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Afrika

Somalische Miliz bestätigt Tod eines Anführers

US-Soldaten haben in Somalia offenbar eines der meistgesuchten El-Kaida-Mitglieder Ostafrikas getötet. Der gebürtige Kenianer soll bei einem Luftangriff ums Leben gekommen sein. Radikale Islamisten schworen Rache.

Bewaffneter Milizionär in Somalias Hauptstadt Mogadischu (Foto: AP)

Bewaffneter Milizionär in Somalias Hauptstadt Mogadischu

Die dem Terrornetzwerk El Kaida nahestehende Shebab-Miliz in Somalia hat den Tod eines Anführers bei einem US-Militärangriff bestätigt. Auf einer islamistischen Website habe die Shebab-Gruppe den Tod von einem ihrer Anführer sowie einer Gruppe von Kämpfern eingeräumt, teilte das auf die Überwachung von radikalislamischen Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE am Dienstag (15.09.2009) mit. Ein von den Kämpfern gelenktes Auto sei von sechs Hubschraubern "massiv und gezielt" angegriffen worden. US-Vertreter hatten am Montag erklärt, bei dem Angriff im Süden Somalias sei der Kenianer Saleh Ali Saleh Nabhan getötet worden, der für zwei Anschläge im kenianischen Mombasa im Jahr 2002 verantwortlich gewesen sein soll.

Gesucht wegen der Anschläge von Mombasa

Porträt von Saleh Ali Saleh Nabhan (Foto: AP)

Einer der meistgesuchten Terroristen: Saleh Ali Saleh Nabhan

Der 28-jährige Kenianer stand ganz oben auf der Liste der amerikanischen Bundespolizei FBI mit den meistgesuchten Terroristen. Nabhan wird verdächtigt, an dem Doppelschlag auf israelische Touristen im kenianischen Mombasa im Jahre 2002 beteiligt gewesen zu sein. Die Attentäter hatten damals versucht, ein startendes israelisches Passagierflugzeug abzuschießen. Die Raketen verfehlten jedoch ihr Ziel. Wenig später sprengten sich drei Selbstmordattentäter in einer von Israelis betriebenen Ferienanlage mit einem Lastwagen in die Luft und rissen fünfzehn Menschen mit in den Tod. Das Terrornetzwerk El Kaida hatte sich zu den Anschlägen bekannt.

Islamisten wollen ihre Opfer rächen

Der Angriff vom Montag ereignete sich bei der Ortschaft Barawe, etwa 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu. Das Gebiet wird von der Shebab-Miliz kontrolliert, die Verbindung zu El Kaida unterhalten soll. Sie hat in den vergangenen Jahren mehreren führenden Mitgliedern der Organisation Unterschlupf geboten, die wegen der Anschläge von Mombasa und der Attentate auf die US-Botschaften in Nairobi und der tansanischen Hauptstadt Daressalam im Jahre 1998 gesucht werden.

"Kein Mitleid zu erwarten"

Luftansicht auf Paradise Hotel, das durch den Anschlag erheblich zerstört wurde (Foto: AP)

An dem Anschlag auf dieses Hotel im Jahr 2002 in Mombasa soll Nabhan beteiligt gewesen sein

Die Shebab-Miliz kündigte Vergeltung für die US-Aktion an. Die USA seien bekanntermaßen der Feind des Islam, sagte einer ihrer Sprecher. "Wir werden von ihnen kein Mitleid erwarten, genauso wenig, wie sie es von uns erwarten sollten." Auch der Kampf gegen westliche Länder werde fortgesetzt.

Die Shebab-Miliz strebt zudem den Sturz der von den Vereinten Nationen unterstützten somalischen Übergangsregierung unter dem gemäßigten Islamistenführer Sheik Sharif Ahmed an. In Somalia gibt es seit dem Sturz des damaligen Diktators Siad Barre im Jahre 1991 keine funktionierende Staatsgewalt mehr. Sicherheitsexperten befürchten, dass Somalia zunehmend zum Rückzugsgebiet für Terroristen werden könnte - ähnlich wie das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan. (as/gmf/je/afp/ap/dpa/rtr)

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