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Nahost

Solidarität mit Alan Johnston

Noch immer gibt es kein Lebenszeichen des in Gaza entführten BBC-Journalisten Alan Johnston. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und auch Ministerpräsident Hanija setzen sich nun für die Freilassung ein.

Johnston in Gaza. Quelle: AP

Alan Johnston in Gaza

Mit Bestürzung habe er die Entführung des BBC-Journalisten Alan Johnston verfolgt, dessen Berichterstattung über den Nahen Osten und den israelisch-palästinensischen Konflikt zu Recht weltweiten Respekt verdiene, heißt es in einem am Mittwoch (2.5.) veröffentlichten Aufruf des UN-Generalsekretärs zum Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai. "Seine fortdauernde Gefangenschaft dient keiner Sache. Ich fordere erneut, Alan Johnston sofort frei zu lassen."

Angriffe auf die Pressefreiheit seien Angriffe auf das Völkerrecht, die Menschlichkeit und die Freiheit selbst - "und somit auf alles, wofür die Vereinten Nationen stehen", erklärte Ban. Ban nannte es "alarmierend", dass Journalisten, die über das Leid anderer berichten, selbst zum Ziel werden - und verwies darauf, dass 2006 mehr als 150 Journalisten getötet wurden. "Dies geschieht nicht nur direkt in Konflikten, sondern auch, wenn über Korruption, Armut und Machtmissbrauch recherchiert wird."

Auch der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija von der Hamas setzt sich persönlich für die Freilassung von Johnston ein. Hanija habe eine Reihe von Briefen verfasst, sagte Ahmed Jussef, einer seiner engsten Mitarbeiter, am Mittwoch. Darin habe der Ministerpräsident klargestellt, dass die Entführung nicht im Interesse des palästinensischen Volkes sei.

"Freund des palästinensischen Volkes"

Solidaritätsveranstaltung für Johnson am Grenzübergang Erez. Quelle: AP

Solidaritätsveranstaltung für Johnston am Grenzübergang Erez

Ban und Hanija fügen sich in eine Reihe von Personen und Institutionen, die Johnstons Freilassung fordern: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bemüht sich nach eigenen Angaben schon seit Wochen um die Freilassung des im März von militanten Palästinensern im Gazastreifen entführten britischen BBC-Korrespondenten. Auch der in Israel inhaftierte einflussreiche Fatah-Führer Marwan Barguti hat die Freilassung gefordert. Johnston sei "ein Freund des palästinensischen Volkes", schrieb Barguti in seiner Erklärung aus dem Gefängnis.

"Wir müssen nach Gaza"

Dutzende ausländische und palästinensische Journalisten hatten Ende April an der Grenze Israels zum Gazastreifen für die Freilassung des BBC-Kollegen demonstriert. Viele Journalisten fühlten sich im Gazastreifen nicht mehr sicher, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der ausländischen Presse mit Sitz in Jerusalem, Simon McGregor-Wood am Erez-Übergang. Die Entführungen müssten endlich aufhören. "Wir müssen nach Gaza gehen, wir müssen die Geschichten der Leute erzählen", sagte McGregor-Wood weiter.

Die Abgeordneten des EU-Parlaments hatten Ende April die Freilassung des Journalisten gefordert. Es sollten keine Bedingungen gestellt werden, und er solle unverletzt auf freien Fuß gesetzt werden, hieß es in einer Resolution. Die Palästinenser-Behörden wurden aufgefordert, ihre Bemühungen zu verdoppeln. Sie sollten sicherstellen, dass alle Angriffe auf Journalisten und andere Zivilisten vollständig aufgeklärt und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt würden.

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