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Nachrichten

Sonntag, 12. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.


BAGDAD: Aus dem Irak wird ein neuer blutiger Selbstmord-Anschlag gemeldet. Wie das irakische Innenministerium mitteilte, wurden bei einem Attentat auf ein Rekrutierungsbüro der Polizei in Bagdad mindestens 28 Menschen getötet. Mehr als 40 Personen seien verletzt worden. Weitere Sprengsätze explodierten neben einer Polizei- Patrouille und in einem Schnellrestaurant. Am Samstag waren bei einem Überfall auf mehrere Kleinbusse südlich von Bagdad mindestens zehn Schiiten erschossen worden. Bis zu 50 Businsassen sollen verschleppt worden sein. Die Behörden gehen davon aus, dass sunnitische Aufständische für die Tat verantwortlich sind.


NEW YORK: Mit ihrem Veto im Weltsicherheitsrat haben die USA verhindert, dass Israel von dem höchsten UN-Gremium wegen des blutigen Artillerieangriffs im Gazastreifen verurteilt wird. Die USA lehnten den von Katar eingebrachten Resolutionsentwurf ab, obwohl dieser bereits entschärft worden war. Außenministerin Condoleezza Rice erklärte, der tragische Zwischenfall in Beit Hanun dürfe nicht dazu benutzt werden, eine einseitige politische Sichtweise zu fördern. Die Arabische Liga und die Palästinenser übten scharfe Kritik an den USA. Bei dem israelischen Angriff auf Beit Hanun waren am Mittwoch 18 Palästinenser getötet worden, die meisten von ihnen Frauen und Kinder.


BEIRUT: Im Libanon hat sich die politische Krise zugespitzt. Ministerpräsident Fuad Siniora weigerte sich, den Rücktritt von fünf schiitischen Ministern anzunehmen. Sie hatten vergeblich mehr Einfluss für ihre pro-syrischen Organisationen Hisbollah und Amal verlangt. Der schiitische Fernsehsender Al Manar berichtete, die von der Hisbollah angeregten Gespräche zur Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit seien gescheitert. Der Libanon stehe vor einer ungewissen Zukunft, hieß es in Regierungskreisen.


KARLSRUHE: Generalbundesanwältin Monika Harms hat sich unzufrieden über die Kooperationsbereitschaft der libanesischen Behörden geäußert. Hintergrund sind Ermittlungen gegen zwei mutmaßliche Kofferbombenleger. Nach Angaben von Harms wartet die Bundesanwaltschaft noch immer auf die Vernehmungsprotokolle aus Beirut. Die beiden Männer sollen im vergangenen Sommer in Köln in zwei Regionalzügen Kofferbomben deponiert haben. Die Sprengsätze explodierten aber wegen eines technischen Fehlers nicht. Einer der beiden Libanesen wurde später auf dem Kieler Hauptbahnhof gefasst, der andere in Beirut.


BERLIN: Der Bundesparteitag der NPD hat eine neue Verbotsdebatte ausgelöst. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting sagte, um ein Verfahren gegen die rechtsextreme Partei zu ermöglichen, würde er die verdeckten Ermittler des Verfassungsschutzes aus der NPD abziehen. 2003 war ein Verbotsantrag vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert, weil der Staat den Einfluss seiner V-Leute in der NPD nicht offen legen wollte. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau von der Linkspartei sagte dagegen, ein neues Verfahren schaffe nicht das rechte Gedankengut aus der Welt. Auch die Straftaten von Extremisten würden dadurch nicht weniger.


BERLIN: Die Zahl der rechtsextremen Straftaten in Deutschland ist im laufenden Jahr nach Informationen des 'Tagesspiegels am Sonntag' deutlich gestiegen. Bis Ende September habe das Bundeskriminalamt etwa 9.000 Delikte registriert, berichtet das Blatt unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung an die Linksfraktion. Dies seien etwa 20 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten 2005.


HANNOVER: Der Atommüll-Transport in das Zwischenlager Gorleben hat am Morgen Niedersachsen erreicht. Im Laufe des Tages wird er im Verladebahnhof Dannenberg im Wendland erwartet. Dort werden die Castor-Behälter auf Tieflader umgesetzt, um die letzten 20 Kilometer bis ins Zwischenlager auf der Straße zurückzulegen. Atomkraftgegner wollen den Transport mit Sitzblockaden und anderen Protestaktionen so lange wie möglich aufhalten. Der Widerstand verlief bisher gewaltfrei. Rund 16.000 Polizisten schützen den Sonderzug.


WARSCHAU: In Polen haben Kommunalwahlen begonnen, die als Stimmungstest für die national-konservative Regierung gelten. Rund 30 Millionen Bürger entscheiden über ihre künftigen Bürgermeister, Gemeinderäte und Regionalabgeordneten. Mit Spannung wird der Ausgang der Bürgermeisterwahl in Warschau erwartet, wo die Partei von Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski den ehemaligen Regierungschef Kazimierz Marcinkiewicz ins Rennen schickt. Er hatte im Juli seinen Posten für Kaczynski geräumt.


LEIPZIG: Der Schauspieler Hans-Peter Minetti ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Der in Berlin geborene Künstler war Sohn des Schauspielers Bernhard Minetti und wurde vor allem durch DEFA-Filme wie 'Spur der Steine' oder 'Schneeweißchen und Rosenrot' bekannt.

ZUM SPORT: In der Fußball-Bundesliga spielten am Samstag:
Leverkusen - München 2:3; Schalke - Mainz 4:0; Hamburg - Mönchengladbach 1:1; Berlin - Bochum 3:3; Frankfurt - Bielefeld 0:3 und Wolfsburg - Cottbus 0:0.- An der Tabellenspitze steht weiterhin Werder Bremen vor den punktgleichen Schalkern. Dritter ist der VfB Stuttgart, der mit einem Sieg an diesem Sonntag die Tabellenführung übernehmen kann. - Box-Profi Wladimir Klitschko bleibt Schwergewichts-Weltmeister des Verbandes IBF. Der 30-Jährige bezwang in New York Calvin Brock aus den USA durch K.o.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Kalt und regnerisch mit Sturmböen. Oberhalb 600 bis 900 Meter Schnee. Höchstwerte 5 bis 10 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg und Berlin: 6 Grad, regnerisch;
Dresden: 5 Grad, Schauer;
Köln/Bonn und München: 7 Grad, Schauer und
Frankfurt am Main: ebenfalls 7 Grad, wolkig.

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