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Aktuell Nahost

Soldaten erschießen drei palästinensische Angreifer

Die Serie von Attacken von Palästinensern auf Israelis reißt nicht ab. Im Westjordanland erschossen israelische Soldaten drei Angreifer.

Israelische Soldaten bei einer Übung (Foto: Getty Images/AFP)

Israelische Soldaten bei einer Übung

Nach Angaben der israelischen Armee hatten zwei 15-Jährige im Westjordanland westlich von Dschenin Steine auf Autos geworfen. Herbeigerufene Soldaten seien mit einem Gewehr beschossen worden und hätten dann die beiden Angreifer mit Schüssen getötet. An einem Kontrollpunkt am südöstlichen Rand Jerusalems wurde später ein 17-jähriger Palästinenser erschossen, der nach Polizeiangaben mit einem gezückten Messer auf Sicherheitskräfte zugelaufen war.

Bereits am Samstag war in der Nähe der Patriarchengräber in Hebron im südlichen Westjordanland eine jugendliche Palästinenserin durch Schüsse tödlich verletzt worden. Sie hatte laut Militär versucht, einen israelischen Soldaten mit einem Messer anzugreifen.

Attacken und Angriffe seit Oktober

Seit Beginn der Gewaltwelle Anfang Oktober sind 26 Israelis bei Angriffen von Palästinensern getötet worden. Gleichzeitig starben mehr als 170 Palästinenser. Bei der Mehrzahl von ihnen handelt es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die meist mit Stichwaffen und in einigen Fällen auch mit Autos oder Schusswaffen Israelis attackierten.

Als Auslöser der Gewalt gilt ein Streit um Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem, der Juden und Muslimen heilig ist. Inzwischen hat die Gewalt jedoch eine Eigendynamik entwickelt. Nach Ansicht von Experten greifen die palästinensischen Attentäter aus Frustration über ihre schlechten Lebensbedingungen und aus Enttäuschung über den Stillstand des Friedensprozesses an.

Kritik an Siedlungsbau

Unterdessen kritisierte die israelische Organisation "Frieden jetzt" den anhaltenden Siedlungsbau Israels in den Palästinensergebieten als Gefahr für eine Friedenslösung.

Israelischer Siedlungsbau bei Bethlehem (Archivfoto: dpa)

Israelischer Siedlungsbau bei Bethlehem (Archivfoto)

Ein Großteil der Bauaktivitäten habe in abgelegenen Siedlungen stattgefunden und stelle damit einen "ernsten Schaden für eine Zwei-Staaten-Lösung" dar, teilte die Gruppe jetzt in Jerusalem mit. Insgesamt habe Israel 2015 mit dem Baubeginn von 1.800 neuen Wohneinheiten den umstrittenen Siedlungsausbau weiter vorangetrieben.

Deutsch-israelische Konsultationen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft angekündigt, bei den Regierungskonsultationen mit Israel am Dienstag auch Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen zu wollen. Zum Nahost-Friedensprozess gebe es "Fragezeichen", so Merkel. Dabei gehe es um die Fragen, warum es im Friedensprozess nicht vorangehe und ob Israel noch zur Zwei-Staaten-Lösung stehe. Auch das Stichwort "Bau von Siedlungen" erwähnte die Bundeskanzlerin in diesem Zusammenhang.

wl/rb (dpa, afp, rtr)