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Nachrichten

Sonntag, 13. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Die weltweit steigenden Lebensmittelpreise und deren Auswirkungen bereiten auch dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Sorge. Dessen Chef, Dominique Strauss-Kahn, warnte bei der Frühjahrstagung in Washington vor Hungerkatastrophen und sozialen Unruhen. Um dies zu verhindern, müsse sich die internationale Gemeinschaft mehr als bisher um dieses Problem kümmern. Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sah das ähnlich. Sie gab den Industriestaaten eine Mitschuld an der Entwicklung. So würden etwa Pflanzen verstärkt angebaut, um als Biokraftstoff verwendet zu werden; dem Nahrungsmittelkreislauf würden sie so entzogen. In mehreren Ländern hatten in den vergangenen Monaten gestiegene Lebensmittel- und Energiepreise zu Unruhen geführt.

PORT-AU-PRINCE: Haitis Senat hat Regierungschef Jacques Edouard Alexis und sein Kabinett entlassen. Zur Begründung hieß es, Alexis habe keine geeigneten Maßnahmen zur Beendigung der tagelangen gewaltsamen Proteste gegen die hohen Lebensmittelpreise ergriffen. Die Proteste in der Hauptstadt Port-au-Prince gingen auch am Samstag weiter, obwohl Präsident Réné Préval eine Senkung der Reispreise um 15 Prozent angekündigt hatte. Ein UN-Soldat und ein haitianischer Polizist wurden getötet. Derweil kündigte Venezuelas Präsident Hugo Chavez an, er werde 350 Tonnen Lebensmittel nach Haiti schicken, um die Versorgungslage zu erleichtern. Hauptsächlich handele es sich um Grundnahrungsmittel wie Milch, Fleisch, Linsen und Bohnen.

ROM: In Italien hat die zweitägige Parlamentswahl begonnen. Die vorgezogene Abstimmung wurde notwendig, da die Regierung von Romano Prodi im Januar zurückgetreten war. Die 50 Millionen Stimmberechtigten entscheiden darüber, ob der Medienmilliardär Silvio Berlusconi zum dritten Mal nach 1994 und 2001 an die Macht kommt. In den zuletzt vor zwei Wochen veröffentlichten Umfragen lag seine konservative Sammelbewegung 'Volk der Freiheit' vor der Mitte-Links-Partei des langjährigen Bürgermeisters von Rom, Walter Veltroni. Insgesamt geht es um 630 Sitze in der Abgeordnetenkammer und 315 Sitze im Senat.

BERLIN: Die große Koalition plant vor der Bundestagswahl keine zusätzlichen Reformen mehr. Es gebe "keine neuen Projekte", man werde "den Koalitionsvertrag abarbeiten", sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck der "Bild am Sonntag". Nach Benennung des SPD-Kanzlerkandidaten stehe ab Anfang 2009 der Wahlkampf im Mittelpunkt. - Struck stellte sich hinter die Sparpolitik von Finanzminister Peer Steinbrück. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will dieser die Etats sämtlicher Ressorts rigoros zusammenstreichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet schwierige Etatverhandlungen. Ungeachtet der im Koalitionsvertrag vereinbarten "ehrgeizigen Ziele" bei Forschung und Entwicklungszusammenarbeit wolle man den "Konsolidierungskurs konsequent fortsetzen", um 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt zu erreichen, so Merkel in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat sich dafür ausgesprochen, verfolgte Christen aus dem Irak in Deutschland aufzunehmen. Tausende suchten Zuflucht vor Mord, Gewalt und Verfolgung, schreibt er in einem Beitrag für die 'Bild am Sonntag'. Die europäischen Staaten müssten vor allem auch den Flüchtlingen christlichen Glaubens helfen, bis diese wieder in ihre angestammte Heimat zurückkehren könnten. Schäuble erinnert in diesem Zusammenhang an die vietnamesischen Bootsflüchtlinge, die Deutschland Ende der siebziger Jahre aufgenommen habe.

LUSAKA: Die Staats- und Regierungschefs der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC haben die sofortige Veröffentlichung des Ergebnisses der Präsidentenwahl in Simbabwe verlangt. Falls es zu einer Stichwahl zwischen Präsident Robert Mugabe und Oppositionschef Morgan Tsvangirai kommen sollte, müsse Mugabe sicherstellen, dass dies ohne Gewalt ablaufe. Südafrikas Präsident Thabo Mbeki wurde gebeten, weiter zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Die Wahlkommission in Simbabwe ordnete derweil die Neuauszählung in 23 von 210 Wahlbezirken an. Die oppositionelle MDC hatte bei der Parlamentswahl am 29. März die Mehrheit der Sitze im Parlament erreicht; bei der Präsidentenwahl sieht sie sich ebenfalls als Sieger.

LONDON: Der britische Premierminister Gordon Brown hat die Beteiligten des Konflikts in der sudanesischen Region Darfur zu Friedensgesprächen nach London eingeladen. Ein Regierungssprecher teilte mit, britische Diplomaten stünden in entsprechenden Gesprächen mit der sudanesischen Regierung und Rebellengruppen. Die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International, Human Rights Watch und 'Save Darfur Coalition' haben für diesen Sonntag zu einem weltweiten Aktionstag gegen die Gewalt in Darfur aufgerufen. In rund 30 Ländern sind Protestaktionen geplant. Im Mittelpunkt soll das Schicksal der zwei Millionen Kinder in Darfur stehen. Seit Ausbruch des Konflikts vor fünf Jahren wurden schätzungsweise mehr als 200.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen vertrieben.

KATHMANDU: In Nepal haben die früheren maoistischen Rebellen bei der Wahl für eine Verfassunggebende Versammlung ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Fast die Hälfte der bislang ausgezählten 81 Sitze entfiel auf sie. Insgesamt sind 601 Sitze zu vergeben. Die beiden übrigen Parteien, die kommunistische UML und der 'Nepali Congress', folgen weit abgeschlagen. Die Maoisten hatten ihren Aufstand gegen die Regierung im Dezember 2006 beendet. Endgültige Ergebnisse werden erst in etwa einer Woche erwartet. Gründe sind unter anderen das komplizierte Wahlrecht sowie die unwegsamen geographischen Bedingungen in Nepal.

ZUM FUSSBALL: Werder Bremen hat sich mit einem 5:1-Sieg über Schalke 04 den zweiten Tabellenplatz der Bundesliga zurückerobert. Bayern München kann an diesem Sonntag mit einem Heimsieg über Borussia Dortmund seinen Vorsprung auf zehn Punkte ausbauen. -

Die weiteren Ergebnisse vom 28. Spieltag: Bochum - Berlin 1:1; Cottbus - Bielefeld 1:0; Hannover - Frankfurt 2:1; Karlsruhe - Rostock 1:2 und Hamburg - Duisburg 0:1. --

Im zweiten Sonntagsspiel muss Stuttgart in Leverkusen antreten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Norden unbeständig mit Schauern. Im Osten und Süden hingegen zunächst noch häufig sonnig. Maximal zehn bis 17 Grad.

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