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Aktuell Afrika

Somalia hat einen neuen Präsidenten

In Somalia herrscht seit zwei Jahrzehnten politisches Chaos. Jetzt hat das Land einen neuen Präsidenten. Aber kann der Akademiker und politische Neuling Hassan Sheikh Mohamud die Dauerkrise beenden?

Historische Wahl mit überraschendem Ausgang: Der ehemalige Universitätsdekan Hassan Sheikh Mohamud ist neuer Präsident in Somalia. In einer Stichwahl setzte sich der politisch als eher unerfahren geltende Professor mit großem Vorsprung gegen den bisherigen Übergangspräsidenten Scharif Sheikh Ahmed durch.

#video#Nach Jahren von politischem Chaos hat Hassan Sheikh versprochen, Recht und Ordnung durchzusetzen und gegen eine weitere Radikalisierung des Landes am Horn von Afrika vorzugehen.

EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton gratulierte Hassan Sheikh Mohamud zu seinem Sieg. Es gebe nun eine Chance für einen "dauerhaften Frieden, Wohlstand und Stabilität für Millionen Menschen". Die Außenbeauftragte der Union rief das Land nach mehr als zwanzig Jahren des Konfliktes zur Versöhnung auf. Nun beginne eine neue Ära.

Kann sich der neue Präsident gegen islamische Extremisten durchsetzen?

Ob ihm das gelingt, ist fraglich. Viele Beobachter glauben, dass sich in dem Krisenland auf absehbare Zeit nicht viel verändern wird. Größter Gegner der Regierung ist nach wie vor die radikal-islamische Al-Schabaab-Miliz. Sie beherrscht noch immer große Teile im Zentrum und Süden des Landes.

Obwohl sie bereits vor rund einem Jahr von Soldaten der Übergangsregierung und Truppen der Afrikanischen Union (AMISOM) aus Mogadischu vertrieben worden war, verübt sie weiterhin Anschläge in der Hauptstadt. Die Gruppe setzt sich für die Bildung eines streng islamischen Gottesstaates auf Grundlage der Scharia ein.

Klare Mehrheit für Hassan Sheikh

Um das Präsidentenamt hatten sich 22 Kandidaten beworben. In der Stichwahl gewann Hassan Sheikh deutlich. Zahlreiche internationale Wahlbeobachter waren bei der Abstimmung anwesend, die unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in einer Polizeiakademie in der Hauptstadt Mogadischu stattfand.

Mit den strengen Maßnahmen hatte man auch auf Vorfälle im Wahlkampf reagiert. Medien hatten immer wieder nicht nur von Korruption, sondern auch von Einschüchterungen und Morddrohungen gegen Parlamentarier berichtet.

haz/gmf (dpa, dapd)