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Aktuell Europa

Sofia: Hisbollah verübte den Anschlag

Hinter dem blutigen Attentat auf eine Reisegruppe in Bulgarien im letzten Sommer steht die radikal-islamische Hisbollah. Das geht aus dem jetzt in Sofia veröffentlichten Bericht der Untersuchungskommission hervor.

Nach Angaben von Innenminister Zwetan Zwetanow gehörten zwei Verdächtige dem bewaffneten Arm der libanesischen Schiiten-Organisation Hisbollah an. Unter den beiden Verdächtigen sei auch der Attentäter.

Dem Minister zufolge hatten sie einen kanadischen und einen australischen Pass und lebten zwischen 2006 und 2010 im Libanon. Beide sowie ein in den Anschlag verwickelter Dritter hätten zudem gefälschte US-Führerscheine benutzt. Alle drei hätten unter falschem Namen in Bulgarien gelebt.

Der Attentäter hatte sich am 18. Juli 2012 in Burgas am Schwarzen Meer in einem Bus in die Luft gesprengt, in dem sich eine israelische Touristengruppe befand. Er riss fünf Israelis und den bulgarischen Busfahrer mit in den Tod. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt.

"Weltweite Terrorkampagne"

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erhob schwere Anschuldigungen gegen die radikal-islamische Organisation und den Iran: "Hisbollah und ihre iranischen Auftraggeber organisieren eine weltweite Terrorkampagne, die sich auf Länder und Kontinente erstreckt", schrieb er jetzt auf Twitter.

Israel will, dass die Europäische Union die Hisbollah auf die Liste der Terrororganisationen setzt: "Wir hoffen, dass die Europäer nun die notwendigen Konsequenzen hinsichtlich des wahren Charakters der Hisbollah ziehen", schrieb Netanjahu.

Die USA riefen unterdessen die Europäer auf, entschlossener gegen die Hisbollah vorzugehen. Die europäischen Partner und die internationale Gemeinschaft sollten "pro-aktive Aktionen" unternehmen, um Infrastruktur sowie finanzielle und andere Netzwerke der Hisbollah aufzudecken, "um künftige Angriffe zu verhindern", sagte der Anti-Terror-Berater der US-Regierung, John Brennan, in Washington.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton erklärte in Brüssel, die Ermittlungsergebnisse Bulgariens müssten jetzt genau geprüft werden, da es um einen "Anschlag auf EU-Gebiet" gehe, bei dem "unschuldige Zivilisten getötet und verletzt" worden seien. Die Drahtzieher müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

re/uh (afp, dpa, rtr)