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Nachrichten

Sonntag, 12. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

DEN HAAG: Eine Obduktion soll die Todesursache des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic klären. An der Autopsie an diesem Sonntag beteiligt sich auch ein serbischer Gerichtsmediziner, wie das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag mitteilte. Hinweise auf einen Selbstmord des 64-Jährigen gebe es nicht. Milosevic war am Samstag tot in seiner Zelle im Gefangenentrakt des UN-Tribunals aufgefunden worden. Er litt bereits seit längerem an Herz-Kreislauf-Beschwerden. Der Prozess gegen ihn musste daher mehrmals unterbrochen werden. UN-Chefanklägerin Carla del Ponte bedauerte, dass Milosevic seiner gerechten Strafe entgangen sei.

KABUL: Bei einem Selbstmord-Anschlag in der afghanischen Hauptstadt sind mindestens vier Menschen getötet worden, unter ihnen die beiden mutmaßlichen Attentäter. Der Anschlag richtete sich offenbar gegen den Präsidenten des Senats, Segbatullah Modschadeddi. Augenzeugen berichteten, die Attentäter hätten sich neben dem Fahrzeug des Politikers in die Luft gesprengt und zwei Passanten mit in den Tod gerissen. Der Senatspräsident selbst blieb unverletzt.

BAGDAD: Die USA wollen im Irak keine dauerhaften Militärstützpunkte errichten. Ziel der Regierung in Washington sei es, dass der Irak auf eigenen Beinen stehe, sagte US-Botschafter Khalilzad im irakischen Fernsehen. Die amerikanischen Soldaten würden den Irak verlassen, sobald dort eine funktionsfähige Regierung selbst für die Sicherheit im Land sorgen könne. Die irakische Hauptstadt Bagdad wurde am Sonntagmorgen wieder von einer Reihe von Explosionen erschüttert. Dabei gab es nach Polizei-Angaben mehrere Tote und Verletzte.

BERLIN: Nach dem vorläufigen Scheitern der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst wächst die Kritik am Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens CDU-Finanzminister Hartmut Möllring. Der rheinland-pfälzische SPD-Regierungschef Kurt Beck stellte Möllrings Position in Frage. Nach den Worten Becks wollen die sozialdemokratisch geführten Bundesländer am Montag darüber beraten, ob Möllring noch der richtige Verhandlungsführer ist. Der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, warf Möllring vor, nicht an einem Kompromiss interessiert gewesen zu sein. Verdi will nun die Streiks gegen längere Arbeitszeiten im öffentlichten Dienst fortsetzen und möglicherweise ausweiten.

BERLIN: Mindestens zehn Bundesländer wollen nach der Verabschiedung der Föderalismusreform die Ladenöffnungszeiten werktags völlig freigeben oder zumindest deutlich ausweiten. Dies ergab eine Umfrage des Nachrichtenmagazins 'Focus'. Um welche Länder es sich dabei handelt, wurde nicht mitgeteilt. Derzeit schreibt das Bundesladenschlussgesetz vor, dass Geschäfte von Montag bis Samstag nur zwischen 6.00 Uhr morgens und 20.00 Uhr abends öffnen dürfen. Nach der Föderalismusreform werden die Bundesländer für den Ladenschluss zuständig sein. Am Schutz des Sonntags will kaum ein Land rütteln.

PARIS: Wegen der anhaltenden Studentenproteste will der französische Regierungschef Dominique de Villepin noch einmal zu seiner Arbeitsmarktpolitik Stellung nehmen. Geplant sei ein längeres Fernsehinterview mit dem Premierminister, wurde in Paris mitgeteilt. Am Samstag hatte die französische Polizei die Besetzung der Universität Sorbonne unter Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken beendet. Ungeachtet dessen setzten die Studenten ihren Protest im Zentrum der Hauptstadt fort. Sie wollen Villepin zur Rücknahme des umstrittenen Gesetzes zum Kündigungsschutz zwingen. Danach können Unternehmen Arbeitnehmer unter 26 Jahren in den ersten beiden Jahren nach der Anstellung ohne Grund entlassen.

BOGOTA/SAN SALVADOR: In Kolumbien wird an diesem Sonntag ein neues Parlament gewählt. Etwa 26 Millionen Bürger entscheiden über die Vergabe der rund 270 Mandate. Im Vorfeld der Wahl waren die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land verstärkt worden, da mit Anschlägen linker Rebellen und rechter Paramilitärs gerechnet wird. Auch im mittelamerikanischen El Salvador finden an diesem Sonntag Parlamentswahlen statt. Wahlberechtigt sind rund 3,8 Millionen Menschen. Auch hier hatte es während des Wahlkampfs zahlreiche Gewaltakte gegeben. SANTIAGO: Mit einem Aufruf zur nationalen Versöhnung hat die Sozialistin Michelle Bachelet ihr Amt als Präsidentin Chiles angetreten. Das Land werde die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, sagte Bachelet vor tausenden Anhängern in Santiago. Die schmerzhafte Erinnerung an die Pinochet-Diktatur dürfe nicht verdrängt werden. Bachelet war am Samstag als Nachfolgerin des bisherigen Präsidenten Ricardo Lagos vereidigt worden. Die 54-jährige Kinderärztin ist die erste Frau an der Spitze des südamerikanischen Staates.

KOUROU: Eine europäische Ariane-5-Rakete hat erfolgreich zwei Telekommunikationssatelliten in der Erdumlaufbahn ausgesetzt. Der Start der Rakete vom Weltraumzentrum Kourou in Französisch-Guayana war ursprünglich für Februar angesetzt, musste aber aufgrund technischer Probleme drei Mal verschoben werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und am Alpenrand Schneefall, sonst örtlich nur leichter Schneeregen; im Norden und Westen auch sonnige Abschnitte. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen minus vier und plus drei Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: minus 8 Grad, wolkenlos;

Berlin: minus 5 Grad, bedeckt;

Dresden: minus 6 Grad, leichter Schneefall;

Köln/Bonn: minus 5 Grad, leicht bewölkt;

Frankfurt am Main: minus 4 Grad, fast wolkenlos und

München: minus 6 Grad, Schneeschauer.