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Nachrichten

Sonntag, 11. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RANGUN: In Birma droht zehntausenden Überlebenden der Wirbelsturm-Katastrophe der Tod, sollten sie nicht bald Hilfe erhalten. Ungeachtet internationaler Appelle ist die birmanische Militärregierung weiter nicht bereit, Vertreter ausländischer Hilfsorganisationen ins Land zu lassen. Mittlerweile sei das Leben von bis zu 1,5 Millionen Menschen akut durch Seuchen gefährdet, heißt es. Die deutsche Bundesregierung erwägt inzwischen, Hilfslieferungen für Birma auch gegen den Willen der Militärjunta auf den Weg zu bringen. Die internationale Gemeinschaft habe das Recht, Menschen in Not zur Seite zu stehen, auch wenn sich deren Regierung dagegen sträube, erklärte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Die Zahl der Opfer des Wirbelsturms ist derweil weiter unklar. Nach Einschätzung von Experten könnte der Zyklon 'Nargis' mehr als 100.000 Menschen in den Tod gerissen haben.

KHARTUM: Der Sudan hat seine diplomatischen Beziehungen zum Tschad abgebrochen. Staatspräsident Omar al Baschir warf dem Nachbarland in einer Fernsehansprache vor, Rebellen aus der westsudanesischen Krisenregion Darfur beim Vormarsch auf die Hauptstadt Khartum unterstützt zu haben. Die Rebellen waren am Samstag so nahe an Khartum herangerückt wie noch nie zuvor. Sie lieferten sich im Vorort Omdurman schwere Kämpfe mit der sudanesischen Armee, konnten aber nach Regierungsangaben zurückgeschlagen werden. Seit 2003 kämpfen in der westsudanesischen Region Darfur Rebellen gegen Regierungstruppen und arabische Reitermilizen. Dabei wurden nach Schätzungen internationaler Organisationen bereits bis zu 300.000 Menschen getötet.

WASHINGTON: Die USA haben den Einsatz unabhängiger Wahlbeobachter bei der geplanten Stichwahl in Simbabwe gefordert. Für eine erfolgreiche Wahl müsse gewährleistet sein, dass die Opposition einen 'freien Wahlkampf ohne Gewalt' führen könne, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Gordon Johndroe. Oppositionschef Morgan Tsvangirai hatte am Samstag angekündigt, sich einer Stichwahl gegen den amtierenden Präsidenten Robert Mugabe zu stellen. Ursprünglich hatte er dies abgelehnt, weil er nach einer Auszählung seiner 'Bewegung für einen Demokratischen Wandel' die Präsidentenwahl Ende März mit 50,3 Prozent der Stimmen gewann. Nach Angaben der Wahlkommission erreichten dagegen weder Tsvangirai noch Mugabe die nötige absolute Mehrheit.

BELGRAD: In Serbien sind an diesem Sonntag rund 6,7 Millionen Bürger aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Vom Ausgang der Wahl hängt auch der künftige Kurs Serbiens gegenüber der Europäischen Union ab. Umfragen zufolge könnte die ultranationalistische Radikale Partei unter Führung von Tomislav Nikolic stärkste Kraft werden. Sie strebt eine Abkehr von Brüssel an, unter anderem weil viele EU-Staaten das Kosovo als souveränen Staat anerkennen. Die Demokratische Partei des im Januar wiedergewählten Staatspräsidenten Boris Tadic wirbt dagegen für eine schnelle Annäherung an die Europäische Union.

BEIRUT: In der libanesischen Hauptstadt hat sich nach der Eskalation des blutigen Machtkampfs zwischen der westlich orientierten Regierung und der prosyrischen Opposition die Lage wieder beruhigt. Kämpfer der radikalislamischen Schiitenbewegungen Hisbollah und Amal zogen sich aus den Straßen Beiruts zurück. Sie hatten am Freitag weite Teile der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Bei Gefechten mit der Armee wurden in den vergangenen Tagen mehr als 35 Menschen getötet. Die Armeeführung kündigte an, die Regierung von Premierminister Fuad Siniora werde Maßnahmen gegen die Hisbollah zurücknehmen. Neue Kämpfe zwischen Anhängern beider Seiten werden unterdessen aus der Hafenstadt Tripoli gemeldet. Dabei wurden ersten Angaben zufolge mindestens eine Frau getötet und mehrere Menschen verletzt.

ANKARA: Türkische Kampfflugzeuge haben erneut Stellungen kurdischer Rebellen im Nordirak bombardiert. Nach Angaben der Streitkräfte richteten sich die Angriffe gegen Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei PKK, die an einem tödlichen Überfall auf einen türkischen Militärposten beteiligt waren. Über mögliche Opfer der jüngsten Angriffe ist noch nichts bekannt. Bei einem Bombardement unmittelbar nach dem Rebellenüberfall am Freitagabend waren nach Militärangaben 19 Aufständische und sechs türkische Soldaten getötet worden.

BERLIN: Nach Außenminister Frank-Walter Steinmeier lehnt auch Bundespräsident Horst Köhler ein Treffen mit dem Dalai Lama bei dessen Deutschland-Besuch kommende Woche ab. Eine Begegnung komme aus 'terminlichen Gründen' nicht zustande, teilte ein Sprecher Köhlers mit. Scharfe Kritik äußerten die Grünen. Es stünde dem Bundespräsidenten gut zu Gesicht, wenn er sich nicht wegducken, sondern Gastfreundschaft gegenüber dem Dalai Lama zeigen würde, sagte Parteichefin Claudia Roth. - Im vergangenen Jahr war es zu Spannungen im deutsch-chinesischen Verhältnis gekommen, nachdem Kanzlerin Angela Merkel das geistliche Oberhaupt der Tibeter offiziell in Berlin empfangen hatte.

FREIBURG: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat die Christen dazu aufgerufen, sich tatkräftig in der Gesellschaft zu engagieren. Christen müssten 'Mitgestalter' der Gesellschaft sein, sagte Zollitsch in seiner Pfingstpredigt im Freiburger Münster. Die Kirche bezeichnete er als 'Wegbegleiter' des Menschen. Sie sei kein religiöser Verein, sondern eine Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, betonte Zollitsch.

ZUM FUSSBALL: Hansa Rostock und der MSV Duisburg stehen als erste Absteiger aus der Fußball-Bundesliga fest. Am 33. Spieltag verlor der MSV gegen Bayern München mit 2:3, Hansa kassierte ein 1:2 gegen Bayer Leverkusen. Dagegen konnte sich Energie Cottbus durch ein 2:0 gegen den Hamburger SV retten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet sonnig und trocken. Höchstwerte 21 bis 26 Grad.

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