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Wirtschaft

Solarworld will Opel übernehmen und Öko-Autos bauen

Der Solartechnik-Konzern Solarworld bietet an, den angeschlagenen Autobauer Opel zu übernehmen. Voraussetzung sei eine Staatsbürgschaft für Opel. Solarworld wolle dann Öko-Autos bauen, die mit Sonnenenergie fahren.

Logos Solarworld und Opel

Für Opel könnte bald wieder die Sonne aufgehen. Der Autobauer, der wegen der drohenden Zahlungsunfähigkeit seines Mutterkonzerns General Motors um seine Zukunft fürchtet, hat ein Übernahmeangebot erhalten. Solarworld hat am Mittwoch (19.11.2008) überraschend angeboten, Opel aufzukaufen. "Wir streben neue Konzepte mit energiesparenden Fahrzeugen an", sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck.

Solarworld will Opel geschenkt haben - und eine Milliarde Euro dazu

Das Bonner Solartechnikunternehmen teilte mit, es könne die vier deutschen Fabriken und das Entwicklungszentrum übernehmen. Voraussetzung sei allerdings die komplette Trennung Opels aus dem GM-Konzern und eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro deutschen Arbeitsplatz. Das wären insgesamt eine Milliarde Euro. Dafür werde Solarworld Bargeld in Höhe von 250 Millionen Euro und Bankkredite von 750 Millionen Euro bereitstellen – vorbehaltlich einer Bundesbürgschaft.

Skepsis an der Börse

Börsianer bezeichneten den Vorschlag einem Reuters-Bericht zufolge als abwegig. Analyst Christian Breitsprecher von Sal. Oppenheim kommentierte: "Das ist ziemlich haarsträubend. Wer soll denn Solarworld die Milliarde zahlen? Der deutsche Staat doch wohl nicht, GM auch nicht. Wer glaubt, dass Opel für sich allein überlebensfähig ist, der irrt. Dazu ist Opel zu stark in GM Europe eingebunden."

An der Börse wurde auch spekuliert, ob das Angebot nur ein Werbeschachzug sei, mit dem Solarworld auf sich aufmerksam machen will. Solarworld-Chef Asbeck bekräftigte aber, dass der Vorschlag "todernst" gemeint sei: "Sonst würden wir dieses Angebot nicht machen", sagte er. "Wir haben eine Milliarde Euro liquide Mittel zur Verfügung." Die Solarworld-Aktie verlor nach Bekanntwerden des Angebotes 15 Prozent ihres Wertes.

Das Übernahmeangebot überraschte nicht zuletzt, weil Solarworld mit nach eigenen Angaben 2254 Mitarbeiter viel kleiner ist als die Adam Opel GmbH, die etwa 26.000 Menschen beschäftigt. Doch für Asbeck spielt die Größe keine Rolle. "Kennen Sie die Geschichte von David und Goliath? Größe war noch nie entscheidend", sagte Asbeck. "Wichtig ist, dass man Zukunftsmärkte erkennt."

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Im Falle einer Übernahme solle die Produktpalette aber nicht gänzlich umgekrempelt, sondern nur "marktkonform" ergänzt werden. Geplant seien besonders Elektro- und Hybridfahrzeuge. "Die einzige Tankstelle, die noch fünf Milliarden Jahre läuft, ist die Sonne", sagte Asbeck. Daher werde die Entwicklung "irgendwann einmal" zu Autos gehen, die mit Sonnenenergie betrieben werden, ist er sich sicher.

"Die Herausforderungen des Klimaschutzes und des Marktes lassen sich nur durch einen Übergang von Automotive- zu Sunmotivekonzepten bewältigen", sagte Asbeck. Schon seit einigen Jahren arbeite Solarworld an der Entwicklung von Elektrofahrzeugen.

General Motors lehnt ab

Die Bundesregierung hielt sich am Mittwoch in der Bewertung des Angebots zurück. Es habe keinen Kontakt zu Solarworld gegeben, teilten die Sprecher von Bundesregierung, Finanz- und Wirtschaftsministerium übereinstimmend mit. General Motors selbst lehnte das Angebot ab. Opel stehe nicht zum Verkauf, sagte GM-Europe-Sprecherin Karin Kirchner. Unterdessen hat der hessische Landtag eine umfangreiche Staatsbürgschaft für Opel ermöglicht. Am Mittwoch hob das Landesparlament die Höchstgrenze für Industriebürgschaften von 300 auf 500 Millionen Euro an. Das Gesetz wurde einstimmig verabschiedet. Ob es zu einer Staatbürgschaft des Bundes und der betroffenen Bundesländer für Opel kommt, soll noch vor Weihnachten entschieden werden. (det)

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