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Top-Thema – Podcast

So wählen die Deutschen ihr Parlament

Der Bundestag ist das deutsche Parlament und hat seinen Sitz im Reichstags-Gebäude in Berlin. Bei der Wahl des Bundestages darf man zwei Stimmen abgeben: die erste für eine Person, die zweite für eine Partei.‎

Das Reichstagsgebäude in Berlin

Der Sitz des deutschen Parlaments: der Reichstag

Bei den Bundestagswahlen bestimmen die Bundesbürger alle vier Jahre ihre politischen Vertreter. Wählen darf jeder, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und mindestens 18 Jahre alt ist. Deutschland ist eine repräsentative Demokratie. Das heißt, das Volk übt die Staatsgewalt nicht selbst aus, sondern wählt dafür Repräsentanten: die Abgeordneten. Aber das Volk wählt direkt. Es gibt niemanden zwischen Wählern und Politikern, wie etwa die Wahlmänner und Wahlfrauen in den USA. Der Bundestag ernennt später den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin.

So funktioniert es: Auf dem Stimmzettel kreuzt man den Kandidaten an, den man gerne als Abgeordneten in den Bundestag schicken möchte. Das ist die so genannte Erststimme für das Direktmandat. So geschieht es in den etwa 300 Wahlkreisen der Bundesrepublik. Der Kandidat, der im Wahlkreis die meisten Erststimmen erhält, kommt direkt ins Parlament. Es ergeben sich also rund 300 Abgeordnete.

Doch im Bundestag gibt es 598 Sitze. Die restlichen Sitze sind für Abgeordnete, die mit der Zweitstimme gewählt wurden. Mit dem Kreuz für die Zweitstimme wählt man eine Partei. Die Partei sendet dann – wenn sie ins Parlament einziehen darf – ihre Abgeordneten dorthin. Dafür haben die Parteien vor der Wahl eine Liste mit eigenen Kandidaten für jedes Bundesland erstellt, die so genannte Landesliste.

Bei der Bundestagswahl spielt die Zweitstimme die größere Rolle. Wenn die Parteien keinen Wahlkreis direkt gewonnen haben, können sie nur dann Abgeordnete ins Parlament schicken, wenn sie mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erreichen.

Glossar

jemanden wählen – hier: seine Stimme für einen politischen Vertreter abgeben

Bundestag, der – das Parlament der Bundesrepublik Deutschland

seinen Sitz haben – sich befinden

Stimme, die – hier: die Wahlentscheidung (Verb: für jemanden stimmen)

Bundestagswahl, die – die Wahl, bei der die Vertreter des Parlaments gewählt werden

Bundesbürger/in, der/die – der/die Einwohner der Bundesrepublik Deutschland mit deutscher Staatsangehörigkeit

Vertreter/in, der/die – hier: der/die politische Repräsentant/in

Staatsbürgerschaft, die – die Nationalität

Staatsgewalt, die – die Macht innerhalb eines Staates

etwas ausüben – hier: etwas gebrauchen

Abgeordnete/r, der/die – Vertreter/in einer Partei in einem Parlament

Stimmzettel, der – das Blatt, auf das der Wähler sein Kreuz setzt

Wahlkreis, der – das Gebiet, in dem gewählt wird

Sitz, der – hier: der Platz im Parlament

Bundesland, das – Teilstaat, der zusammen mit anderen die Bundesrepublik bildet

eine Rolle spielen – wichtig sein

Fragen zum Text

1. Wie oft wird in der Bundesrepublik Deutschland das Parlament gewählt?

a) jedes Jahr

b) alle vier Jahre

c) alle zwei Jahre

2. Welche dieser Aussagen ist falsch?

a) Die Bundesbürger wählen ihre politischen Vertreter in den Bundestag.

b) Die Vertreter einer Partei im Bundestag nennt man Diplomaten.

c) Das Parlament bestimmt den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin.

3. Welche Stimme ist bei der Wahl die wichtigere?

a) die Zweitstimme

b) die Erststimme

c) beide Stimmen sind gleich wichtig

4. Welcher Begriff bedeutet nicht "wählen"?

a) seine Stimme abgeben

b) repräsentieren

c) das Kreuz setzen

5. Welche ist die richtige Präposition in folgendem Satz: "Abgeordnete werden … den Bundestag gewählt."

a) durch

b) in

c) an

Arbeitsauftrag

Füllen Sie den Lückentext aus. Benutzen Sie dafür folgende Begriffe:

Staatsbürgerschaft – Stimme – Zweitstimmen – Bundestagswahlen

Wählen dürfen alle, die 18 Jahre alt sind und die deutsche ___________ haben. Die Wahlen, bei denen das Parlament gewählt wird, nennt man ___________. Rund 60 Millionen Bundesbürger dürfen bei der Wahl ihre ___________ abgeben. Eine politische Partei darf ins Parlament einziehen, wenn sie mindestens fünf Prozent der ___________ bekommen hat.

Autorin: Vanessa Kunke

Redaktion: Shirin Kasraeian

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