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Nachrichten

Sonntag, 09. April 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

LAUENBURG: Die Hochwasserlage an der Elbe in Norddeutschland spitzt sich weiter zu. An mehreren Orten übertrafen die Pegel die Werte der sogenannten Jahrhundertflut von 2002. In Lauenburg in Schleswig- Holstein stehen Teile der Altstadt unter Wasser. Auch im niedersächsischen Hitzacker ist die historische Altstadt überflutet. Hier übertrafen die Wasserstände sogar die Rekordmarken von 1895. Bundeskanzlerin Angela Merkel will an diesem Sonntag die niedersächsischen Hochwassergebiete besuchen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

ROM: In Italien hat die Parlamentswahl begonnen. Fast 50 Millionen Stimmberechtigte können heute und am Montag darüber entscheiden, ob das Land weiter durch die Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi regiert wird oder vom linken Parteienbündnis des früheren EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi. Nach den vor zehn Tagen letztmals erhobenen Umfragen lag die Opposition bis zu fünf Prozentpunkte vor dem Regierungslager. Vergeben werden 630 Parlamentssitze und mehr als 300 Senatorenposten.

BUDAPEST: Mehr als acht Millionen Ungarn sind aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Man rechnet in Budapest mit einem Kopf-an- Kopf-Rennen zwischen der regierenden Ungarischen Sozialistischen Partei und dem rechtskonservativen Bund Junger Demokraten-Ungarische Bürgerpartei. Spitzenkandidat der Sozialisten ist Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany. Er steht für die Öffnung und Liberalisierung Ungarns, sein nationalkonservativer Rivale Viktor Orban tritt für den Schutz heimischer Unternehmen vor ausländischer Konkurrenz ein.

GAZA-STADT: Die israelische Armee hat ihre Angriffe auf Ziele im Norden des Gaza-Streifens fortgesetzt. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben ein Polizist getötet und mehrere verletzt, als eine Granate in einer Polizeistation in der Nähe von Beit Hanun einschlug. Israel begründet die seit Tagen anhaltenden Attacken mit dem Ziel, palästinensische Raketenangriffe unterbinden zu wollen. Am Samstag waren bei Angriffen der israelischen Luftwaffe im Gazastreifen mindestens neun Palästinenser getötet worden. Die Hamas-Regierung verurteilte die Angriffe als Massaker. Die El-Kassem Brigaden, der bewaffnete Flügel der Hamas, drohte mit Vergeltungsschlägen.

LONDON: Das internationale Terrornetzwerk 'El Kaida' hat nach den Erkenntnissen einer amtlichen Untersuchung nichts mit den Terroranschlägen vom Juli 2005 in der britischen Hauptstadt zu tun. Dabei waren durch Sprengsätze in der U-Bahn und in einem Linienbus insgesamt 56 Menschen getötet und rund 700 weitere verletzt worden. Wie die Tageszeitung 'Observer' schreibt, sahen sich die vier Selbstmordattentäter als Märtyrer, die gegen die britische Außenpolitik hätten protestieren wollen. Die Aktion sei im Internet vorbereitet worden und weder kompliziert noch kostspielig gewesen.

BAGDAD: Die politischen Führer der irakischen Schiiten beraten über die politische Zukunft von Ministerpräsident Ibrahim Dschaafari. Zuletzt hatten sich die Appelle gehäuft, der schiitische Regierungschef solle sein Amt zur Verfügung stellen. Er wird im eigenen Lager ebenso wie von Kurden und Sunniten zunehmend als Hindernis bei der Regierungsbildung gesehen. Zudem wird er für die politisch motivierten Gewalttaten mitverantwortlich gemacht. Die Lage im Irak wird im In- und Ausland zunehmend kritisch bewertet. Der stellvertretende Innenminister Hussein Ali Kamal sprach von einem Bürgerkrieg, der nur offiziell von den Konfliktparteien noch nicht erklärt worden sei. Ähnlich äußerte sich Ägyptens Präsident Hosni Mubarak. Auch ein von der "New York Times" veröffentlichter Bericht der US-Regierung zeichnet ein düsteres Bild der Lage.

WASHINGTON: Die US-Regierung treibt nach Informationen des renommierten amerikanischen Journalisten Seymour Hersh Pläne für einen Luftkrieg gegen den Iran voran. Gleichzeitig favorisiere sie im internationalen Atomstreit mit der Führung in Teheran öffentlich eine diplomatische Lösung, heißt es in seinem Beitrag für das Magazin 'New Yorker'. Hersh zitiert darin gegenwärtige und ehemalige Geheimdienstmitarbeiter und Militärs. Nach deren Darstellung sieht die US-Regierung zunehmend einen Regierungswechsel im Iran als Ziel an.

KATHAMDU: In Nepal hat die Opposition ungeachtet der von der Regierung angeordneten Ausgangssperre ihre Proteste gegen die Alleinherrschaft von König Gyanendra fortgesetzt. In der Hauptstadt Kathmandu und in Bharatpur im Süden des Landes gab es neue Kundgebungen. In Kathmandu ging die Polizei mit Tränengas gegen steinewerfende Jugendliche vor. Die Regierung verhängte ein weiteres Ausgehverbot in der Stadt Pokhara, wo sich der König aufhält.

MANNHEIM: Deutsche Ermittler haben einen Rebellenführer aus dem Kongo festgenommen. Wie die Polizei in Mannheim bestätigte, lag gegen Ignace Murwanashyaka ein Abschiebehaftbefehl wegen Kriegsverbrechen in der ostkongolesischen Provinz Kivu vor. Außerdem ermittle das Tribunal der Vereinten Nationen zum Völkermord in Ruanda gegen den Mann. Murwanashyaka befehligt nach eigenen Angaben etwa 8.000 Hutu-Rebellen im Osten Kongos, von denen viele an den Massakern im benachbarten Ruanda beteiligt gewesen sein sollen.

MOSKAU: Brasiliens erster Astronaut ist in einer russischen Sojus-Kapsel sicher zur Erde zurückgekehrt. Der 43-jährige Marcos Pontes hatte sich zehn Tage zusammen mit einem amerikanischen und einem russischen Kollegen im All aufgehalten. Die beiden beendeten mit der Landung in der Steppe Kasachstans eine insgesamt sechsmonatige Reise zur Internationalen Raumstation -ISS-.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vom Schwarzwald bis zum Bayerischen Wald regnerisch, sonst ein Mix von Sonne, Wolken und Regen. Höchstwerte sieben bis 13 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 5°, leicht bewölkt; Berlin: 6°, leicht bewölkt; Dresden: 6°, wolkig; Köln/Bonn: 5°, stark bewölkt; Frankfurt am Main: 8°, wolkig und München: 7°, Regen.