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Top-Thema – Podcast

Sommerzeit und Winterzeit

Zweimal im Jahr wird die Zeit umgestellt: Im Sommer eine Stunde vor, im Winter eine zurück. Die Zeitumstellung wurde eingeführt, um Strom zu sparen. Heute fragt man sich, wie sinnvoll sie wirklich ist.

Die Zeitumstellung gibt es in allen Ländern der Europäischen Union. Die Deutschen stellen ihre Uhren seit dem 6. April 1980 um. Damals führte man die Zeitumstellung ein, weil man dachte: Wenn es abends länger hell ist, verbraucht man weniger Strom fürs Licht. Damals mussten alle Uhren von Hand umgestellt werden. Dafür waren mehr als 2000 Personen in ganz Deutschland im Einsatz. Allein für die Uhren an den Bahnhöfen brauchte man 600 Bahnmitarbeiter.

Von Anfang an gab es viele Kritiker: Lehrer befürchteten, dass ihre Schüler durch den Zeitsprung die erste Schulstunde verschlafen. Die Bauern machten sich Sorgen, dass ihre Kühe weniger Milch geben. Und Biologen warnen bis heute vor gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen der Zeitumstellung.

Till Roenneberg von der Universität München erklärt: "Wir müssen einfach erkennen, dass alles, was bei uns im Körper abläuft, von einer inneren Zeit gesteuert wird, die sich nicht einfach umstellen lässt." Die Zeitumstellung führt im Frühjahr, so Roennenberg, zu einem kollektiven Mini-Jetlag. Die Folge: Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, mehr Verkehrsunfälle und Arztbesuche.

Inzwischen wurde widerlegt, dass man durch die Zeitumstellung Energie spart: Zwar wird abends etwas weniger Strom fürs Licht verbraucht, dafür aber morgens umso mehr geheizt. Unterm Strich erhöht die Zeitumstellung daher sogar den Energieverbrauch. Was bleibt, ist das Plus an Lebensqualität. Egal ob im Biergarten, am See oder auf der Grillparty: Viele haben sich inzwischen an die längeren Sommerabende gewöhnt.


Glossar

etwas umstellen – etwas ändern

Zeitumstellung, die – das Ändern der Uhrzeit (hier: um eine Stunde)

sinnvoll – so, dass etwas Sinn hat

etwas einführen – hier: eine neue Regel offiziell gültig machen

im Einsatz – aktiv; beschäftigt

Mitarbeiter/in, der/die – der/die Angestellte

etwas befürchten – Angst vor etwas haben

verschlafen – zu lange schlafen und deswegen zu spät kommen

sich Sorgen machen – Angst haben

Nebenwirkung, die – eine unerwünschte Wirkung (z. B. eines Medikamentes)

etwas läuft ab – hier: etwas passiert; etwas geschieht

etwas steuern – hier: etwas stark beeinflussen; etwas bestimmen

kollektiv – so, dass etwas alle betrifft

Mini- – klein

Jetlag, der – körperliche Folgen einer Zeitumstellung

Konzentrationsstörung, die – die Schwierigkeit, nachzudenken

unterm Strich – insgesamt

ein Plus an etwas – der Gewinn

Grillparty, die – das Barbecue; das Gartenfest

Fragen zum Text

1. Die Zeitumstellung wurde eingeführt, damit …

a) es abends länger hell ist und es so weniger Autounfälle gibt.

b) man am Abend weniger Strom verbraucht.

c) die Menschen abends länger im Biergarten bleiben können.

2. Kritiker der Zeitumstellung sagen, dass …

a) man zu viele Angestellte braucht, um alle Uhren umzustellen.

b) die Menschen sich mehr auf ihre Freizeit konzentrieren und weniger arbeiten wollen.

c) sie für die Wirtschaft eigentlich mehr negative Folgen hat.

3. Wird durch die Zeitumstellung wirklich Energie gespart?

a) Ja, weil man abends weniger elektrisches Licht braucht.

b) Nein: Man braucht zwar abends weniger Licht, aber dafür morgens mehr.

c) Insgesamt wird sogar mehr Energie verbraucht, weil man morgens mehr heizt.

4. Das Argument des Energiesparens kann man schnell …

a) widerlegen.

b) befürchten.

c) widersprechen.

5. In den 70er Jahren war es in Deutschland noch nicht üblich, die Uhr …

a) zu umstellen.

b) umstellen.

c) umzustellen.

Arbeitsauftrag

Notieren Sie jeweils drei weitere Vor- und Nachteile, die die Zeitumstellung auf die Wirtschaft und die Menschen haben oder haben könnten. Bilden Sie dann zwei Gruppen und diskutieren Sie: Die eine argumentiert für die Zeiteinstellung, die andere dagegen.

Autor/in: Ralf Gödde/Anne Gassen

Redaktion: Shirin Kasraeian

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