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Wirtschaft

Software-Riese Microsoft zieht Angebot für Yahoo zurück

Der Software-Marktführer Microsoft hat sein Angebot für die Übernahme des Internet-Unternehmens Yahoo überraschend zurückgezogen. Yahoo hatte zuvor ein erhöhtes Kaufangebot von Microsoft abgelehnt.

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Microsoft und Yahoo kommen nicht zusammen

Microsoft-Vorstandschef Steve Ballmer verkündete die Entscheidung in einem Brief an Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang. Es werde keinen Deal geben, war darin klar nachzulesen. Beide Seiten waren sich offensichtlich nicht über den Preis einig geworden. Microsoft hatte ursprünglich 33 Dollar pro Yahoo-Aktie angeboten. Das hätte einem Unternehmenswert von rund 47,5 Milliarden Dollar entsprochen. Der Verwaltungsrat von Yahoo soll aber bis zu 38 Dollar pro Aktie gefordert haben – das wären mindestens 53 Milliarden Dollar. Yahoo-Verwaltungsratschef Roy Bostock betonte, Yahoo strebe einen größtmöglichen Shareholder-Value an, der einzelne Aktionär soll also soviel wie möglich für sein Wertpapier bekommen. Aber auch einige Microsoft-Aktionäre hatten die geplante Fusion wegen der hohen Kosten und unklarer Vorteile infrage gestellt.

Steve Ballmer

Microsoft-Vorstandschef Steve Ballmer in Aktion

Wahrscheinlich Verzicht auf feindliche Übernahme

Die Rücknahme des Kaufangebots kommt für Marktbeobachter trotzdem völlig überraschend. Es war damit gerechnet worden, dass Microsoft bei einer weiteren Ablehnung des Angebots eine "feindliche Übernahme" anstrebe. Dies würde bedeuten, dass Microsoft so viele Yahoo-Aktien gekauft hätte, bis das Unternehmen eine Mehrheit übernommen hätte und in der Lage gewesen wäre, die Führungsgremien von Yahoo auszutauschen. Nun erscheint es aber auch möglich, dass Microsoft sein Angebot erneuert.

Microsoft will weiterhin in den Markt für Internet-Werbung

Microsoft wollte Yahoo übernehmen, um seine Position im lukrativen Markt der Internet-Werbung zu verbessern und den Wettbewerb mit dem Marktführer Google zu verschärfen. Ballmer betonte nun, Microsoft werde seine Strategie jetzt mit den eigenen Mitarbeitern und anderen Partnern vorantreiben. Yahoo hätte diese Strategie zwar bescheunigt, aber er sei zuversichtlich, dass Microsoft auch so seine Ziele erreichen werde, so Ballmer.

Yahoo nähert sich Google an

Auch Yahoo sucht weiter strategische Alternativen und fordert damit demonstrativ Microsoft heraus. Die Nachrichtenagentur Reuters hat erfahren, das Yahoo eine Kooperation mit dem Suchmaschinenanbieter Google erwägt. Bereits in der kommenden Woche könnte eine Zusammenarbeit mit Google angekündigt werden, hieß es. Auch diese Pläne von Yahoo haben Microsoft vor einer Fusion zurückschrecken lassen. Ein derartiges Übereinkommen mit dem führenden Suchmaschinenhersteller würde einen Kauf nicht mehr wünschenswert machen, so Ballmer. Diese Einschätzung überrascht nicht, da ja Microsoft schließlich mit dem Kauf Yahoos seine Position im Wettbewerb mit Google stärken wollte.

Analysten von Yahoo-Strategie überrascht

Analysten gehen nun davon aus, dass Yahoo mit seiner abwehrenden Haltung gegenüber Microsoft überzogen hat und erwarten, dass der Konzern dies mit einem Wertverlust seiner Aktien bezahlen wird. Walter Price von der RCM-Vermögensverwaltung in San Francisco, die sowohl Microsoft- als auch Yahoo-Aktion hält, reagiert emotional: "Wow. Ich bin geschockt, dass Yahoo nicht vernünftiger war." (la)

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