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Nachrichten

Sonntag, 11. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

WASHINGTON: Im US-Gefangenenlager Guantanamo haben sich drei Häftlinge in ihren Zellen erhängt. Die Männer stammen aus Saudi-Arabien und dem Jemen. Die Lagerkommandatur ließ erklären, die Selbstmorde seien nicht aus Verzweiflung begangen worden, sondern sie seien ein Akt der Kriegsführung gegen die USA. Es sind offiziell die ersten Selbstmorde in Guantanamo. US-Präsident George Bush zeigte sich ernsthaft besorgt. In dem Gefangenenlager auf Kuba halten die USA derzeit etwa 460 Terror-Verdächtige fest. Viele von ihnen sind seit Jahren inhaftiert. Die US-Regierung verweigert den Inhaftierten den Status und damit auch die Rechte von Kriegsgefangenen.

NEW YORK: Der Top-Terrorist Abu Mussab el Sarkawi soll vor seinem Tod hunderte Extremisten für Anschläge im Ausland rekrutiert haben. Die im Irak ausgebildeten Extremisten warteten nun in ihren Heimatländern auf Anweisungen, berichtet die 'New York Times'. Die Zeitung beruft sich auf hochrangige Mitarbeiter jordanischer Sicherheitsbehörden. Der in Jordanien geborene Sarkawi war vor wenigen Tagen bei einem gezielten US-Luftangriff nördlich von Bagdad getötet worden. Der Chef der Terror-Organisation 'El Kaida im Irak' wird für zahlreiche Anschläge mit hunderten Opfern verantwortlich gemacht.

KATHMANDU: Das Parlament von Nepal hat die Befugnisse von König Gyanendra weiter eingeschränkt und ihm damit seine politische Macht faktisch entzogen. Die Abgeordneten verabschiedeten einstimmig ein Gesetz, wonach der König kein Veto mehr gegen Gesetze einlegen kann. Bereits im Mai hatte das Parlament die Rechte des Königs stark beschnitten und ihm unter anderem die Kontrolle über die Armee entzogen. König Gyanendra hatte die Regierung im Oktober 2002 entlassen und den Himalaya-Staat von da an absolutistisch regiert. Nach wochenlangen Massenprotesten setzte er das Parlament im April wieder ein.

DHAKA: Tausende Anhänger der Opposition in Bangladesch haben in der Hauptstadt Dhaka den Rücktritt von Ministerpräsidentin Khaleda Zia und eine Wahlreform gefordert. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die in die Menge feuerte. Die Demonstranten wiederum warfen mit Steinen. Augenzeugen zufolge wurden mehrere Menschen verletzt.

GAZA-STADT: Im Machtkampf zwischen Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und der radikal-islamischen Hamas-Regierung ist keine Einigung in Sicht. Regierungschef Ismail Hanija warf dem Präsidenten vor, seine Kompetenzen zu überschreiten. Gegen den Widerstand der Hamas hatte Abbas am Samstag ein Referendum angesetzt, bei dem die Palästinenser am 26. Juli über einen unabhängigen Staat abstimmen sollen. Ein 'Ja' der Palästinenser käme einer Anerkennung Israels gleich. Die Hamas, die das Existenzrecht Israels nicht akzeptiert, rief zum Boykott der Volksabstimmung auf.

AMARA: In der südirakischen Stadt haben Unbekannte einen Marktplatz unter Beschuss genommen. Britische Soldaten erwiderten das Feuer. Mindestens zwei Menschen wurden getötet. In Bagdad starb ein Polizist als eine am Straßenrand plazierte Bombe detonierte. Am Samstag waren bei mehreren Anschlägen mindestens 23 Menschen getötet worden.

MADRID: In der spanischen Hauptstadt haben rund 200.000 Menschen gegen die Pläne der sozialistischen Regierung zu Friedensgesprächen mit der baskischen Untergrundorganisation ETA demonstriert. Zu der Kundgebung hatten die rechtsgerichtete Opposition und andere konservative Gruppen aufgerufen. Die Demonstranten warfen dem sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero vor, sich den Forderungen von Terroristen zu unterwerfen. Zapatero will mit der ETA, die seit Ende März eine Waffenruhe einhält, Verhandlungen aufnehmen.

SAARBRÜCKEN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bürger auf zusätzliche Belastungen bei der anstehenden Gesundheitsreform eingestimmt. Wegen des medizinischen Fortschritts und der Alterung der Gesellschaft werde die Gesundheit zwangsläufig teurer, sagte Merkel auf der Bundestagung des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU in Saarbrücken. Zugleich wurden aus Koalitionskreisen zahlreiche Überlegungen zur Gesundheitsreform bekannt. So soll es weitere Einschnitte in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen geben.

NÜRNBERG: Vor dem Fußball-WM-Spiel Iran gegen Mexiko in Nürnberg wollen an diesem Sonntag mehrere Organisationen gegen die israelfeindliche Politik der Teheraner Regierung protestieren. Zu der Kundgebung haben unter anderen die Israelitischen Kultusgemeinden und der Deutsche Gewerkschaftsbund aufgerufen. Als Zuschauer im Nürnberger Stadion wird auch der iranische Vizepräsident Mohammed Aliabadi erwartet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonnig und warm bei Höchstwerten zwischen 19 Grad an der Ostsee und 31 Grad im Westen.

Am Morgen meldeten bei wolkenlosem Himmel:

Hamburg: 18°;

Berlin: 18°;

Dresden: 13°;

Köln/Bonn: 19°;

Frankfurt am Main: 18° und

München: 13°.

  • Datum 11.06.2006
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