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Fußball

So erfolgreich wie nie zuvor

Die erfolglosen Jahre des deutschen Fußballnachwuchses sind endlich vorbei. Nach zuletzt 16 titellosen Jahren im Juniorenbereich konnten die DFB-Teams drei der letzten fünf internationalen Turniere für sich entscheiden.

Die deutsche U21 feiert den Gewinn der Europameisterschaft Foto: AP

Die deutsche U21 feiert den Gewinn der Europameisterschaft

2008 wurde die U19 Europameister, in diesem Jahr gewannen die U17 und U21 ebenfalls ihre EM-Turniere. Und alles in nur elf Monaten. In den kommenden Wochen haben die DFB-Junioren nun noch zwei Möglichkeiten, diese Bilanz weiter zu verbessern. Im September finden die U20-Weltmeisterschaft in Ägypten sowie die U17-WM in Nigeria statt. Für ausreichend Spannung ist also gesorgt.

Ein Trainerstab besteht aus 13 Personen

Der Erfolg kommt jedoch nicht ganz unerwartet. Nach dem peinlichen Ausscheiden in der Vorrunde bei der Europameisterschaft im Jahre 2000 wurden die ersten Leistungszentren in den Bundesligavereinen eingerichtet. Zudem wurde die DFB-Nachwuchsförderung neu und vor allem professionell strukturiert. Mittlerweile gibt es fast 400 Stützpunkte und über 1000 Honorartrainer, die im Jugendbereich des DFB arbeiten.

U21-Coach Horst Hrubesch mit seinem Trainerteam Foto: AP

U21-Coach Horst Hrubesch mit seinem Trainerteam

Marco Pezzaioli trainiert die U18 des Deutschen Fußball-Bundes. Seit der Umstrukturierung vor neun Jahren steht er jedoch nicht mehr alleine auf dem Trainingsgelände. Ein Team von bis zu 13 Personen unterstützt ihn bei seiner Arbeit. Neben Fitnesstrainern, Physiotherapeuten und Torwarttrainern befinden sich auch Psychologen und Videoanalysten im Trainerstab des Nachwuchses. "Das Team ist immens groß, ganz wie im Profibereich. So ist eine optimale und individuelle Betreuung eines jeden Spielers gewährleistet", sagt Pezzaioli.

Grundausbildung in den Vereinen

Diese individuelle Betreuung kostet den DFB jährlich 25 Millionen Euro. Seit der Europameisterschaft vor neun Jahren haben die Deutsche Fußball-Liga und der DFB insgesamt über 500 Millionen Euro in den Nachwuchsbereich investiert. Doch nicht nur dem DFB kann gute Arbeit bescheinigt werden, auch die Bundesligavereine klopfen sich auf die Schulter. Im Verein werden den jungen Spielern die Grundlagen beigebracht, die dann bei den DFB-Lehrgängen weiter ausgebaut werden können. Dem DFB würden auch die Kapazitäten fehlen, um einen Spieler von Grund auf aufzubauen. Letzten Endes werde dort Spitzenförderung betrieben, meint Roland Virkus. Er ist verantwortlich für die Jugendarbeit bei Borussia Mönchengladbach. Nur gemeinsam könne erfolgreich gearbeitet werden. Matthias Sammer, Sportdirektor beim DFB, ist der gleichen Meinung. Er sieht gerade in der intensiven Kommunikation zwischen DFB und den Vereinen den Schlüssel zum aktuellen Erfolg. "Doch wer denkt, wir sind bereits am Ende angekommen, der irrt. Wir stehen gerade erst am Anfang einer sehr positiven Entwicklung“, sagt er.

Früher war Nachwuchsförderung ein Fremdwort

Marko Marin hat den Sprung in das A-Team bereits geschafft. Foto: AP

Marin hat den Sprung in das A-Team bereits geschafft

Jeder Nachwuchs-Kicker erhält seinen ganz persönlichen Trainingsplan. Über die Inhalte stimmen sich der DFB-Trainer und der Vereins-Coach regelmäßig ab. Nur so kann eine optimale Ausbildung des Spielers gewährleistet werden. Die Leistung eines Fußballers ist heutzutage also steuerbar. Spieler, die früher noch durch das Raster gefallen wären, können heute mit individuellen Trainingsplänen in die Bundesliga und sogar an den DFB-Kader herangeführt werden. Das war damals noch anders. "Früher hatten wir gar nicht die Möglichkeiten, mit den Spielern individuell zu arbeiten. Da war individuelle Nachwuchsförderung noch ein Fremdwort“, sagt Roland Virkus.

Zum Beispiel hat nur Lars Ricken aus dem Europameister-Team von 1992 den Sprung in die A-Mannschaft seines Vereins geschafft. Aus dem aktuellen Kader der U23 haben dagegen bereits 19 Spieler Bundesligaerfahrung. Somit gibt es in Deutschland ein breites Feld an talentierten, jungen Fußballern, die die beliebteste Nebensache der Welt wieder in ein positives Licht gerückt haben.

Autor: Thomas Klein

Redaktion: Arnulf Boettcher

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