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Musik

Songs waren sein Leben – zum Tod Robin Gibbs

Mehr als 200 Millionen Tonträger haben die Bee Gees verkauft. Robin, der hagere Junge von der Isle Of Man in der Irischen See, forcierte aber auch stets seine Solo-Karriere. Ein Rückblick auf ein erfülltes Musikerleben.

"Ein bestimmtes Highlight zu benennen fällt mir schwer! Songs zu schreiben hat mir immer gut gefallen. So viele haben unsere Lieder aufgenommen. Mir gefällt beispielsweise die Fassung von Destiny's Child unseres Songs "Emotion" ein. Das war ein Highlight für mich ganz persönlich." Robin Gibb über seinen ganz persönlichen "Höhepunkt" seiner Karriere. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Barry und Maurice hat er Musikgeschichte geschrieben.

Spontane Solo-Hits

Dachte Robin Gibb an seinen ersten Solo-Hit "Saved By The Bell", fiel ihm folgendes ein: "Er wurde 1969 mit einem Drum-Computer aufgenommen. Ich war wahrscheinlich der Erste gewesen, der ein "synthetisches Schlagzeug" für eine Plattenaufnahme benutzt hatte." Die Keyboards spielte damals sein Zwillingsbruder Maurice. Dieser war, 14 Jahre später, auch an Robin Gibbs zweiten, großen Erfolg 1983 beteiligt: "Juliet"! Songs zu komponieren verglich Robin Gibb gern mit dem Brettspiel "Scrabble": "Aus zufällig gezogenen Buchstaben werden Wörter gelegt. Darauf ist mein Gehirn trainiert. Ich habe darüber auch mal mit Paul McCartney diskutiert!" Und der Ex-Beatle stimmte mit Gibb überein, dass jeder Lieder im Kopf habe, so Gibb weiter. Doch im Gegensatz zu den so genannten "normalen Menschen" notiere sich ein Songschreiber sofort das, was er gerade "höre".

Robin Gibb, Barry Gibb und Maurice Gibb in Los Angeles (Foto: AP/ Lennox Mclendon)

Glanzvolle Zeiten 1978

Musik war seine Flucht!

Unzählige Hits hatten Robin und seine beiden Brüder in mehr als 40 Jahren geschrieben. Anfang 2003 dann der Schock: Zwillingsbruder Maurice starb unerwartet wenige Tage nach einer Darm-Operation mit nur 53 Jahren. Musik heiße für ihn "Flucht vor der Realität," hatte Robin Gibb mal gesagt. Sein jüngerer Bruder Andy war bereits 1988 im Alter von 30 Jahren gestorben. Nach dem tragischen Tod von Maurice, stürzte sich Robin Gibb, der damals eine neue Solo-CD veröffentlichte, in die Arbeit, gab Interviews, Autogrammstunden und plante Radio-Konzerte. Das sei für ihn sehr, sehr wichtig, so Robin Gibb, keine zwei Wochen nach dem Schicksalschlag. So sei er immer gewesen. Wenn etwas über ihn hereinbrach, habe er sich stets hinter seiner Arbeit versteckt. Dieser "Schutzmechanismus" funktionierte nicht. Nach wenigen Tagen musste Gibb alle Termine absagen. 2004 kehrte er zurück auf die Bühne, nahm unter anderem in Bonn eine Live-DVD auf. Nach einem gelungenen Weihnachtsalbum folgten 2008 Auftritte bei der "Night Of The Proms" sowie eine eigene Tournee im Frühjahr darauf.

1998 - Die Bee Gees stellen ihre One Night Only Welt-Tour in Miami vor (Foto: REUTERS/ Colin Braley)

Einer für alle - alle für einen

Immer ein Bee Gee

Es brodelte auch wieder die Gerüchte-Küche um eine Bee Gees-Welttournee zum 50. Jubiläum. Robin Gibb hielt sich bedeckt: "Er werde immer ein "Bee Gee" bleiben, sagte er. Und: Er sei stolz auf die Vergangenheit und auch die Gegenwart. 2010 wurde bei Robin Gibb ein Tumor im Darm festgestellt, später auch Krebs in der Leber. Nach alarmierenden Meldungen und schockierenden Bildern des schwerkranken Sängers im letzten Herbst, schien er zu Beginn dieses Jahres auf dem Weg der Besserung. Eine Lungenentzündung schwächte Robin Gibb im April jedoch erneut. Bei der Premiere seines ersten Klassik-Werks "Titanic-Requiem", das er mit seinem Sohn Robin-John komponiert hatte, konnte er in London nicht mehr teilnehmen. In der britischen Hauptstadt starb Robin Gibb, der vier Kinder hinterlässt, am Sonntagabend (20.Mai) mit 62 Jahren.