terroristen.

SEOUL: Zwischen Nord- und Südkorea gibt es neue Spannungen. Anlaß ist der Tod einer 53-jährigen Südkoreanerin. Sie hatte militärisches Sperrgebiet betreten und war daraufhin von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen worden. Nordkorea äußerte Bedauern über den Tod der Touristin betonte aber, die Verantwortung für den Vorfall liege auf südkoreanischer Seite. Die südkoreanische Regierung in Seoul betonte, die tödlichen Schüsse auf die Touristin seien nicht zu rechtfertigen.

BERLIN: Die Bundesregierung bemüht sich weiterhin intensiv um die Freilassung der insgesamt fünf deutschen Geiseln in der Türkei und in Nigeria. Das sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Einzelheiten nannte er nicht. Aktivisten der verbotenen Kurdenpartei PKK hatten am Dienstag im Osten der Türkei drei aus Bayern stammende Bergsteiger verschleppt. Für deren Freilassung verlangte die PKK inzwischen eine Kehrtwende in der deutschen Kurdenpolitik. Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte an die Entführer, ihre Geiseln umgehend freizulassen. Erneut machte sie deutlich, dass sich die Bundesrepublik nicht erpressen lassen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte zudem am Samstag bestätigt, dass in Nigeria zwei deutsche Mitarbeiter eines deutschen Baukonzerns entführt worden sind.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Forderungen von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zurückgewiesen, wegen der hohen Energiepreise Sozialtarife für Geringverdiener einzuführen. Deutschland habe solche Regelungen längst, sagte Merkel der 'Bild am Sonntag'. So würden Beziehern von Arbeitslosengeld II alle Heiz- und Stromrechnungen erstattet. Außerdem sei kürzlich das Wohngeld wegen der Energiekosten um 60 Prozent angehoben worden. Die CDU-Vorsitzende erteilte zugleich Forderungen aus der Union nach Steuersenkungen eine Absage. Neben den beschlossenen Entlastungen bei den Sozialabgaben und den Erhöhungen des Kinderfreibetrages und des Kindergeldes sehe sie derzeit keine weiteren Möglichkeiten.

AMSTERDAM: Die Weltbank geht von anhaltend hohen Nahrungsmittelpreisen bis mindestens zum Jahre 2012 aus. Auch die Energiepreise würden hoch und schwankungsanfällig bleiben, sagte Präsident Robert Zoellick bei einer Weltbank-Veranstaltung im niederländischen Amsterdam. Nach seiner Schätzung sind jährlich bis zu zehn Milliarden Dollar notwendig, um die Ärmsten der Welt wegen der Preisexplosion mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Zwar habe es zuletzt bereits internationale Zusagen in dieser Höhe gegeben, sagte Zoellick, allerdings müsse das Geld auch in den kommenden Jahren fortwährend fließen.

SYDNEY: Papst Benedikt XVI. ist in Australien eingetroffen. Im Mittelpunkt seines neuntägigen Aufenthaltes steht der katholische Weltjugendtag in Sydney. Bei seiner Ankunft appellierte der Papst an die Jugend, sich an Gott zu wenden, um Antworten auf tiefgreifende Fragen wie Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung zu finden. Viele junge Menschen seien durcheinander wegen der Fragen, die sich ihnen in einer verwirrenden Welt immer drängender stellen würden, betonte Benedikt. Der Papst hatte bereits vor seinem Besuch betont, er werde sich wie in den USA auch in Australien für den sexuellen Mißbrauch Jugendlicher durch katholische Priester entschuldigen. Von den 21 Millionen Australiern gehört rund ein Viertel der katholischen Kirche an.

ZUM BOXEN: Wladimir Klitschko bleibt Box-Weltmeister im Schwergewicht. Der 32-jährige Ukrainer verteidigte in Hamburg seinen Titel bei mittlerweile drei Verbänden durch technischen K.o. in der 11. Runde gegen den US-Amerikaner Tony Thompson.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordwesten aufgelockert und teils längere sonnige Abschnitte. Sonst stark bewölkt und häufig Regen, örtlich auch Gewitter. Höchstwerte 14 bis 22 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 15°, wolkig;

Berlin: 16°, stark bewölkt;

Dresden: 14°, leichter Regen;

Köln/Bonn: 13°, wolkig;

Frankfurt am Main: 16°, bedeckt und

München: 15°, leichter Regen.

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