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Nachrichten

Sonntag, 12. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

LONDON: Die britische Armee hat Ermittlungen wegen der möglichen Misshandlung von Irakern durch britische Soldaten eingeleitet. Sie reagierte damit auf Informationen der Wochenzeitung 'News of the World'. Diese hatte Fotos von einem Video veröffentlicht, das zeigt, wie vier junge Iraker von britischen Soldaten getreten und mit Fäusten und Stöcken geschlagen werden. Das Video aus dem Jahr 2004 sei von einem Gefreiten gedreht worden, der seine Kameraden noch angespornt habe, hieß es weiter. - Im Irak sind mehr als 8.000 britische Soldaten stationiert, die meisten von ihnen in Basra und Umgebung.

WIEN: Die Internationale Atomenergiebehörde hat nach Informationen der Agentur AP die meisten Überwachungskameras und Siegel von den iranischen Atomanlagen auf Verlangen der Regierung in Teheran entfernt. Damit verfüge die IAEO nur noch über die einfachsten Mittel, um das Atomprogramm zu überwachen, meldete AP unter Berufung auf Diplomaten am Sitz der Atombehörde in Wien. - Der Iran hatte das Entfernen der Kameras und Siegel verlangt, nachdem die IAEA im Atomstreit den UN-Sicherheitsrat angerufen hatte. - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Samstag indirekt mit der Aufkündigung des Atomwaffensperrvertrages gedroht.

KOPENHAGEN: Dänemark hat seine Bürger in Indonesien aufgefordert, das Land zu verlassen. Es bestehe die Gefahr, dass moslemische Extremisten Rache für die Mohammed-Karikaturen nehmen wollten, erklärte das Außenministerium in Kopenhagen. Zuvor hatte Dänemark bereits seine Diplomaten aus Indonesien wie auch aus Syrien und dem Iran abgezogen. Auch am Samstag gab es weltweit wieder Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen. - In London gingen bis zu 10.000 Menschen auf die Straße, in Paris rund 7.000. Die größte deutsche Demonstration fand in Düsseldorf statt. Hier protestierten rund 2.000 Moslems friedlich gegen die Karikaturen. In Berlin beteiligten sich etwa 1.200 Menschen an einer Kundgebung.

BERLIN: Etwa 40.000 Menschen haben gegen die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie demonstriert. DGB-Chef Michael Sommer sprach bei der Abschlusskundgebung am Samstag in Berlin von einem freien Fall nach unten, sollte das Vorhaben umgesetzt werden. Die Verordnung soll dafür sorgen, dass europäische Dienstleister ihre Arbeit EU-weit anbieten können. Für Widerstand sorgt das Herkunftslandprinzip. Danach sind Dienstleister im EU-Ausland lediglich dem Standard ihres Heimatlandes unterworfen. Kritiker fürchten Lohn- und Sozialdumping.

BERLIN: In der Auseinandersetzung um die Schließung des AEG-Werks in Nürnberg hat der Mutterkonzern Electrolux das Aus für den Traditionsstandort als unwiderruflich bezeichnet. Konzernchef Hans Straberg kritisierte in der 'Welt am Sonntag' zugleich die aus seiner Sicht schleppenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft. In dem Arbeitskampf soll am kommenden Donnerstag weiter verhandelt werden. Der Streik der gut 1.700 AEG-Beschäftigten gegen die geplante Schließung des Traditionsstandorts 2007 läuft inzwischen unverändert weiter. Die Arbeitnehmer wollen höhere Abfindungen, Qualifizierungsmaßnahmen und eine Beschäftigungsgesellschaft durchsetzen. Electrolux will die Produktion aus Kostengründen nach Polen und Italien verlagern.

JERUSALEM: Der Gesundheitszustand des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon ist nach der Notoperation vom Samstag weiterhin kritisch. Das Leben des 77-Jährigen sei aber nicht in Gefahr, hieß es in der Hadassah-Klinik in Jerusalem weiter. Scharon hatte sich einer rund vierstündigen Darmoperation unterziehen müssen. Die Chancen, dass er aus seinem seit Wochen andauernden Koma aufwacht, werden nach Einschätzung seiner Ärzte gleichwohl immer geringer.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti fällt die Entscheidung über den Präsidenten nun möglicherweise doch erst in einer Stichwahl. Nach neuen Teilergebnissen ist der ehemalige Staatschef René Préval unter die 50-Prozent-Marke gerutscht. Wie der Wahlrat in Port-au-Prince mitteilte, liegt Préval nach Auszählung der 72 Prozent der Stimmen der Wahl vom Dienstag bei 49,6 Prozent. Für einen Sieg im ersten Wahlgang sind mehr als 50 Prozent erforderlich. Prévals stärkster Konkurrent liegt derzeit bei elf Prozent.

JAKARTA: In Indonesien gibt es zwei weitere Vogelgrippe-Tote. Wie Klinikmitarbeiter in Jakarta mitteilten, wurde das H5N1-Virus bei zwei Frauen nachgewiesen, die in der vergangenen Woche gestorben waren. Dies hätten Tests der Weltgesundheitsorganisation WHO ergeben. Damit erlagen in Indonesien bislang 18 Menschen der Vogelgrippe. Am Samstag war das H5N1-Virus erstmals in Ländern der EU entdeckt worden. In Italien verendeten zahlreiche Schwäne an der Vogelgrippe. Auch in Tierproben in Bulgarien und Griechenland fand sich der Erreger.

BERLIN: Eine Überprüfung von Straßenbrücken in Deutschland hat nach Presseinformationen erhebliche Mängel aufgedeckt. Der Zustand von 15 Prozent der Spannbeton-Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen würde als ungenügend oder kritisch eingestuft, berichtet die 'Bild am Sonntag'. Fast ein weiteres Drittel der Brücken gelte als "noch ausreichend". Das Blatt beruft sich auf einen internen Bericht des Bundesverkehrsministeriums. Danach stehen vor allem Brücken aus den 60er und 70er Jahren in der Kritik, die den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügten. Es bestehe aber noch keine Einsturzgefahr, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

PASSAU: In den vom Schneechaos betroffenen Krisengebieten Ostbayerns sind die Helfer trotz ausgebliebenen Neuschnees weiter im Dauereinsatz. Immer noch werden einsturzgefährdete Dächer von den Schneemassen befreit. Im Landkreis Deggendorf versuchen die Einsatzkräfte, mit schwerem Räumgerät zu den von der Außenwelt abgeschnittenen Höfen vorzudringen. Tauwetter in den kommenden Tagen könnte zum neuen Problem werden. Am Samstag hatte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber Finanzhilfe für die betroffenen Landkreise angekündigt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils trüb, teils Sonnenschein. Im Tagesverlauf vom Nordwesten her neuer Schnee oder Schneeregen. Höchstwerte zwischen minus drei und plus fünf Grad.

  • Datum 12.02.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/7yS5
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