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Wissen & Umwelt

So sieht das Zika-Virus wirklich aus

Forscher haben jetzt die Struktur des Zika-Virus entschlüsselt. Das hilft den Medizinern, besser zu verstehen, wie es die Föten im Mutterleib schädigen kann. Auch die Impfstoff-Entwicklung kann davon profitieren.

Das ist ein Bild des Zika-Virus aus der Nähe. Forscher haben es mittels Kryo- Elektronenmikroskopie aufgenommen. Dabei wird das Virus schockgefroren, so dass die Struktur erhalten bleibt. Durch das bildgebende Verfahren konnten sie die Hülle des Virus bis auf die Ebene der Moleküle analysieren. So kam heraus, dass es stark dem Dengue Virus ähnelt.

Aber es gibt bestimmte Unterschiede, insbesondere bei einem zuckerhaltigen Protein (Glykoprotein) auf der Oberfläche des Virus. Diese leichte Strukturänderung könnten dafür verantwortlich sein, dass es dem Virus gelingt in die Föten von Schwangeren einzudringen und bei den Neugeborenen Mikrozephalie auszulösen - eine schwere Schädigung des Erbgutes, die sich durch eine Fehlbildung des Schädels auszeichnet.

Das vermuten die Virologen Devika Sirohi und Richard Kuhn von der Purdue University in West Lafayette, Indiana. Ihre Studie haben sie am 31. März im Fachmagazin "Science" veröffentlicht.

Überwindung der Blut-Hirn-Schranke und des Mutterkuchens

"Die meisten Viren gelangen wegen der Blut-Hirn-Schranke und den sperrenden Mutterkuchen nicht ins Nervensystem oder in den sich entwickelnden Fötus", erklärt Sirohi. Es scheine dem Zika-Virus aber zu gelingen, den Mutterkuchen - die Plazenta - zu durchbrechen.

Wie die Infektion dabei genau verläuft ist noch nicht bekannt. Aber man weiß, dass bestimmte Flaviviren ins Gehirn gelangen können: Zu dieser Virenart gehören etwa auch das Japanische Enzephalitis-Virus und die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Beide lösen Hirnentzündungen aus.

Mutter mit an Mikrozephalie erkranktem Baby (Foto: Picture alliance/ dpa/ A. Lacerda)

Ein Kind mit Mikrozephalie. Das Virus hat den Mutterkuchen und möglicherweise die Blut-Hirn-Schranke überwunden.

Hoffnung auf Diagnose und Impfung

Derzeit sind Zika-Infektionen in mehr als 30 Ländern aufgetreten. Besonders in Brasilien und Französisch-Polynesien sind parallel dazu besonders viele Kinder mit Mikrozephalie geboren worden.

Die Kuhn sagte, dass die Erkenntnisse über die Proteinstrukturen des Virus voraussichtlich bei der Entwicklung neuer Diagnosemethoden und auch bei der Impfstoffentwicklung helfen können. Der Experte für Flaviviren - zu denen das Zika-Virus zählt - hatte schon 2002 und 2003 mit seinen Forscherkollegen die Strukturen des Dengue- und des West-Nil-Virus aufgedeckt.

fs/nm (dpa)