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Afrika

Somalische Piraten rüsten deutlich auf

Bessere Schiffe, bessere Waffen - finanziert werden die "Investitionen" mit den erbeuteten Lösegeldern. Jetzt ist die Kasse noch voller: Die Piraten haben einen Frachter aus Togo gegen 100.000 Dollar freigelassen.

Piratenfahne (Foto: dpa)

Piraten wagen sich immer weiter auf die hohe See hinaus

Noch vor wenigen Monaten tummelten sich die Piraten hauptsächlich in einem Gebiet etwa 250 bis 400 Kilometer vor der somalischen Küste. Mittlerweile haben sie ihr Einsatzgebiet deutlich ausgedehnt: "Selbst mehr als 900 Kilometer sind mit den schnelleren Booten möglich", erklärte Cyrus Mody vom Internationalen Schiffahrtsbüro in London. Dabei starten die Piraten von sogenannten Mutterschiffen, die vor der Küste kreuzen. So erweitern sie ihren Radius.

Kaum Interesse an anderen Routen

Schiff auf hoher See (Foto: AP)

Ein "Mutterschiff" somalischer Piraten

Die Reeder reagieren nicht so flexibel: Nur die dänische Reederei A.P. Moller-Maersk lässt jetzt zumindest einen Teil ihrer Schiffe statt durch den Suez-Kanal und den Golf von Aden lieber um das Kap der Guten Hoffnung fahren. Das ist zwar eine von Piraten freie Gegend - doch der Umweg kostet Zeit und Geld. Aber selbst wenn bei der Fahrt durch den Kanal, den Golf und vor der somalischen Ostküste alles glatt geht - die Kostenvorteile schwinden dahin.

Die Kosten steigen deutlich

Kapitän Richard Philips (Foto: dpa)

Befreiter Kapitän Richard Philips (rechts)

Die Versicherungsprämien für Schiffe auf dieser Route sind drastisch gestiegen. Immerhin können sich die Reeder "überhaupt noch mit Standard-Verträgen gegen Piraterie versichern", sagt Oliver Renault vom Versicherer Cape-Marine. Die meisten Versicherer beteiligen sich nach einer Entführung am Lösegeld und auch an den Kosten einer Befreiung. Pro Fahrt können bis zu 30.000 Euro Prämie fällig werden.

Preis verhandelt

Mit 100.000 US-Dollar haben sich die Entführer des unter togolesischer Flagge fahrenden Frachters Sea Horse zufrieden gegeben. Die libanesischen Eigner des Schiffes und angeblich auch somalische Händler hatten in Verhandlungen die anfangs geforderte, angeblich deutlich höhere Summer heruntergehandelt. Das Schiff war auf dem Weg nach Indien gewesen, um dort Hilfsgüter für Somalia aufzunehmen. Deshalb hätten sich auch einflussreiche Somalis an den Verhandlungen beteiligt.

Allein im vergangenen Jahr haben Schiffsgesellschaften über 80 Millionen US-Dollar Lösegeld gezahlt. Derzeit sind 19 Schiffe und über 300 Seeleute in der Hand von Piraten. Seit Anfang April wurden 12 Schiffe geentert - trotz der Präsenz von 20 Militärschiffen in der Gegend.

db/chr/Reuters/AFP

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