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Nachrichten

Sonntag, 10. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel berät an diesem Sonntag mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak über die Lage im Nahen Osten. Vor dem Treffen im Kanzleramt kündigte die Regierungschefin an, sie wolle sich für eine Neubelebung des so genannten Nahost-Quartetts stark machen. Gemeinsam mit den USA, Russland und den Vereinten Nationen wolle die Europäische Union den politischen Prozess im Nahen Osten wieder in Gang bringen. Am Dienstag wird der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert zu Gesprächen in Berlin erwartet.

BEIRUT: In der libanesischen Hauptstadt sind tausende Soldaten und Polizisten im Einsatz, um mögliche Ausschreitungen bei einer weiteren Massenkundgebung der Opposition zu verhindern. Dazu werden hunderttausende Anhänger der pro-syrischen Parteien unter Führung der Hisbollah erwartet. Der Machtkampf zwischen pro- und anti-syrischen Kräften hatte sich am Samstag verschärft, nachdem der pro-syrische Präsident Emile Lahoud die Pläne der Regierung abgelehnt hatte, ein UN-Tribunal zur Aufklärung des Mordes an Ex-Premier Rafik Hariri einzusetzen. Ein Sprecher des US-Außenministeriums warf derweil dem Iran und Syrien vor, den Libanon destabilisieren zu wollen.

TEHERAN: Die Absicht von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, in den Palästinensergebieten neu wählen zu lassen, ist von Regierungschef Ismail Hanija zurückgewiesen worden. Dem iranischen Fernsehen sagte er im Rahmen seines Besuches dort, vorgezogene Neuwahlen würden die Spannungen unter den Palästinensern nur verschärfen. Die Wünsche des Volkes würden zudem mit Füßen getreten. Bei den Wahlen im Januar hatte die Hamas gewonnen, sieht sich international aber weitgehend isoliert, weil sie unter anderem Israels Existenzrecht nicht anerkennen will. Seit Monaten versuchen die Hamas und die oppositionelle Fatah bislang erfolglos eine Regierung der nationalen Einheit auf die Beine zu stellen.

BAGDAD: Der scheidende US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat sich im Irak von den dort stationierten US-Soldaten verabschiedet. Er besuchte dabei nach Angaben seines Ministeriums die Stützpunkte in Anbar im Westen des Landes sowie Balad nördlich der Hauptstadt Bagdad und bedankte sich bei den Soldaten für ihren Einsatz. In einer Abschiedsrede in seinem Ministerium hatte Rumsfeld am Freitag erneut vor einem zu schnellen Abzug der US-Truppen aus dem Irak gewarnt. Rumsfeld hatte nach dem Sieg der Demokraten bei der Kongresswahl und wegen zunehmender Kritik an seinem Irak-Kurs Anfang November seinen Rücktritt erklärt. Noch in diesem Monat wird er vom früheren CIA-Chef Robert Gates abgelöst.

MOSKAU: In Russland hat es einen zweiten Krankenhaus-Brand innerhalb von 24 Stunden gegeben. Nach Medienberichten kamen bei dem Brand in einer Psychiatrischen Klinik nahe der südsibirischen Stadt Kemerowo neun Menschen ums Leben. Weitere sechs seien verletzt worden. In der Nacht zum Samstag waren bei einem Brand in einer Moskauer Drogenklinik mindestens 45 Frauen ums Leben gekommen. Die Behörden gehen in beiden Fällen von Brandstiftung aus.

KÖLN: Die Europäische Union sollte nach den Worten von EU-Kommissar Günter Verheugen an ihren Forderungen gegenüber der Türkei trotz des jüngsten Kompromiss-Angebots im Zypern-Streit festhalten. Die Regierung in Ankara müsse die Verpflichtungen aus der Zollunion ohne Einschränkungen erfüllen, sagte Verheugen dem 'Deutschlandfunk'. Die EU-Außenminister beraten am Montag, ob die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei teilweise ausgesetzt werden. In Brüssel ist man der Auffassung, dass die Türkei verpflichtet ist, ihre Häfen und Flughäfen bedingungslos für EU-Staaten zu öffnen, auch für Schiffe und Flugzeuge aus Zypern. Die Regierung in Ankara hatte diese Woche angeboten, einen Seehafen für Schiffe aus Zypern zugänglich zu machen.

COCHABAMBA: In Südamerika soll nach dem Willen von zwölf lateinamerikanischen Staaten innerhalb von fünf Jahren eine Union nach dem Vorbild der EU aufgebaut werden. Das beschlossen die Staats- und Regierungschefs der Südamerikanischen Gemeinschaft zum Abschluss ihres Treffens im bolivianischen Cochabamba. Boliviens Präsident Evo Morales sagte, ohne eine engere Zusammenarbeit hätten die einzelnen Staaten in der Region keine Chance, vor allem ihre Wirtschaftsprobleme zu lösen. Eine Expertengruppe wurde eingesetzt, die alle Möglichkeiten zur Bildung einer südamerikanischen Union prüfen soll. Im kommenden Jahr soll bei einem Treffen in Venezuela bereits über eine Integration der Energiemärkte beraten werden.

CAPE CANAVERAL: Die US-Raumfähre 'Discovery' ist zu einer zwölftägigen Mission ins All gestartet. Ziel ist die Internationale Raumstation ISS. Dort sollen die Astronauten unter anderem Vorarbeiten für die Montage von Sonnensegeln ausführen und das Stromkabelsystem erneuern. Die 'Discovery' wird auch den deutschen Astronauten Thomas Reiter nach über fünfmonatigem Aufenthalt in der ISS wieder zur Erde zurückbringen. - Der Start des Shuttle im Weltraum-Zentrum Cape Canaveral in Florida fand erstmals seit der 'Columbia'-Tragödie 2003 wieder in der Nacht statt. Damals waren alle sieben Astronauten ums Leben gekommen.

MANILA: Innerhalb weniger Tage ist der zweite Taifun über die Philippinen hingweggefegt. Mehr als 66.000 Menschen hatten sich vor dem Wirbelsturm 'Utor' in Sicherheit gebracht. Dieser zog mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern die Stunde über die Inseln Samar und Masbate. Mindestens zwei Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Wegen des Taifuns hatte die Regierung ein für Freitag angesetztes Gipfeltreffen der Vereinigung Südostasiatischer Staaten ASEAN abgesagt. Es soll jetzt im Januar stattfinden. Meteorologen erwarten, dass der Taifun auf seinem Zug Richtung Nordvietnam oder Südchina weiter an Stärke gewinnt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen ist es freundlich, im Süden und Osten gibt es vereinzelt Regen. Tagestemperaturen vier bis zehn Grad Celsius.

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