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Nachrichten

Sonntag, 1. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

MOSKAU: Der Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich zu. Russland begann am Sonntagmorgen damit, seine Gaslieferungen an das Nachbarland herunterzufahren. Der staatlich- kontrollierte Energiekonzern Gasprom ließ den Druck in der Hauptpipeline nach Westen abfallen. Zuvor hatte die Ukraine einen Kompromissvorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin abgelehnt. Er hatte vorgeschlagen, dass sich die Ukraine verpflichtet, von April an den Weltmarktpreis für russisches Gas zu zahlen. In diesem Fall wäre Moskau bereit gewesen, das Gas noch drei Monate lang zum bisherigen Niedrigpreis zu liefern. Der aktuelle Weltmarktpreis für Gas ist fast fünfmal so hoch wie der Preis, den zuletzt die Ukraine zahlte.

BERLIN: Die Freilassung des ehemaligen Staatssekretärs Jürgen Chrobog und seiner Familie aus mehrtägiger Geiselhaft im Jemen ist in Deutschland mit Erleichterung aufgenommen worden. Die Bundesregierung sei über das Ende der Entführung "sehr glücklich", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Zugleich dankte er der Regierung in Sanaa für ihre Vermittlungsbemühungen. Laut Medienberichten wurden mehrere der mutmaßlichen Entführer kurz nach der Freilassung der Geiseln am Samstag festgenommen. Der 65-jährige Chrobog, seine Frau und seine drei erwachsenen Söhne waren am vergangenen Mittwoch während einer Urlaubsreise verschleppt worden. Die Entführer wollten inhaftierte Angehörige ihres Stammes freipressen.

NEW YORK/BERLIN: Menschen in aller Welt haben das Jahr 2006 begrüßt. Vielerorts gab es große Feuerwerke und lauten Trubel. Zuletzt wurde das neue Jahr auf dem amerikanischen Kontinent willkommen geheißen. Die größte Silvesterparty Deutschlands fand wieder in Berlin statt, wo sich etwa eine Million Menschen rund um das Brandenburger Tor versammelten. Dort fiel auch der offizielle Startschuss für das Fußball-Weltmeisterschafts-Jahr. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble überreichte Gastgeschenke an Vertreter aller WM- Teilnehmerstaaten.

PARIS: Trotz eines Großaufgebots der Polizei sind in der Silvesternacht in Frankreich mehr als 300 Autos in Brand gesetzt worden. Nach Angaben der Behörden wurden zahlreiche Menschen vorläufig festgenommen. Landesweit waren rund 25.000 Polizisten im Einsatz, um ein Wiederaufflammen der Unruhen vom Herbst zu verhindern. Bei den wochenlangen Jugend-Krawallen waren in Frankreich tausende Autos und mehrere hundert Gebäude in Flammen aufgegangen.

WIEN: Die EU-Ratspräsidentschaft ist turnusgemäß von Großbritannien an Österreich übergegangen. Zum zweiten Mal nach 1998 übernimmt Österreich damit für sechs Monate den Vorsitz in der Europäischen Union. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel will vor allem einen neuen Anlauf in der Frage der EU-Verfassung nehmen. Die EU hatte sich eine 'Denkpause' verordnet, als das Vertragswerk bei Referenden in Frankreich und den Niederlanden abgelehnt worden war. Eine weitere wichtige Aufgabe Schüssels wird es sein, den Kompromiss des EU-Gipfels zum Haushaltsrahmen für die Jahre 2007 bis 2013 durch das Europaparlament zu bringen.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bürger in ihrer Neujahrsansprache zu Zuversicht und Tatkraft ermutigt. Zwar werde vielen bereits sehr viel abverlangt, dennoch wolle sie dazu ermuntern, neue Ideen in die Tat umzusetzen, sagte Merkel. Auch die große Koalition wolle Schritt für Schritt ihre Reformpolitik fortsetzen. Merkel kündigte an, die Regierung werde bei ihrem strikten Sparkurs die Bereiche Forschung, Entwicklung und Bildung ausklammern. Um die Massenarbeitslosigkeit und damit das größte Problem in Deutschland zu bekämpfen, müssten alle noch mehr tun als bisher.

BERLIN: Mit dem Jahreswechsel sind in Deutschland wichtige Gesetzesänderungen in Kraft getreten. Sie betreffen viele Lebensbereiche und damit auch fast alle Bürger. So wird es künftig keine Eigenheimzulage mehr geben. Auch die Steuerbefreiung für Abfindungen und Übergangsgelder wird gestrichen. Zudem wird die Altersgrenze für Frührenten wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit bis 2008 stufenweise auf 63 Jahre angehoben. Ferner steigt die staatliche Förderung bei der Riester-Rente um die Hälfte auf 114 Euro. Jeder Bürger erhält ab sofort auf Antrag Zugang zu amtlichen Informationen von Bundesbehörden, ohne ein berechtigtes Interesse nachweisen zu müssen.

STUTTGART: Der neue Chef des DaimlerChrysler-Konzerns, Dieter Zetsche, hat den geplanten Arbeitsplatzabbau bei Mercedes verteidigt. Man könne über unangenehme Wahrheiten nicht hinwegsehen, sagte Zetsche dem Magazin 'Der Spiegel'. Die Kosten des Autobauers lägen in allen Bereichen über denen der Wettbewerber. Der 52-Jährige sprach in diesem Zusammenhang von einem Produktivitätsstau. Zetsche, der bereits Mercedes-Chef ist, übernahm zum Jahreswechsel zusätzlich die Konzernleitung von Jürgen Schrempp. Zuvor hatte er sich bereits bei der US-Sparte Chrysler einen Ruf als harter Sanierer erworben.

BAGDAD: Die irakische Hauptstadt ist auch am ersten Tag des neuen Jahres von einer Serie von Bombenanschlägen erschüttert worden. Nach Angaben der Polizei explodierten am Sonntagmorgen insgesamt acht Sprengsätze. Dabei seien mehr als ein Dutzend Menschen verletzt worden, teilten die Behörden mit. Todesopfer habe es nicht gegeben.

GAZA-STADT: Militante Palästinenser haben im Gazastreifen einen Club für Angestellte der Vereinten Nationen in die Luft gesprengt. Gäste hielten sich nicht mehr in dem Gebäude auf, so dass niemand verletzt wurde. Der Zwischenfall in der Nacht zum Sonntag gilt als weiterer Rückschlag für Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas. Er hatte in seiner Neujahrsansprache nochmals ein Ende von Chaos und Gewalt in den Autonomiegebieten gefordert.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist wolkig oder dunstig. In der Nordhälfte meist trocken. Im Süden zeitweise etwas Regen oder Scheeregen. Schneefallgrenze bei 600 Metern. Höchstwerte null bis sechs Grad.

  • Datum 01.01.2006
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