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Aktuell Kultur

Somalische Sängerin ermordet

Die Sängerin und Abgeordnete Saado Ali Warsame wurde nach Polizeiangaben auf offener Straße erschossen. In ihren Liedern ging es um soziale und politische Themen. Zur Tat bekannte sich die Al-Shabaab Miliz.

Mehrere Männer griffen in der Hauptstadt Mogadischu das Fahrzeug an, mit dem die Sängerin unterwegs war. Augenzeugen berichteten, sie sei auf der Straße in der Nähe des Ambassador-Hotels von mehreren Kugeln in die Brust getroffen worden. Bei dem Überfall am Mittwoch wurde auch ihr Fahrer getötet.

Warsame hatte zuvor bereits mehrfach Drohungen der radikalen Al-Shabaab Miliz erhalten, die sich zum Al-Kaida-Netzwerk zählt. Schon im April hatten die selbsternannten Gotteskrieger erklärt, sie würden der Reihe nach alle somalischen Abgeordnete umbringen. Saado Ali Warsame ist bereits die vierte ermordete Politikerin seit Jahresbeginn. Die Miliz kämpft mit terroristischen Mitteln gegen die somalische Regierung und für die Einführung eines Kalifatstaates.

Saado Ali Warsame war eine bekannte Sängerin aus dem Norden des Landes, die sich vor allem der traditionellen Musik ihrer Heimat widmete. Sie sang über politische und soziale Missstände und setzte sich vehement für Gerechtigkeit an. Während des somalischen Bürgerkriegs in den 1990er Jahren emigrierte sie in die USA. Erst 2012 kehrte sie zurück und wurde Mitglied des neuen somalischen Parlaments.

Somalia hat erst seit 2012 eine international anerkannte Regierung unter Präsident Hassan Sheikh Mohamud. Bis dahin gab es in dem afrikanischen Land mehr als 20 Jahre lang keine Regierung. Weite Gebiete werden immer noch von der Shabaab-Miliz kontrolliert.

suc/ cp (afp/epd)