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Nachrichten

Sonntag, 11. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GAZA-STADT: Mehr als zwei Wochen nach Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen sind israelische Bodentruppen weiter in die Stadt Gaza vorgedrungen. Nach Augenzeugenberichten rollten israelische Panzer etwa einen Kilometer tief in den Süden der Stadt vor. Im Scheich Adschlin-Viertel in Küstennähe soll es zu heftigen Kämpfen mit militanten Palästinensern gekommen sein. Zuvor waren bei israelischen Angriffen am Sonntag an verschiedenen Orten im Gazastreifen insgesamt zwölf Palästinenser getötet worden. Am Samstag wurden nach palästinensischen Krankenhausangaben mehr als 30 Menschen getötet.

JERUSALEM: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier setzt seine Nahost-Reise mit Gesprächen in Israel fort. In Jerusalem kam er am Morgen mit Vertretern vom Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zusammen. Danach sind Treffen mit Präsident Schimon Peres und seiner Kollegin Zipi Livni geplant.  Am Samstag hatte Steinmeier Ägypten konkrete Hilfe bei der Überwachung der Grenze zum Gazastreifen zugesagt, um die Nachschubwege für die radikalislamische Hamas abzuschneiden. Deutschland will zudem bei Ausrüstung und Training der dortigen Grenzpolizei helfen und technische Hilfsmittel zur Grenzüberwachung bereitstellen.

BERLIN:  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die grundsätzliche Bereitschaft zur Teilnahme Deutschlands an einer internationalen Mission im Gazastreifen signalisiert. Diese müsse sicherstellen, dass die radikal-islamische Hamas Israel künftig nicht mehr mit Raketen beschieße, sagte Merkel der "Bild am Sonntag". Deutschland sei sich seiner Verantwortung bewusst und werde ihr gerecht. Das habe sich schon bei der Lösung der Libanon-Krise vor zwei Jahren gezeigt. Die Kanzlerin setzte sich zudem für eine schnelle Waffenruhe ein. Merkel äußerte sich auch besorgt über die Lage der Bevölkerung im Krisengebiet. Sie sprach von einer  "katastrophalen Situation".

BRÜSSEL: Im russisch-ukrainischen Gasstreit sieht die Europäische Union nach der Unterzeichnung eines Dokuments über die geplante Beobachter-Mission alle Voraussetzungen für erneute Erdgas-Lieferungen erfüllt. Nachdem Russland und die Ukraine das Papier unterschrieben hatten, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Sonntag, dies sollte endlich die Wiederaufnahme der Gas-Lieferungen von Russland in die Europäische Union erlauben. Europäische Beobachter sind bereits in der Ukraine und Russland eingetroffen. Sie sollen zusammen mit Experten aus Russland und der Ukraine die Gasleitungen überprüfen. Fachleute rechnen damit, dass es drei Tage dauert, bis das Gas im Westen ankommt. Russland beschuldigt die Ukraine, die Pipeline mit russischem Gas anzuzapfen. Die Ukraine bestreitet dies.

BRATISLAVA: Die slowakische Regierung hat wegen der Energiekrise beschlossen, das erst Ende 2008 abgeschaltete Atomkraftwerk in Jaslovske Bohunice wieder in Betrieb zu nehmen. Er sei sich bewußt, dass sein Land damit gegen bestehendes EU-Recht verstoße, sagte Ministerpräsident Robert Fico nach einer Sondersitzung des Kabinetts. Aber angesichts eines drohenden völligen Blackouts der slowakischen Energieversorgung habe man nicht anders handeln können. Die Slowakei hängt fast vollständig von russischen Gaslieferungen ab. Auch die EU-Kommission in Brüssel sprach von einem klaren Rechtsbruch. Die Abschaltung des Atomkraftwerks war Bedingung und Teil des Beitrittsabkommens der Slowakei zur EU.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die deutsche Automobilindustrie zu mehr Innovationen aufgefordert. Der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte sie, Deutschland habe vor über 100 Jahren das erste Auto entwickelt. Jetzt stehe man in einem neuen Wettbewerb, ob die deutsche Industrie in der Lage sei, auch das Auto des 21. Jahrhunderts zu produzieren. Merkel kündigte in diesem Zusammenhang auch Forschungsaufträge für den Klimaschutz und weitere Unterstützung für die Autoindustrie an.

SEOUL: Südkorea und Japan setzen ihre 'Pendeldiplomatie' zur Verbesserung der Beziehungen fort. Der japanische Ministerpräsident Taro Aso traf in Begleitung einer Delegation führender Geschäftsleute zu politischen Gesprächen in Seoul ein. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen der Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm, die weltweite Wirtschaftskrise und der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Zum Auftakt des zweitägigen Besuchs legte Aso einen Kranz auf dem Nationalfriedhof nieder, auf dem koreanische Soldaten und Unabhängigkeitskämpfer beerdigt sind, die gegen die japanische Besatzung zwischen 1910 und 1945 gekämpft hatten. Am Montag wollen Aso und der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak zusammenkommen.

ISLAMABAD: Bei schweren Gefechten im unruhigen Nordwesten Pakistans sind mindestens 40 muslimische Extremisten und sechs Soldaten getötet worden. Nach Angaben des pakistanischen Militärs hatten rund 600 Aufständische einen Stützpunkt der Armee in der halbautonomen Stammesregion Mohmand angegriffen. Die Soldaten hätten den Angriff zurückgeschlagen und eine Gegenoffensive gestartet, hieß es. Die Region im Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Rückzugsgebiet für Taliban-Kämpfer und El-Kaida-Terroristen.

ABUJA: Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS hat nach dem Militärputsch in Guinea die Mitgliedschaft des Staates in der Organisation ausgesetzt. Dies gelte bis zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung in dem Land, sagte ECOWAS-Präsident Mohammed Ibn Chambas nach einer Sondersitzung der Staatschefs der Gemeinschaft in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Auch die Afrikanische Union hatte wegen des Putsches die Mitgliedschaft Guineas suspendiert. Die Militärs hatten Ende Dezember nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Lansan Conté in einem unblutigen Staatsstreich die Macht übernommen. Sie hatten ihr Vorgehen mit der herrschenden Korruption im Lande begründet. Für Ende des Jahres kündigten sie Neuwahlen an.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden wechselnd bewölkt und trocken. Sonst überwiegend sonnig. Höchsttemperaturen zwischen minus vier und plus fünf Grad Celsius.

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