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Musik

Songs rund um die Zigarette

Es gab eine Zeit, da gehörte Rauchen fast zum guten Ton. Doch vor 40 Jahren war Schluss mit der Tabakwerbung in Funk und Fernsehen. In zahlreichen Musiksongs allerdings lebt die Zigarette weiter.

Man schrieb den 18. Juni 1974, als das Werbeverbot erlassen wurde. Dabei war die Zigarette damals in geselliger Runde noch gar nicht wegzudenken. Über die Gesundheitsrisiken machte sich kaum jemand Gedanken. Im Gegenteil: Rauchen galt als weltgewandt, versprach "grenzenlose Freiheit" und tröstete im Alltag über Stress und Ärger hinweg.

"Bei kleinen oder großen Sorgen hilft das süße Gift, das Nikotin", sang Johannes Heesters schon in dem Lied "Da nehm' ich meine kleine Zigarette" aus dem Jahr 1925. Es stammt aus der österreichischen Operette "Der Orlow". In Europa sagte man der Nikotinsucht viel später den Kampf an als in den USA, wo schon 1939 eine umfassende Studie über die negativen Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit erschienen war.

Kein Marlboro-Man mehr

Entertainer und Schauspieler Jopie Heesters

Zu Zeiten des Opernsängers Johannes Heesters war die Welt der Zigarette noch in Ordnung

Der Country-Sänger Tex Williams thematisierte das sehr amüsant in dem Lied "Smoke smoke smoke that cigarette". Er droht darin sogar, den Erfinder der Zigarette umzubringen. Allerdings weniger aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil die Leute um ihn herum wegen einer Zigarette alles stehen und liegen lassen – so auch die Angebetete, die lieber zum Glimmstengel greift, als ihn zu küssen.

In keinem Land der Welt ist das Rauchen gesellschaftlich so verpönt wie in den USA, wo einer der berühmtesten Cowboys überhaupt das Licht der Welt erblickte: der Marlboro-Man. Einsam ritt er in den Sonnenuntergang und rauchte dabei seine Zigarette. Später starb er an Lungenkrebs. Schon 1947 besangen die Sons of the Pioneers die Zigarette als Fluch für die Menschheit – und stellten ihren Gefährlichkeitsgrad auf eine Stufe mit Whisky und - wildgewordenen Weibern: "Cigarettes Whiskey And Wild Wild Women" hieß der launige Song.

Die Zigarette danach

Nicht alle Songs verteufeln den Glimmstengel. Manchmal kommt sogar die berühmte "Zigarette danach" zum Einsatz – und das in der Sprache der Liebe, auf Französisch wie bei dem deutschen Duo: Rosenstolz: "La cigarette d'après".

Viele Raucher haben Rituale entwickelt. So sind das abendliche Bier oder der Kaffeegenuss am Morgen ohne Zigarette fast undenkbar. Diesen automatischen Griff zum Glimmstengel hat auch Van Morrison in seinem Song "You just can't win" eingebaut.

Rauchen verbindet

Sänger Tom Waits 2008

Tom Waits Stimme hört man die lange Raucherkarriere an

Eine von Nikotin und Whisky zerfressene Krächzstimme ist das Markenzeichen so manchen Sängers, ganz vorn kann sich da Tom Waits einreihen. Wenn er singt, klingt es so, als ob er furchtbare Halsschmerzen habe. Mittlerweile soll er das Rauchen und Trinken aufgegeben haben – die Stimme ist immer noch unverkennbar. In dem Song "Hope that I don't fall in love with you" traut er sich nicht, ein hübsches Mädchen um eine Zigarette anzuhauen. Dabei weiß doch jeder, dass Rauchen verbindet – spätestens wenn man mit anderen Leidensgenossen draußen vor der Tür stehen muss, weil es drinnen heißt: No smoking.

Jimmy Hendrix war die Ikone einer ganzen Generation. Der Gitarrengott nahm Drogen, soff und verbrannte gern mal sein Instrument auf der Bühne. Rauchen hingegen hielt er für sehr schädlich – wie das Stück "Midnight Lighning" beweist. Da würde man sich ja zu Tode husten – und hätte außerdem nicht genug Luft, sein "Baby" richtig zu lieben…

Das letzte Mal

Es ist nicht leicht, im 21. Jahrhundert noch Raucher zu sein. In Kneipen und Restaurants, in Büros und öffentlichen Gebäuden ist es längst verboten, eine Zigarette anzuzünden. Die Gesetze werden immer schärfer, die Packungen sind mit Bildern kaputter Lungenflügel und schlechter Zähne garniert. Und das Werbeverbot, das im Juli 1974 für Funk und Fernsehen ausgesprochen wurde, gilt längst auch im Kino und für Zeitschriften. Viele Ex-Raucher sind zu militanten Nichtrauchern geworden, die die noch Süchtigen beschimpfen. Da bleibt eigentlich nur ein Ausweg: aufzuhören. Genau das versuchte Ruth Händel schon 1975 in dem Lied: "Meine letzte Zigarette" .

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