1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 13. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat neue Vorwürfe in der Affäre um den Luftangriff im afghanischen Kundus zurückgewiesen. Der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte der CSU-Politiker, er habe Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert Ende November zu Recht entlassen. Es seien ihm relevante Dokumente zu dem Angriff vom 4. September vorenthalten worden. Guttenberg reagierte damit auf Berichte des Magazins "Der Spiegel" und der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" wonach Schneiderhan und Wichert den Minister vollständig informiert hätten. - Nicht äußern wollte sich Guttenberg zu Berichten, Bundeswehroberst Georg Klein, der den Luftangriff angefordert hatte, sei es vor allem um die Tötung von Taliban gegangen. Die Opposition forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, zu Kundus eine Regierungserklärung im Bundestag abzugeben.

KOPENHAGEN: Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat die USA aufgefordert, beim UN-Klimagipfel ein besseres Angebot vorzulegen, um der Konferenz zum Erfolg zu verhelfen. Der CDU-Politiker sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Amerikaner müssten bei ihren Angeboten noch zulegen, sowohl bei den Zielen zur Reduzierung von Treibhausgasen als auch bei den Finanzhilfen für arme Länder. - Röttgen nimmt von diesem Sonntag an zusammen mit rund 50 Umweltministern am Klimagipfel in Kopenhagen teil. Bis Ende der Woche werden mehr als hundert Staats- und Regierungschefs in der dänischen Hauptstadt erwartet.

KOPENHAGEN: Einen Tag nach der Großdemonstration für mehr Klimaschutz in Kopenhagen sind fast alle der rund 1.000 festgenommenen Kundgebungsteilnehmer wieder freigelassen worden. Lediglich 13 Menschen blieben vorerst in Haft, teilten die Behörden mit. Die Demonstranten seien vorbeugend festgenommen worden, um mögliche Gewalttaten zu verhindern, rechtfertigten die Sicherheitskräfte ihr Vorgehen. Die Veranstalter der Demonstration warfen der Polizei hingegen Willkür und eine Verletzung der Menschenrechte vor. Mehrere zehntausend Menschen hatten am Samstag bei ihrem Protestzug durch die dänische Hauptstadt von den Teilnehmern des Weltklimagipfels den Abschluss eines umfassenden Klimaabkommens und schnelle Finanzhilfen für die Entwicklungsländer gefordert. Dem Reden über das Klima müssten jetzt Taten folgen, verlangten die Demonstranten.

SANTIAGO: In Chile werden ein neues Parlament und ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Dabei hat erstmals seit dem Ende der Pinochet-Diktatur vor fast zwanzig Jahren das rechte Lager die Chance, das Amt des Präsidenten zu erobern. In Umfragen liegt der Kandidat des rechten Parteienbündnisses "Koalition für den Wechsel" in Führung, der konservative Multimillionär Sebastián Piñera. Für die zerstrittene regierende Mitte-Links-Koalition "Concertación" bewirbt sich der Christdemokrat Eduardo Frei, der schon von 1994 bis 2000 Staatschef war. Ein Überraschungserfolg wird aber auch dem Sozialisten Marco Enríquez-Ominami zugetraut, der als unabhängiger Kandidat antritt. Erreicht keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, kommt es am 17. Januar zur Stichwahl. - Die amtierende populäre sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet durfte laut Verfassung nicht zum zweiten Mal in Folge zur Wahl antreten.

HAVANNA: Kuba und Venezuela haben Kooperationsabkommen im Umfang von knapp drei Milliarden Dollar geschlossen, die meisten in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und Landwirtschaft sowie im Energiesektor. Insgesamt seien 264 Einzelabkommen unterzeichnet worden, sagte Venezuelas Präsident Hugo Chavez in einer Fernsehansprache in Havanna. Venezuela ist der engste politische Verbündete und zugleich größte Handelspartner Kubas. Weiterer Grund für den Chavez-Besuch in Kuba ist ein Gipfeltreffen zum fünfjährigen Bestehen des so genannten ALBA-Bündnisses, zu dem sich die linksgerichteten Staats- und Regierungschefs der neun lateinamerikanischen Mitgliedsländer an diesem Sonntag in Havanna treffen. - Kuba und Venezuela bilden den Kern des Regionalbündnisses, das als Gegenentwurf zu der von den USA favorisierten Schaffung einer gesamtamerikanischen Freihandelszone gegründet wurde.

ISLAMABAD: Die pakistanische Armee ist in das Stammesgebiet Kurram an der Grenze zu Afghanistan vorgestoßen und hat nach Angaben aus Sicherheitskreisen bei heftigen Gefechten mindestens 22 mutmaßliche Extremisten getötet. Ein Militärsprecher teilte mit, auch fünf Soldaten seien getötet worden. Ministerpräsident Yusuf Raza Gilani deutete an, die Armee könnte weitere Offensiven in den Stammesgebieten unternehmen, die als Hochburgen der pakistanischen Taliban und des Terrornetzwerks El Kaida gelten. Mitte Oktober hatte die pakistanische Armee mit einer Offensive in der Region Südwasiristan begonnen.

MANILA: Im Süden der Philippinen haben mutmaßliche islamische Rebellen ein Gefängnis gestürmt und 31 inhaftierte Gesinnungsgenossen befreit. Die Angreifer hätten eine Wand des Gefängnisses in der Provinz Basilan niedergerissen und die Wachen überrannt, teilte die philippinische Polizei mit. Bei einer Schießerei seien einer der Wächter und ein Angreifer getötet worden.

ANKARA: Nach dem Verbot der einzigen im türkischen Parlament vertretenen Kurdenpartei ist es im kurdischen Südosten des Landes zu Ausschreitungen gekommen. In der Stadt Hakkari bewarfen Hunderte von Demonstranten Polizeikräfte mit Brandbomben und Steinen und setzten Straßensperren in Brand. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Das türkische Verfassungsgericht hatte die "Partei für eine Demokratische Gesellschaft" (DTP) am Freitag wegen angeblicher Kontakte zur kurdischen Untergrundorganisation PKK verboten. Die Europäische Union und die USA äußerten sich besorgt.

BERLIN: Im Streit um das schwarz-gelbe Steuersenkungspaket suchen Bundesregierung und die schleswig-holsteinische Landesregierung nach Lösungsmöglichkeiten. Am Nachmittag treffen sich Kanzlerin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle mit Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der massive Einnahmeausfälle für Land und Kommunen befürchtet. Ohne finanzielle Verbesserungen für alle Länder will Schleswig-Holstein das sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz am nächsten Freitag im Bundesrat zu Fall bringen. An dem Treffen im Kanzleramt nehmen allerdings weder Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble noch ein Vertreter seines Hauses teil.

BOCHUM: Der Film "Das weiße Band" des deutsch-österreichischen Regisseurs Michael Haneke ist der große Gewinner bei der Verleihung des "Europäischen Filmpreises" 2009. Das am Vorabend des 1. Weltkriegs in einem norddeutschen Dorf spielende Drama setzte sich in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes Drehbuch durch.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkig und vor allem in den Mittelgebirgen und im Westen noch etwas Schnee. Richtung Nordsee und im Osten Auflockerungen. Tagestemperaturen minus zwei bis plus drei Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema