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Aktuell Welt

Solidarisch mit den Kurden in Kobane

Tausende Kurden sind in der Türkei auf die Straße gegangen, um gegen den Terror der IS-Miliz zu protestieren. Auch in Deutschland gab es Solidaritätskundgebungen für die Kurden.

Video ansehen 12:06

Kampf um Kobane

Das Augenmerk der Demonstranten galt vor allem der Lage in Kobane. Die Stadt an der syrisch-türkischen Grenze wird seit Wochen von Einheiten des "Islamischen Staats" (IS) belagert. Rund 180.000 Menschen sind der UNHCR zufolge bereits aus der Region geflohen. Seit Ende September fliegt eine US-geführte internationale Allianz Luftangriffe gegen die islamistischen Terroristen.

Inzwischen bezogen rund 150 kurdische Peschmerga in Kobane ihre Stellungen. Die Kämpfer sollen helfen, die belagerte Stadt gegen den IS zu verteidigen. Im Schutz der Dunkelheit hatte die langersehnte Verstärkung am Freitagabend die türkisch-syrische Grenze mit schweren Waffen überquert, während die US-Luftwaffe IS-Stellungen bombardierte. Dabei seien mehrere Stellungen des "Islamischen Staates" getroffen worden.

Gegen den Terror des IS marschierten laut der Nachrichtenagentur Dogan in Diyarbakir im türkischen Kurdengebiet 15.000 Menschen friedlich durch die Straßen. In Istanbul demonstrierten rund 1000 Menschen in der Nähe des zentralen Taksim-Platzes und schwenkten Bilder des inhaftierten Kurden-Führers Abdullah Öcalan.

Türkische Regierung gibt grünes Licht

Die türkische Regierung hatte die Kundgebungen genehmigt. Regierungschef Ahmet Davutoglu betonte, friedliche Proteste seien erlaubt, die Sicherheitskräfte würden aber sofort einschreiten, sollten die Demonstrationen in Gewalt ausarten.

Anfang Oktober waren bei prokurdischen Demonstrationen in der Türkei nach Behördenangaben 31 Menschen getötet worden. Die Demonstranten warfen der Regierung Untätigkeit angesichts des Kampfes um Kobane vor. Nach langem Zögern und intensivem Druck der USA erklärte sich die Türkei schließlich bereit, kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak nach Kobane reisen zu lassen.

Das Verhältnis zwischen der Türkei und den Kurden ist gespannt. Die verbotene Arbeiterpartei PKK hat einen 30 Jahre währenden Untergrundkampf gegen die türkischen Sicherheitskräfte geführt. Sie fordert mehr Autonomie für die im Südosten der Türkei lebenden Kurden.

Solidarität für Kurden auch in Deutschland

Kundgebungen zur Unterstützung der in Kobane bedrohten Kurden gab es auch in mehreren deutschen Städten. Über 15.000 Menschen beteiligten sich. Die meisten gingen nach Polizeiangaben in Düsseldorf auf die Straße, dort wurde die Teilnehmerzahl auf 4000 geschätzt. Auch in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und Köln gab es Protestkundgebungen gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Die Kundgebungen verliefen friedlich.

haz/mak (afp, epd, dpa)

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