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Nachrichten

Sonntag, 10. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TIFLIS: Nach zweitägigen Kämpfen hat Georgien nach eigenen Angaben seine Armee aus Südossetien zurückgezogen. Der Abzug der Truppen sei vollständig und abgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung des georgischen Innenministeriums. Die russische Regierung widersprach dem aber und betonte, georgische Soldaten seien nach wie vor in Südossetien präsent. Die Provinz will sich von Georgien abspalten und wird dabei von Russland unterstützt. Gleiches gilt für die Region Abchasien. Nach Angaben der georgischen Regierung rückten in Abchasien viele russische Soldaten ein. Wie es in Agenturberichten heißt, bezogen außerdem russische Kriegsschiffe vor der Schwarzmeer-Küste Position. Damit sollten Waffenlieferungen nach Georgien über den Seeweg gestoppt werden, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax. Bei den Kämpfen in den vergangenen Tagen soll es mehrere tausend Tote gegeben haben. Russische Kampfjets hatten auch Wohnhäuser in Georgien ins Visier genommen.

ALGIER: Bei einem Selbstmordanschlag im Norden Algeriens sind mindestens acht Menschen getötet worden. Der Anschlag sei in der Küstenstadt Zemmouri nahe einer Polizeiwache verübt worden, heißt es in Agenturberichten. In Algerien ist eine Gruppierung des Terrornetzwerks Al Kaida aktiv.

LA PAZ: In einem Referendum entscheiden die Bolivianer an diesem Sonntag über die politische Zukunft von Präsident Evo Morales. Der linksgerichtete Politiker hat sich zu der Abstimmung bereiterklärt, nachdem vier wohlhabende Provinzen mehr Unabhängigkeit von der Zentralregierung gefordert hatten. Umfragen zufolge dürfte Morales sein Amt behalten. Der erste bolivianische Präsident indianischer Abstammung hofft, dass ein Sieg beim Referendum seinem Reformprogramm neuen Auftrieb verleihen wird. Morales hat seit der Präsidentenwahl 2005 Teile der Wirtschaft verstaatlicht und eine neue Verfassung erarbeitet, die vor allem die Rechte der indianischen Ureinwohner stärkt. Auch eine Begrenzung des Grundbesitzes wurde vom Parlament gebilligt.

MANILA: Das philippinische Militär hat im Süden des Landes eine Offensive gegen hunderte muslimische Rebellen gestartet, die seit der vergangenen Woche mehrere Dörfer besetzt halten. Wegen des Konfliktes sind laut Regierung rund 80.000 Menschen aus der Provinz Nord Cotabato 900 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila auf der Flucht. Die Rebellen hätten Häuser angezündet und geplündert, hieß es. Der Konflikt zwischen muslimischen Rebellen und der katholischen Bevölkerungsmehrheit hatte sich durch ein neues Urteil des Obersten Gerichtshofes des Landes verschärft. Die Richter hatten mehr Rechte für Moslems in der südlichen Provinz Mindanao als nicht verfassungskonform zurückgewiesen.

PEKING: Nach der Anschlagsserie in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang ist die Zahl der Toten dort auf acht gestiegen. Zunächst hatten die Behörden von fünf getöteten Angreifern in der Stadt Kuqa gesprochen. Nach den Bombenanschlägen rückte Militär in die Stadt ein. In der Provinz hatte es bereits am Montag einen Anschlag gegeben. Dabei hatten die Attentäter 16 Polizisten getötet. In Xinjiang leben mehrheitlich muslimische Uiguren, die für mehr Autonomie eintreten.--Unklar ist derzeit der Verbleib der Ehefrau des inhaftierten Bürgerrechtlers Hu Jia. Die Menschenrechtsgruppe 'Chinese Human Rights Defenders' vermutet, dass die Frau und ihr Baby von der Polizei abgeführt wurden, um Kontakte mit Journalisten zu verhindern.

ZUM SPORT: Die Wasserspringerinnen Ditte Kotzian und Heike Meyer haben der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Peking die erste Medaille beschert. Das Duo aus Berlin und Leipzig belegte im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett den dritten Platz und holte damit Bronze. Gold ging an China, Silber an Russland. US-Schwimmstar Michael Phelps gewann mit einem neuen Weltrekord über 400 Meter Lagen seine erste Goldmedaille. Insgesamt will er in Peking acht Mal Gold holen. Die deutsche Frauen-Freistilstaffel verpasste dagegen die erhoffte Medaille. Sie musste sich beim 4 x 100 Meter Freistil-Schwimmen mit Platz fünf begnügen. Gold holten hier die Niederlande. Deutschlands Basketballer starteten mit einem Sieg über Angola ins Olympia-Turnier.

BERLIN: Der Wissenschaftsrat hält die Zahl der Studienanfänger in Deutschland für zu gering. Es gebe zwar immer mehr junge Menschen mit Abitur oder Fachhochschulreife, doch nähmen zu wenige von ihnen tatsächlich ein Studium auf, beklagte der Vorsitzende des Rates, Peter Strohschneider, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Danach bekundeten etwa vom Abitur-Jahrgang 2006 nur noch 68 Prozent die Absicht zu studieren. 2002 seien es noch 73 Prozent gewesen. Dabei wachse gleichzeitig auf dem Arbeitsmarkt der Bedarf an hoch qualifizierten Akademikern, so Strohschneider weiter. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sei die finanzielle Belastung durch ein Studium, was vor allem für Studenten aus bildungsfernen Schichten ein Problem darstelle. Der Wissenschaftsrat ist das wichtigste Beratungsgremium von Bund und Ländern in der Hochschul- und Forschungspolitik.

PAPENBURG: Das bislang größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff hat das Baudock der Meyer Werft in Papenburg verlassen. Vor mehreren tausend Schaulustigen wurde die 'Celebrity Solstice' langsam ins Hafenbecken gezogen. Die Überführung über die Ems ins niederländische Eemshaven ist für den 27. September geplant. Das etwa 500 Millionen Euro teure Schiff hat eine Länge von 315 Metern und eine Breite von fast 37 Metern. Es bietet Platz für fast 2900 Passagiere. An Bord gibt es auch einen Golfplatz mit echtem Rasen. Gebaut wurde der Kreuzfahrtriese für eine US-amerikanische Reederei.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und in der Mitte meist dicht bewölkt und etwas Regen. Im Süden heiter und trocken. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 19 und 28 Grad.

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