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KlimaGlobal

Zukunftsjobs: Was macht eigentlich ein Solarteur?

11. März 2024

Seit der Ausbau boomt, werden weltweit immer mehr Fachkräfte für Solaranlagen gesucht. Wie wird man Solarteur? Und welche Qualifikationen sind besonders wichtig für den Zukunftsjob?

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Solarteure tragen Solarpanele über Kopf
Viele Fachkräfte werden bei der Installation von Solaranlagen gebrauchtBild: Rafiq Maqbool/AP Photo/picture alliance

Warum braucht die Solarbranche immer mehr Fachkräfte?

Schon heute arbeiten rund neun Millionen Menschen weltweit in der Solarbranche, 2030 werden es voraussichtlich schon 20 Millionen sein und 2050 könnten es laut Studie 60 Millionen werden.

Denn der Ausbau von Solaranlagen geht immer schneller. 2023 wurden weltweit Solar-Module mit einer Gesamtleistung von 444 Gigawatt (GW) installiert, 2024 kommen dazu laut Prognosen weitere 574 GW. Dafür wird die Branche dieses Jahr schon über 12 Millionen Mitarbeiter beschäftigen.

Und der Bedarf wächst weiter. Experten rechnen damit, dass die Solarenergie bis 2050 die wichtigste Energiequelle weltweit wird.

Welche Jobs entstehen in der Solarbranche?

Neue Jobs gibt es zum einen in der PV-Produktion. Solarzellen und Module werden in modernen Fabriken hergestellt. Dort werden viele Fachkräfte für Entwicklung, Programmierung, Aufbau, Wartung, Logistik und Vertrieb gebraucht. Laut Schätzungen der internationaler Energieagentur für erneuerbaren Energien (IRENA) arbeiteten 2022 rund zwei Millionen Menschen in der Modulproduktion, rund 1,8 Millionen davon in China.

Die meisten Fachkräfte werden jedoch bei der Installation der Anlagen gebraucht. Ausbildungsgänge dafür gibt jedoch bisher wenige, darum sind die meisten Fachleute bisher Quereinsteiger aus anderen Berufen. Besonders gefragt sind Ingenieure, Elektriker, Energie- und Gebäudetechniker oder auch Dachdecker.

Was ist ein Solarteur?

Solarteure montieren die Solaranlagen auf den Dächern oder auf großen Flächen. Sie installieren die Unterkonstruktionen, schrauben die Module daran fest und verkabeln sie. Und dann können sie prüfen, ob der Strom ins Stromnetz und Gebäude fließt. 

Die Solarfachleute planen außerdem Anlagen, beraten Kunden, berechnen den voraussichtlichen Stromertrag und die Kosten für Bauteile und Montage je nach Gebäude. Und sie sollten sich auskennen mit der Installation von Speicher-Batterien für die Dachanlage und Wallboxen zum Laden von Elektroautos.

Solarteure montieren Solarmodule auf einem Hausdach. Im Hintergrund ein Montagegerüst mit Sicherung.
Montage auf dem Dach: Deutschland braucht auch Fachkräfte aus dem Ausland, um den schnellen Energieumbau zu stemmen Bild: OHKW

Wer bildet Solarteure aus?

Viele Betriebe schulen ihre Mitarbeiter selbst. Sie zeigen den Kollegen etwa wie die Montage von Solarmodulen auf dem Dach sicher funktioniert. Zusätzlich gibt es immer mehr Fortbildungsseminare für einige Wochen oder Monate, in denen Solar-Know How vermittelt wird. Meist bezahlen Firmen oder Arbeitsagenturen diese Kurse. 

Gleichzeitig entstehen neue Ausbildungswege. Sehr umfassend ist etwa die neue dreijährige Berufsausbildung zum Solarinstallateur in der Schweiz, die diesen Sommer erstmals beginnt. Sie entspricht der Ausbildung in anderen Handwerksberufen.

Und immer mehr Hochschulen integrieren entsprechende Inhalte in die Ausbildung von Ingenieuren und technischen Studiengängen, um Studierende für die Energiewende fit zu machen.

Für Laien werden außerdem Basis-Kurse angeboten, in denen die einfache Montage von Solaranlagen vermittelt werden, etwa in Solarcamps.

Gefragt sind Solar-Fachkräfte weltweit und besonders dort, wo der Solarausbau besonders stark wächst . Dazu gehören China, Europa, USA, Indien, Brasilien und Südafrika sowie in Australien, Pakistan, der Türkei und auch Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emiraten, die besonders viele Großanlagen bauen.

In einigen Ländern wie beispielsweise Deutschland ist der Fachkräftebedarf schon so groß, dass auch Fachkräfte im Ausland gesucht werden.

Redaktion: Anke Rasper 

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Gero Rueter Redakteur in der Umweltredaktion