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Nachrichten

Sonntag, 07. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag.

BAGDAD: Im Irak nimmt die Gewalt kein Ende. Mehrere Bombenanschläge mit zahlreichen Toten und Verletzten wurden aus Bagdad und der Schiiten-Stadt Kerbela gemeldet. Nach Angaben der Polizei gab es allein in Kerbela mehr als 20 Todesopfer, als eine Autobombe in der Nähe des zentralen Busbahnhofs explodierte. In der irakischen Hauptstadt detonierten am Sonntagmorgen innerhalb weniger Minuten zwei Autobomben. Einer der Anschläge richtete sich gegen eine Patrouille der irakischen Armee, die andere Bombe explodierte auf einer großen Straßenkreuzung. In Bagdad wurden zudem die Leichen von mehr als 40 erschossenen Männern gefunden, die auch Folterspuren aufwiesen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush sieht in Deutschland einen wichtigen Partner im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Die Bundesrepublik spiele bei dieser Aufgabe eine entscheidende Rolle, sagte Bush der Zeitung 'Bild am Sonntag'. Zugleich zeigte er Verständnis für die Weigerung Deutschlands, sich am Irak-Krieg zu beteiligen. Er habe erkannt, dass die deutsche Bevölkerung Krieg verabscheue. Im Konflikt um das iranische Atomprogramm sprach sich der US-Präsident nochmals für eine diplomatische Lösung aus. Bush machte aber deutlich, dass für ihn auch ein militärisches Eingreifen eine Option bleibe. An die Staatengemeinschaft appellierte Bush, die Drohungen des Iran gegenüber Israel ernst zu nehmen.

NEW YORK: Im Atomstreit mit dem Iran ist eine gemeinsame Resolution der Mitglieder des Weltsicherheitsrates nicht in Sicht. Die Vetomächte Russland und China sind weiterhin strikt gegen einen Verweis auf Kapitel 7 der UN-Charta. Dieses Kapitel ermächtigt den Sicherheitsrat zu Sanktionen bis hin zu Militärschlägen. Der Westen befürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen bauen will. Deshalb haben Großbritannien und Frankreich einen Resolutionsentwurf verfasst, in dem das iranische Atomprogramm als 'Bedrohung des internationalen Friedens' verurteilt wird. Der Entwurf wird auch von den USA und Deutschland unterstützt.

JERUSALEM: Im Westjordanland ist es bei der Räumung eines von jüdischen Siedlern besetzten Hauses zu heftigen Zusammenstößen gekommen. Die Siedler, die sich in dem Haus in Hebron verbarrikadierten, warfen mit Steinen, Brandsätzen und Flaschen auf israelische Sicherheitskräfte. Dabei wurden mehr als zehn Menschen verletzt, mehrere Siedler wurden festgenommen. - Die Räumung des Hauses war vom Obersten israelischen Gericht angeordnet worden. In Hebron leben einige hundert jüdische Siedler inmitten von 120.000 Palästinensern.

RIAD: Das geplante internationale Anti-Terror-Zentrum soll in Bahrain angesiedelt werden. Darauf verständigten sich die Mitgliedsländer des so genannten Golf-Kooperationsrates bei einem Treffen in Riad. Die Einrichtung des Anti-Terror-Zentrums war im vergangenen Jahr auf Anregung Saudi-Arabiens beschlossen worden. Die Behörde soll den Austausch von Informationen und die Zusammenarbeit bei Anti-Terror-Maßnahmen erleichtern. - Dem Golf-Kooperationsrat gehören Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate an.

SINGAPUR: Bei der Parlamentswahl in Singapur hat die regierende 'People's Action Party' ihre klare Vormachtstellung verteidigt. Wie die Wahlkommission bekanntgab, wird die Partei von Premierminister Lee Hsien Loong auch im neuen Parlament 82 der 84 Abgeordneten stellen. Wegen des Mehrheitswahlrechts in Singapur wirkten sich Stimmenverluste für die 'People's Action Party' bei der Sitzverteilung nicht aus.

KHARTUM: Zwei Tage nach Unterzeichnung des Friedensabkommens für die westsudanesische Region Darfur besucht UN-Hilfskoordinator Jan Egeland das Krisengebiet. Der UN-Diplomat wird zunächst in einem Flüchtlingslager in der im Süden gelegenen Provinz Nyala erwartet. Später will Egeland Gespräche mit der Regierung in Khartum führen. Am Freitag hatte die politische Führung des Landes mit der größten Rebellengruppe in Darfur einen Friedensvertrag geschlossen. Er sieht unter anderem vor, dass 5.000 Kämpfer der Rebellen in Armee und Polizei integriert werden.

BERLIN: In der Debatte über eine Unternehmenssteuerreform geht der Deutsche Gewerkschaftsbund auf Konfrontationskurs zum künftigen SPD-Vorsitzenden Kurt Beck. Es sei ein 'fatales Signal', dass Beck zur Entlastung der Wirtschaft Einnahmeverluste für den Staat akzeptieren wolle, sagte DGB-Chef Michael Sommer der 'Frankfurter Rundschau'. Vor diesem Weg könne er die Koalition nur warnen. Eine Senkung von Unternehmenssteuern habe noch nie zu mehr Arbeitsplätzen geführt, betonte Sommer.

BERLIN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat sich für die Einführung einer einheitlichen Schulkleidung in Deutschland ausgesprochen, um die religiöse und soziale Diskriminierung von Schülern zu verhindern. Schuluniformen seien eine einfache Lösung zur Konfliktvermeidung, sagte die SPD-Politikerin der "Welt am Sonntag". Im April hatte der Fall zweier Schülerinnen einer Bonner Gesamtschule für Aufsehen gesorgt, die vom Unterricht ausgeschlossen wurden, weil sie in einer Burka erschienen waren.

ZUM SPORT: Der FC Bayern hat seine 20. deutsche Fußball-Meisterschaft auf einem Rheinschiff in Köln gefeiert. Die Münchener hatten sich den Titel am vorletzten Bundesliga-Spieltag durch ein 1:1 in Kaiserslautern gesichert.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist sonnig, am Nachmittag kann es örtlich kurze Schauer oder Gewitter geben. Die Temperaturen steigen auf 20 bis 26 Grad.

  • Datum 07.05.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8N9G
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