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Reise

Sommerfrische am "Lago Maschiore"

Der Bundeskanzler wird seinen Sommerurlaub dort verbringen, wo er wohnt: in Hannover. Ursprünglich wollte die Familie nach Italien, an die Adria. Im Zuge der deutsch-italienischen Verstimmungen wurde der Plan geändert.

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Der Maschsee in Hannover

An der Leine gab es nach der Bekanntgabe am Donnerstag (10.7.03) kein Halten mehr. Nachdem Gerhard Schröder seinen Adria-Urlaub abgesagt hatte, überschlugen sich in Hannover Prominenz und Medien vor Stolz über den prominenten Heimaturlauber. "Ciao Italia" titelten fast wortgleich die "Hannoversche Allgemeine Zeitung", die "Neue Presse" und die Hannoveraner Ausgabe der "Bild"-Zeitung. In der "Neuen Presse" und in "Bild" wurden zudem auf ganzen Seiten die Vorzüge der niedersächsischen Hauptstadt in satten Farben geschildert. Der verschlammte Maschsee als heimisches Gewässer wurde nicht ohne Ironie zum "Lago Maschiore" hochgejubelt.

Kanzlerplatte für 5,80 Euro

Es geht um die Wurst

Bundeskanzler Gerhard Schröder mit einer Wurst

Hannovers Gastronomie jubelte mit: Beim Kanzler um die Ecke im feinen Zooviertel wartet in der Gaststätte "Wirtschaft" bereits die "Kanzlerplatte": Currywurst mit Fritten für 5,80 Euro. Und bei Schröders Lieblingsitaliener "Roma" steht Besitzer Lino Venturini bereit, um bei Bedarf das vom SPD-Vorsitzenden geschätzte Nudelgericht "Amatriciana" für sieben Euro zuzubereiten. Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg wollte nicht abseits stehen und legte dem Kanzler brieflich die aktuellen Sehenswürdigkeiten in der Stadt ans Herz. Und Zoodirektor Klaus Michael Machens will Gerhard Schröder, Ehefrau Doris und Tochter Klara weit über die italienischen Möglichkeiten hinaus in Urlaubsstimmung versetzen: Er plant ein Zelterlebnis am "Sambesi-Fluss" mit original Löwengebrüll zum mediterranen Urlaubs-Menü.

Unaufgeregte Hannoveraner

neugeborenes Elefantenbaby

Elefantenbaby

Der Zoo, der bekanntlich zu den beliebten Wochenendvergnügungen der Familie Schröder gehört, hat zudem als besondere Sommerattraktion die beiden Elefantenbabys "Calina" und "Farina" zu bieten. Natürlich kann sich Schröder aber auch einfach ungestört hinter den Sichtblenden im Garten seines Reihenendhauses in der Plathnerstraße erholen. Allzuviel Rummel hat er in seiner Heimatstadt nicht zu befürchten. Gerade der unaufgeregte Umgang der Hannoveraner mit dem einstigen niedersächsischen Ministerpräsidenten war einer der Gründe dafür, dass die Familie in Hannover blieb, als die SPD 1998 die Wahl gewann und Gerhard Schröder auf dem Umweg über Bonn nach Berlin kam.

Diskretion bei Wichmanns

Schröders Haus in Hannover

Das Wohnhaus von Bundeskanzler Gerhard Schröder und seiner Familie im Zooviertel in Hannover

Die Stammkunden des Edeka-Marktes in der Plathnerstraße müssen jetzt allerdings weiter auf die einst angestammten Parkplätze verzichten. Es bleibt bei der aufwendigen Bewachung des Kanzlerhauses mit betont unauffälligen Limousinen am Straßenrand. Für vertrauliche Gespräche bietet sich die Gaststätte Wichmann in Hannover-Döhren an. Sie ist nicht nur bekannt für ihre gute Küche, sondern auch für die Vielzahl verwinkelter Stuben. Hier hat sich schon der frischgebackene Ministerpräsident Schröder 1990 vom christdemokratischen Vorgänger Ernst Albrecht diskret, aber wirksam in die große Politik einweisen lassen.

Kontaktbörse Schützenfest

Und wenn der Kanzler den Kontakt zum urlaubsreifen Volk suchen sollte, gibt es in Hannover erst recht keine Probleme: Das Schützenfest, das größte dieser Art in Deutschland, läuft noch. Eine ganze Auswahl von Sommerfesten gibt es zudem an jedem Wochenende bis Ende August. Schreckhaft aber darf der Urlauber nicht sein: Typisch für Hannover ist neben demonstrativer Gelassenheit in allen Lebenslagen auch eine Vorliebe fürs Feuerwerk: Kein Fest endet hier ohne Knallerei.

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