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Politik

Soldaten für Afghanistan gesucht

Die NATO benötigt weitere Truppen in Afghanistan. Doch woher die kommen sollen, ist noch ungeklärt. Über die Mission im Kosovo herrscht dagegen Einigkeit unter den Verteidigungsministern.

Transporthubschrauber der ISAF im Einsatz (Foto: dpa)

Transporthubschrauber der ISAF im Einsatz

Der Oberbefehlshaber der NATO in Europa, US-General John Craddock, beziffert die Lücke auf 7500 Soldaten: Sie fehlen in Afghanistan, um die Aufgaben der internationalen Schutztruppe ISAF voll zu erfüllen. Zurzeit umfasst die ISAF 43.000 Mann. Besonders im umkämpften Süden und Osten braucht die ISAF Verstärkung und zusätzliche Hubschrauber.

Kanadische ISAF-Soldaten gehen in der Provinz Kandahar Streife - unter Beobachtung eines kleinen Jungen (Foto: AP)

Sollen zum Teil abgezogen werden, wenn keine Verstärkung kommt: Kanadische ISAF-Soldaten in der Provinz Kandahar


Der kanadische Verteidigungsminister Peter McKay forderte beim NATO-Verteidigungsministertreffen am Donnerstag (7.2.2008) 1000 Mann aus einem anderen NATO-Land, andernfalls müsse Kanada sein eigenes Kontingent von 1800 Soldaten aus Kandahar abziehen.

Der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates forderte schon vor seiner Ankunft in Vilnius die Verbündeten auf, die Lasten in der NATO gerechter zu verteilen, sonst sei eine Spaltung möglich: "Wir machen uns große Sorgen, dass die Allianz in zwei Klassen zerfällt. In solche, die bereit sind für die Sicherheit der Menschen zu kämpfen und zu sterben, und solche, die dazu nicht bereit sind.

Jung bleibt beim Nein

Gates hatte auch Deutschland schriftlich aufgefordert, zusätzliche Truppe in den Süden zu schicken. Bislang sind 3200 Bundeswehrsoldaten im eher ruhigeren Norden mit Wiederaufbau beschäftigt. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung lehnt die Entsendung von Truppen in den Süden ab, weil das in der großen Koalition in Berlin nicht durchzusetzen wäre.

Die Verteidigungsminister des Militärbündnisses berieten in Vilnius, wo die benötigten Truppen herkommen sollten. Jung verkündete eine Lösung: "Es haben verschiedene Nationen über Frankreich, Polen bis Rumänien und andere signalisiert, dass sie hier noch Verstärkungen vornehmen wollen." Er gehe darum davon aus, dass diese Lücke jetzt von Seiten der NATO ersetzt werden könne.

Nur lose Andeutungen

Das war vielleicht ein wenig voreilig. Weder der dänische Verteidigungsminister Sören Gade noch der Generalsekretär der NATO konnten die Rechnung des deutschen Ministers bestätigen. Es gab nur ein paar lose Andeutugen, so Sören Gade. "Wir sind noch nicht da", sagte NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer. Vielleicht wisse man im April beim NATO-Gipfeltreffen mehr. Der Streit schwelt also weiter.

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte, es gehe nicht nur um die militärische Bekämpfung der Taliban-Rebellen, sondern vor allem um zivilen Aufbau. Und der habe große Fortschritte gemacht. Jetzt sei Durchhaltewillen und Geduld gefragt.

Kosovo-Mission soll weitergehen

Einig waren sich die Verteidigungsminister, dass die Mission der NATO im Kosovo fortgesetzt werden muss, und das unabhängig davon, ob und wann das Kosovo seine Unabhängigkeit erklärt. Die NATO sorgt mit der Kosovo-Truppe (KFOR) seit 1999 im Auftrag der Vereinten Nationen für Ruhe und Ordnung im Kosovo. Das soll so bleiben, sagte NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer.

Zurzeit hat die NATO etwa 15.000 Soldaten in Kosovo stationiert, die bei eventuellen Unruhen nach der zu erwartenden Unabhängigkeitserklärung einschreiten könnte. Falls nötig könnten mehr Truppen in den Kosovo entsandt werden. Die NATO werde sowohl die 1,8 Millionen Kosovo-Albaner als auch die rund 100.000 Serben schützen. Die NATO war im Kosovo 1999 einmarschiert, um Gewalttaten der serbischen Armee an den Kosovo-Albanern zu beenden.

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